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06.05.26 , 15:52 Uhr
CDU

Martin Balasus: TOP 15: Klare Fortschritte statt Schwarzmalerei

Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe | 06.05.2026 | Nr. 143/26
Martin Balasus: TOP 15: Klare Fortschritte statt Schwarzmalerei Es gilt das gesprochene Wort!
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren,
es gibt Leute, die selbst am schönsten Morgenrot was auszusetzen hätten, wenn sie je früh genug dazu aufstünden. Ob Sie nun ein Frühaufsteher sind oder nicht, Kollege Habersaat, das weiß ich nicht genau. Was ich aber weiß: Sie malen gerne ziemlich schwarz!
Deshalb eins vorweg: Ja, es gibt Herausforderungen und die wollen wir auch nicht beschönigen. Es gibt aber genauso klare Fortschritte und positive Entwicklungen. Wir sollten also ein differenziertes Bild der Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe zeichnen.
Zunächst zum Unterrichtsausfall: Der Anteil der ausgefallenen Stunden und der nicht planmäßig erteilten Stunden lag im Schuljahr 2017/18 bei 11,1 Prozent, stieg in Folge der Corona-Zeit auf 13,2 Prozent und ist inzwischen wieder auf 12,3 Prozent gesunken. Das lag an einer außergewöhnliche Krankheitswelle und ist offenbar rückläufig. Übrigens waren in dieser Zeit alle Branchen von hohen Krankenständen betroffen.
Wichtiger ist ein zweiter Punkt, der in der Kritik häufig unterschlagen wird: Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe haben den geringsten Anteil an ersatzlos ausgefallenem Unterricht im Vergleich zu den Schularten mit Oberstufen. Wenn Unterricht ausfällt, wird er hier am häufigsten aufgefangen – durch Organisation, Vertretung oder Anpassung. Das ist aktive Problembewältigung!
Zur Personalsituation: Die Besetzungsquote liegt aktuell bei über 106 Prozent. Das heißt: Rein rechnerisch stehen mehr Lehrkräfte zur Verfügung als vorgesehen – auch durch gezielte Steuerung und Vertretungssysteme. Gleichzeitig ist der Anteil der Vertretungslehrkräfte von 9,9 Prozent auf 8,1 Prozent gesunken, während deren Qualifikation deutlich gestiegen ist. Heute sind über 44 Prozent der Vertretungslehrkräfte vollständig ausgebildete Lehrkräfte – ein deutlicher Fortschritt gegenüber früheren Jahren. Das zeigt: Personalgewinnungsmaßnahmen greifen.
Und übrigens: Wir werden morgen 200 neue Lehrkräftestellen über den Nachtragshaushalt auf den Weg bringen. Das größte Kontingent, nämlich 83, geht an


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Pressesprecher Steven Nowak | Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel 0431/988-1440 | info@cdu.ltsh.de | http://www.cdu.ltsh.de Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe, damit weniger Unterricht ausfällt, damit besser auf den Abschluss vorbereitet wird und mehr Zeit für den Einzelnen bleibt.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die Leistungsentwicklung. Im Durchschnitt haben sich die Abschlussnoten, sowohl im ESA als auch im MSA, verbessert. Natürlich gibt es in einzelnen Bereichen – etwa im Fach Deutsch – Herausforderungen. Aber auch hier gilt: Das ist kein regionales Phänomen, sondern ein bundesweiter Trend, der mit Themen wie Lesekompetenz und Motivation zusammenhängt. Deshalb werden bei uns gezielt Maßnahmen wie Leseförderung und Grundwortschatzarbeit ausgebaut.
Besonders wichtig ist die Einordnung der sozialen Rahmenbedingungen. Der Sozialindex zeigt sehr deutlich: Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe arbeiten durchschnittlich mit einer deutlich herausfordernderen Schülerschaft als andere Schularten. Mehr Medienkonsum, Armut, Sprachförderbedarf und ein auffälligeres Sozialverhalten. Also: Wenn hier Ergebnisse erzielt werden, sind sie unter schwierigeren Bedingungen entstanden. Ein Vergleich mit Gymnasien ohne diese Einordnung führt zwangsläufig zu falschen Schlussfolgerungen.
Trotz dieser Ausgangslage zeigen sich auch in zentralen Bereichen klare Stärken. Ein Beispiel ist die Berufsorientierung: 34 von 79 Schulen mit dem Berufswahl-Siegel sind Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe. Diese Schulen sind also besonders erfolgreich darin, Schülerinnen und Schüler auf Ausbildung und Beruf vorzubereiten – genau dort, wo es entscheidend ist.
Auch im Bereich Digitalisierung gibt es konkrete Fortschritte: Die Mittel aus dem DigitalPakt wurden quasi vollständig ausgeschöpft. Nahezu alle Schulen verfügen heute über eine Ausstattung, die digitalen Unterricht ermöglicht.
Natürlich bleiben Herausforderungen: steigender Lehrkräftebedarf oder eine schwierige Ausbildungssituation in bestimmten Fächern.
Aber genau hier wird gehandelt: Ausbau von Personalgewinnungsmaßnahmen, Qualifizierungsoffensiven – etwa im Fach Informatik, gezielter Mitteleinsatz über das Startchancenprogramm.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn man all diese Punkte zusammen betrachtet, ergibt sich ein klares Bild: Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe sind nicht „das Problem des Systems“. Sie sind die Schulart, die unter schwierigeren Bedingungen arbeitet – und dabei stabile, in einigen Bereichen sogar verbesserte Ergebnisse erzielt.
Deshalb – werte Opposition – ist es problematisch, wenn aus einzelnen Herausforderungen ein pauschales Krisennarrativ konstruiert wird: Wer nur auf Fehlstunden schaut, sieht nicht, dass Unterricht organisiert wird. Wer nur auf Belastungen schaut, sieht nicht, welche Leistungen erbracht werden.



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