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Manfred Uekermann: TOP 53: Wir brauchen eine Reduktion invasiver Arten wie Nutria, Waschbär und Marderhund
Invasive Arten | 08.05.2026 | Nr. 159/26Manfred Uekermann: TOP 53: Wir brauchen eine Reduktion invasiver Arten wie Nutria, Waschbär und Marderhund Es gilt das gesprochene Wort!Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen,wir beraten heute einen Antrag zur Regulierung invasiver Arten wie Nutria, Waschbär und Marderhund. Wir tun dies nicht aus abstraktem Interesse, sondern weil sich in Schleswig-Holstein längst sehr konkrete Auswirkungen zeigen. Diese betreffen unsere Ökosysteme, die Artenvielfalt und zentrale Schutzinfrastrukturen des Küsten- und Hochwasserschutz unseres Landes.Diese Arten sind nicht Teil unserer heimischen Tierwelt. Sie haben sich angesiedelt, sie breiten sich aus und sie tun dies mit einer Dynamik, die wir nicht unterschätzen dürfen. Entscheidend ist dabei ihre biologische Ausstattung. Hohe Reproduktionsraten, große Anpassungsfähigkeit und das Fehlen natürlicher Feinde führen dazu, dass sich diese Arten in einer Kulturlandschaft wie Schleswig-Holstein schnell etablieren und heimische Arten verdrängen.Besonders deutlich wird das an unseren Gewässern und Küsten. Die Nutria ist hier zum zentralen Problem geworden. Er gräbt weit verzweigte Bausysteme in Ufer und Böschungen. Diese Schäden sind zunächst nicht sichtbar, entfalten aber eine klare Wirkung. Ufer werden instabil, Böschungen verlieren ihre Tragfähigkeit und Lebensräume geraten aus dem Gleichgewicht.Was zunächst lokal erscheint, hat eine landesweite Bedeutung. Denn diese Entwicklungen betreffen auch unsere Deiche und damit den Küstenschutz. Mehr als 1000 Kilometer Deichlinie schützen Schleswig-Holstein täglich vor Sturmfluten und Hochwasser. Sie sind ein zentraler Bestandteil unserer Daseinsvorsorge und unserer Sicherheit.Die besondere Gefahr liegt darin, dass die Schäden im Inneren entstehen. Von außen bleibt die Oberfläche oft intakt, während sich unter der Grasnarbe Hohlräume bilden, die die Stabilität langsam untergraben. Diese Prozesse verlaufen fast unbemerkt, entfalten aber mit der Zeit erhebliche Auswirkung. Wer Deichschutz ernst nimmt, muss deshalb auch invasive Arten reduzieren.Ähnlich ist die Lage bei Waschbär und Marderhund. Beide Arten greifen massiv in Seite 1/2 Pressesprecher Steven Nowak | Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel 0431/988-1440 | info@cdu.ltsh.de | http://www.cdu.ltsh.de Brutbiotope ein, gefährden bodenbrütende Vogelarten und erhöhen den Druck auf empfindliche Ökosysteme. Sie sind längst nicht mehr auf abgelegene Bereiche beschränkt, sondern haben sich auch in Siedlungsräumen etabliert.Der Marderhund verstärkt diese Entwicklung zusätzlich durch seine Rolle als Prädator und als möglicher Überträger von Krankheitserregern. Der Waschbär zeigt, wie stark invasive Arten auch urbane Räume besiedeln können und dort heimische Arten verdrängen. Die Konsequenz daraus ist eindeutig. Wir brauchen kein punktuelles Reagieren, sondern ein dauerhaftes Management dieser Arten.Die EU-Verordnung 1143 aus dem Jahr 2014 gibt dafür den klaren Rahmen vor. Sie verpflichtet die Mitgliedstaaten zur aktiven Eindämmung invasiver Arten. Im Zentrum steht dabei nicht das Ob, sondern das Wie.In Schleswig-Holstein sind der Fang und Fallenjagd bereits heute ein wichtiges Instrument. Sie ist rechtlich klar geregelt, fachlich anspruchsvoll und an hohe Standards gebunden. Nur geprüfte Personal und Fallen dürfen eingesetzt werden. Jägerinnen und Jäger müssen eine umfassende Sachkunde nachweisen. Das ist keine Formalie, sondern die Grundlage für wirksames Handeln vor Ort.Ohne die Jägerschaft wird dieses Problem nicht lösbar sein. Jägerinnen und Jäger kennen die Reviere, sie kennen die lokalen Gegebenheiten und leisten jetzt schon einen wesentlichen Beitrag für das praktische Wildtiermanagement. Diese Arbeit erfolgt fast ausschließlich ehrenamtlich, mit großem Fachwissen und hoher Verantwortung. Sie verdient Anerkennung und politische Unterstützung.Deshalb ist es richtig, die Fallenjagd strukturell zu unterstützen und die praktische Umsetzung gezielt zu stärken. Es geht um Verlässlichkeit, Kontinuität und Wirksamkeit und nicht um kurzfristige Einzelmaßnahmen. Denn diese Aufgabe wird nicht kurzfristig gelöst. Sie ist dauerhaft, komplex und nur gemeinsam zu bewältigen.Wenn wir heute handeln, geht es nicht nur um einzelne Arten. Es geht um den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen, um stabile Ökosysteme und um die Sicherheit unserer Küstenräume. Oder anders gesagt: Es geht darum, dass Schleswig-Holstein auch in Zukunft ein Land bleibt, in dem Natur, Landwirtschaft und Schutzinfrastruktur im Gleichgewicht stehen.Vor diesem Hintergrund ist der Jägerschaft ein Dank auszusprechen, für die Unterstützung der zentralen Ziele des Natur- und Artenschutzes. Dieser Dank an die Jägerschaft ist ein Bekenntnis zu einer ausgewogenen, praxisnahen Umweltpolitik, die auf Verantwortung, Fachwissen und Zusammenarbeit setzt.Vielen Dank und Waidmannsheil! Seite 2/2 Pressesprecher Steven Nowak | Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel 0431/988-1440 | info@cdu.ltsh.de | http://www.cdu.ltsh.de