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Anne Riecke zu TOP 24 "Theaterland Schleswig-Holstein"
08.05.2026 | KulturAnne Riecke zu TOP 24 "Theaterland Schleswig-Holstein" In ihrer Rede zu TOP 24 (Theaterland Schleswig-Holstein – Fortschreibung des Konzeptes zur Sicherung der öffentlichen Theater) erklärt die kulturpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Anne Riecke:„Kunst und Kultur sind ein wichtiger Teil einer freien Gesellschaft. Sie sind Orte demokratischer Öffentlichkeit, weil sie gesellschaftliche Konflikte sichtbar machen und Menschen miteinander ins Gespräch bringen. Sie fördern Bildung, Empathie und kulturelle Teilhabe, indem sie unterschiedliche Perspektiven, Geschichten und Lebenswirklichkeiten erfahrbar machen. Zugleich prägen sie die kulturelle Identität einer Stadt oder Region und sind damit weit mehr als Unterhaltung. Deshalb sollte uns die Sicherung der Vielfalt der Theaterlandschaft, die künstlerische Freiheit und der Zugang zu unseren Theatern für alle Bürgerinnen und Bürger ein politisches Grundanliegen sein.Gleichzeitig müssen wir ehrlich bleiben: Öffentliche Theater kosten Geld und sie werden in nicht unerheblichem Maße subventioniert. Und sie werden auch in Zukunft öffentliche Mittel brauchen, wenn wir sicherstellen wollen, dass wir den Zugang zu unseren Theatern weiten Teilen der Gesellschaft ermöglichen wollen. Natürlich kann ein öffentliches Theater nicht wie ein rein gewinnorientiertes Unternehmen geführt werden. Das wäre kulturpolitisch falsch und würde dem Auftrag auch nicht gerecht werden. Aber es ist legitim, zu fragen, wie Einnahmen verbessert werden können, ohne den Zugang zu Kultur zu erschweren. Dazu gehören moderne Vertriebswege, attraktive Angebote für junge Menschen, Kooperationen mit Schulen, Hochschulen und Tourismus, aber auch weniger Bürokratie bei Förderprogrammen und eine kluge Digitalisierung des Angebotes.Auch darf die Theaterpolitik nicht nur die großen Häuser sehen. Sie muss die ganze Kulturlandschaft betrachten, auch jenseits der institutionell gut bekannten Strukturen. Förderprogramme sollten daher auch stärker für kleine Unternehmen und Solo-Selbstständige der Kultur- und Kreativwirtschaft geöffnet werden. Wir brauchen vereinfachte Antragsverfahren, damit jeder in der Lage ist, Förderungen zu erhalten. Ich finde, dieser Gedanke gehört klar in ein Theaterkonzept.Die Corona-Jahre haben auch in der Theaterlandschaft tiefe Spuren hinterlassen, die Schließungen haben zu Einnahmeausfällen geführt und die Besucherzahlen gedrückt. Es zeigte sich, dass die Theater – aber auch die Kinos – große Probleme hatten, wieder auf die alten Besucherzahlen zu kommen. Auch die Energiepreise haben viele Kulturbetriebe getroffen, Tarifsteigerungen müssen bewältigt werden und die Kommunen haben ohnehin angespannte Haushalte. Zugleich zeigt die aktuelle Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins, dass die Menschen wieder in die Theater und Orchester zurückkehren. Für die Spielzeit 2023/24 werden bundesweit 25,3 Millionen Besuche ausgewiesen, ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist ein wichtiges Signal: Das Interesse ist da.Aber steigende Besuche lösen nicht automatisch die Finanzierungsprobleme. Um diese zu lösen, brauchen wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Theaterlandschaft in Schleswig-Holstein. Dazu gehört eine Betrachtung der Gebäudesituation und der Investitionsbedarfe, aber auch eine Analyse der Kostenentwicklung, insbesondere beim Personal.Wir müssen uns aber auch die Frage stellen, wie Theater ihr Publikum wieder dauerhaft erreichen können, wie kulturelle Bildung gestärkt wird und wie Angebote in der Fläche erhalten bleiben können, ohne dass es Doppelstrukturen gibt oder Angebote vorgehalten werden, die sich aufgrund der zu geringen Nachfrage eventuell nicht halten lassen. Deshalb sollten wir den Antrag im Ausschuss weiter beraten. Wir sollten dort die Theater selbst, die Kommunen, die freien und privaten Bühnen, die Beschäftigtenvertretungen und die Kulturverbände anhören, um dort zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen.“Sperrfrist Redebeginn!Es gilt das gesprochene Wort. Anne Riecke Sprecherin für Bildung, Kultur, Landwirtschaft, Fischerei, Jagd, Verbraucherschutz, Religion, Minderheiten, Umwelt, Klimaschutz Kontakt: Eva Grimminger, v.i.S.d.P. Pressesprecherin Tel.: 0431 988 1488 fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de FDP-Fraktion Schleswig-Holstein, Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: www.fdp-fraktion-sh.de