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Catharina Nies zur Änderung des Kindertagesförderungsgesetzes
Presseinformation Nr. 26.141 07.05.2026Es gilt das gesprochene Wort!TOP 10+62 – Änderung des Kindertagesförderungsgesetzes Dazu sagt die kitapolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Catharina Nies:Die Koalition packt an und bringt die gesetzliche Grundlage für die Ausweitung der Perspektiv-Kitas und vier zusätzliche Ausfalltage auf den Weg Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleg*innen,mit dem vorliegenden Bericht legt die Landesregierung eine umfassende Bestandsaufnahme der Situation im Jahr 2025 in Kita und Kindertagespflege in Schleswig-Holstein vor. Dafür möchte ich mich herzlich beim Ministerium bedanken. Gute Kita-Politik braucht einen validen Überblick über die Entwicklung von Platz-, Kinder- und Fachkräftezahlen, um davon veränderte Bedarfe ableiten zu können.Genau deshalb haben wir als Koalition zum Januar 2025 schon ein regelmäßiges Monitoring gesetzlich verankert, über das wir für das Jahr 2026 erstmalig Zahlen und Daten erhalten werden. Damit müssen Berichte künftig nicht mehr extra beantragt werden, sondern Transparenz wird Regelstruktur.Zurück zum vorliegenden 2025er-Bericht. Ein erstes zentrales und positives Ergebnis lautet: Das Kita-System in Schleswig-Holstein ist insgesamt stabil. Die Zahl der Regelgruppenplätze blieb 2025 nahezu konstant bei 123.000 Kita-Plätzen. Im U3- Bereich gab es einen leichten Rückgang um 30 Plätze, bei den Ü3-Plätzen einen Zuwachs um 455 Plätze.Das zweite wichtige Ergebnis des Berichts ist: Wir haben es inzwischen mit einer neuen demografischen Realität zu tun. Die Kinderzahlen in Kita und Kindertagespflege werden weniger. Der Bericht führt das auf die rückläufigen Geburtenzahlen der letzten Jahre zurück, die zwischen 2020 und 2024 um etwa 2.600 Geburten abgenommen haben. Was sich seit 2025 erkennbar auf die Betreuungsbedarfe auswirkt.Drittens zeigt uns der Bericht, dass die Fachkräftequote in unseren Kitas stabil geblieben ist, trotz aller Kritik an der Einführung des flexiblen Anstellungsschlüssels und der damit auch hier lautstark geäußerten Sorge, dass dies dazu führen würde, dass bald nur noch helfende Hände in unseren Kitas arbeiten würden. Das Gegenteil ist geschehen. Das ist doch eine außerordentlich gute Nachricht für Schleswig-Holstein!Zusammengenommen hat sich die Fachpersonalquote sogar leicht auf 91,5 Prozent erhöht. Das heißt, es arbeitet heute mehr pädagogisch qualifiziertes Personal im Verhältnis zum Gesamtpersonal an unseren Kitas, als es vor der Gesetzesanpassung 2025 der Fall gewesen ist. Und bevor diese Frage auftaucht: der Anteil der Erstkräfte, also primär Erzieher*innen, hat sich sogar leicht erhöht, der Anteil der Assistenzkräfte ist mit 23 Prozent unverändert geblieben. Die Kritik der Opposition, mit dem flexibleren Anstellungsschlüssel würde die Qualität abgesenkt, bestätigt sich nicht.Fassen wir zusammen: stabile Platzzahlen, stabile pädagogische Qualität und sinkende Kinderzahlen. Wie wir als Koalition auf die sinkenden Kinderzahlen und damit „freiwerdenden“ Mittel im Kita-System reagiert haben, ist bekannt. Wir haben nicht gesagt: super, dann ziehen wir das Geld jetzt ab. Nein. Wir haben gesagt: Wir brauchen jeden Cent im Bildungssystem und für unsere Kinder. Wir nutzen das Geld, um mehr Chancen zu schaffen, bessere Arbeitsbedingungen und wir werden die 35 Millionen Euro gezielt dafür einsetzen, die Familien zu erreichen, die derzeit noch eine niedrigere Betreuungsquote haben: sogenannte „bildungsferne Familien“ und Familien mit Migrationshintergrund.Unsere Sozialministerin Aminata Touré hat mit dem „Kita für alle“-Programm ein Programm für sozialen Teilhabe ausgerufen, während der Sozialstaat auf Bundesebene gerade radikal abgebaut wird. Denn wir in Schleswig-Holstein sehen den weiteren Handlungsbedarf. Und wir arbeiten weiter an mehr Qualität und Chancen für alle, Schritt für Schritt.Und gute Reformen sollten nicht schlecht geredet werden. Mit dem vorliegenden Gesetzesentwurf bringen wir die Ausweitung der Perspektiv-Kitas von 50 auf 175 auf den Weg, die zusätzlichen vier Ausfalltage für das Personal an Kita und in der Kindertagespflege und werden unseren Kommunen mehr Flexibilität in der Bedarfsplanung ermöglichen, während gleichzeitig durch festgelegte Zwischenschritte Planungssicherheit für Kita-Träger erhalten bleibt.Denn: Vielerorts nehmen Leerstände zu, also vorgehaltene Plätze, die nicht nachgefragt werden. Dieser Leerstand muss von Kreisen und kreisfreien Städten finanziert werden. Wir alle wissen um die Not der kommunalen Haushalte und müssen deshalb reagieren und die Rahmenbedingungen anpassen, damit nicht genutzte Plätze künftig früher wieder reduziert werden können.Aber beide Interessen, auch die der Kita-Träger, sind berechtigt und müssen in Form eines Kompromisses ausgeglichen werden, wie immer die größte Herausforderung im System der Kita-Finanzierung. Wir stellen uns dem. Sie sehen, meine Damen und Herren: Die Koalition packt an.Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit.***Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 KielT 0431 988 1503 M 0172 541 83 53 presse@gruene.ltsh.de sh-gruene-fraktion.de