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08.05.26 , 10:49 Uhr
SPD

Beate Raudies zu Top 24: Die Landesregierung lässt die Theater im Stich

Heimo Zwischenberger Pressesprecher der SPD-Landtagsfraktion
Adresse Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel Telefon 0431 988 1305 Telefax 0431 988 1308 E-Mail h.zwischenberger@spd.ltsh.de Webseite www.spd-fraktion-sh.de Es gilt das gesprochene Wort!

Hinweis: Diese Rede kann hier als Video abgerufen werden: http://www.landtag.ltsh.de/aktuelles/mediathek

LANDTAGSREDE – 08.Mai 2026
Beate Raudies Die Landesregierung lässt die Theater im Stich TOP 24: Theaterland Schleswig-Holstein – Fortschreibung des Konzeptes zur Si-cherung der öffentlichen Theater (Drs. 20/4287)
Wenn sich der Vorhang hebt, geht es um weit mehr als um Unterhaltung.
Theater sind das schlagende Herz unserer Demokratie. Sie sind Orte des gesellschaftlichen Diskurses, Räume für Bildung und unverzichtbare kulturelle Ankerpunkte. In einer Zeit, in der der gesellschaftliche Zusammenhalt immer wieder auf die Probe gestellt wird, sind unsere Bühnen genau die Orte, an denen wir uns über unsere Werte streiten und verständigen können. Dabei sollten wir eines nicht vergessen: Hinter jeder Inszenierung stehen Menschen. Es sind die Schauspieler:innen, die Musiker:innen, aber eben auch die Techniker:innen, Maskenbildner:innen und Handwerker:innen. Unsere Theater sind mittelständische Betriebe und wichtige Arbeitgeber, die Aufträge in die gesamte Region vergeben und junge Menschen ausbilden. Sie sind ein massiver Standortfaktor für unser Land – und das Fundament unserer Kulturlandschaft.
Doch dieses Fundament bröckelt. Deshalb unterstützt meine Fraktion den Antrag des SSW aus voller Überzeugung. Wir brauchen jetzt eine Fortschreibung des Theater-Konzeptes!
Die Jahre nach der Pandemie waren hart, und die wirtschaftlichen Herausforderungen sind durch massive Kostensteigerungen und hohe Tarifabschlüsse gewaltig gewachsen. Gleichzeitig wird die finanzielle Situation der Kommunen immer schwieriger – und in der Folge gerät Kultur in Existenznöte.
Der SSW-Antrag erkennt richtigerweise an, dass wir eine neue strategische Planung brauchen, die auch die freien und privaten Theater einbezieht, um ein flächendeckendes Angebot in ganz Schleswig-Holstein zu sichern. Es geht um Planungssicherheit für die Theater. Und es geht darum, dass das Land endlich seine Verantwortung wahrnimmt.

1 Bisher tragen vor allem die Kommunen die Last der Finanzierung, aber dort werden die finaziellen Spielräume immer enger. Die bisherige Unterstützung durch das Land ist schlichtweg nicht ausreichend, um die kulturelle Vielfalt in der Fläche auf Dauer zu garantieren.
Und genau enttäuscht der Alternativantrag von CDU und Grünen. Was uns die Koalition hier vorlegt, ist leider das übliche Muster: Probleme kleinreden, die eigene Arbeit in den höchsten Tönen loben und notwendige und vor allem finanzwirksamen Entscheidungen in die ferne Zukunft verschieben. Die Koalition rühmt sich tatsächlich mit der Dynamisierung der FAG-Mittel. Da haben sie etwas umgesetzt, was bitter nötig war – aber mehr auch nicht. Denn was nützt eine prozentuale Steigerung auf dem Papier, wenn sie von der Realität der Inflation und der Tarifkosten längst aufgefressen wurde? Zu behaupten, die Strukturen seien „gut geeignet“, während die Theater um ihre Existenz bangen, ist blanker Zynismus.
Anstatt jetzt konkret zu handeln und jetzt ein Konzept auf den Weg zu bringen, wie es der SSW fordert, flüchten sich CDU und Grüne in eine weitere „Bestandsaufnahme“. Wir brauchen keine weiteren Erhebungen über Besucherzahlen, um zu wissen, dass es brennt. Wir brauchen keine weiteren Prüfaufträge als Ersatz für echte Finanzierungszusagen.
Dieser Alternativantrag ist eine Nebelkerze. Er dient nur dazu, sich über die aktuelle Legislaturperiode zu retten, ohne den Theatern die dringend benötigte langfristige Planungs- und Finanzierungssicherheit zu geben. Kultur ist kein Luxus, den man sich nur in guten Zeiten leistet. Kultur ist die Grundlage unserer Gesellschaft. Wer die Theater im Regen stehen lässt, gefährdet die kulturelle Identität unseres Landes. Lassen Sie uns daher den Weg des SSW gehen: Für ein starkes Theaterland, für eine echte Zukunftsperspektive und für eine verlässliche Finanzierung, die diesen Namen auch verdient.



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