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MIT SPERRFRIST: Gedenken an Michael Gartenschläger: Landtagsvizepräsidentin Waldinger-Thiering erinnert an Mut und Unrecht an der innerdeutschen Grenze
Nr. 035 / 30. April 2026 Sperrfrist: Freitag 12 UhrGedenken an Michael Gartenschläger: Landtagsvizepräsidentin Waldinger-Thiering erinnert an Mut und Unrecht an der innerdeutschen GrenzeLandtagsvizepräsidentin Jette Waldinger-Thiering hat im Rahmen einer Veranstaltung des Landesbeauftragten für Mecklenburg-Vorpommern für die Aufarbeitung der SED-Diktatur am Freitag (01.05.) am „Gartenschläger-Eck“ zwischen Leisterförde und Bröthen des 50. Todestages von Michael Gartenschläger gedacht. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Aufarbeitung und Zivilgesellschaft kamen an dem historischen Ort zusammen, an dem Gartenschläger 1976 von einem Spezialkommando der Staatssicherheit erschossen worden war.Waldinger-Thiering erinnerte eindringlich an die Brutalität des DDR-Grenzregimes und würdigte zugleich den Mut Gartenschlägers: „Wir kommen an einem Ort zusammen, der wie kaum ein anderer die Brutalität einer vergangenen Diktatur und den unbändigen Mut eines Einzelnen verkörpert. Vor 50 Jahren wurde Michael Gartenschläger hier hinterrücks ermordet – sein ‚Verbrechen‘ war es, die tödliche Realität der Grenze sichtbar zu machen.“ Die Vizepräsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages zeichnete in ihrer Rede den Lebensweg Gartenschlägers nach – vom frühen Protest gegen den Mauerbau über jahrelange Haft bis hin zu seinem Einsatz als Fluchthelfer. Sie betonte: „Er hätte ein ruhiges Leben führen können. Doch für ihn war Freiheit nicht teilbar. Er stellte sich gegen ein System, das seine Bürger einsperrte – und machte dessen Unmenschlichkeit sichtbar.“Besonders hob sie die historische und politische Verantwortung hervor, die sich aus dem Gedenken ergebe: „Die Geschichte Michael Gartenschlägers mahnt uns, dass Freiheit niemals selbstverständlich ist. Sie braucht Menschen, die für sie einstehen – auch unter Einsatz ihres Lebens.“ Zugleich erinnerte Waldinger-Thiering selbstkritisch an den Umgang mit dem Fall in den 1970er-Jahren: Weder Justiz noch Politik hätten damals eine klare Haltung gefunden. „Das war keine Sternstunde des Parlaments und wurde dem Menschen Michael Gartenschläger nicht gerecht“, erklärte sie.Neben der Vizepräsidentin sprachen auch Birgit Hesse, Präsidentin des Landtages Mecklenburg- Vorpommern, sowie Vertreterinnen und Vertreter des Freundeskreises Michael Gartenschläger, der Aufarbeitungseinrichtungen und der Opferverbände. Die Veranstaltung umfasste zudem die Enthüllung eines Gedenksteins, eine Kranzniederlegung sowie eine Schweigeminute. Das Gedenken fand im Rahmen mehrerer Veranstaltungen zum 50. Todestag statt, die sich mit dem Leben Gartenschlägers und der Geschichte der innerdeutschen Grenze auseinandersetzten.Abschließend rief Waldinger-Thiering dazu auf, das Vermächtnis Gartenschlägers wachzuhalten: „Lassen Sie uns diesen Jahrestag nutzen, um sein Vermächtnis zu bewahren – für eine Gesellschaft, die Zivilcourage schätzt, Freiheit schützt und niemals vergisst, welchen Preis Menschen dafür bezahlt haben.“