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Jasper Balke zu den geplanten Kürzungen bei den Gesundheitsfachberufen
Presseinformation Nr. 26.185 12.06.2026Gesundheitsfachberufe nicht im Stich lassen Zur Debatte um das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz und die geplanten Kürzungen bei den Gesundheitsfachberufen erklärt Jasper Balke, gesundheitspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen:Die Bundesregierung darf auch die Gesundheitsfachberufe nicht länger im Stich lassen. Wer die Beiträge stabilisieren will, darf nicht ausgerechnet bei denen kürzen, die Versorgung jeden Tag möglich machen, weder in der Physio- oder Ergotherapie, noch in der Logopädie oder Podologie.Gerade die Gruppe der Heilmittelerbringer hat in den letzten Jahren wichtige Fortschritte erkämpft. Nach langer Unterfinanzierung wurden Vergütungen verbessert, Schulgeld wurde wie bei uns in Schleswig-Holstein abgeschafft, Blankoverordnungen wurden zur Stärkung der therapeutischen Kompetenz ausgeweitet. Diese Entwicklungen waren überfällig, doch noch immer fehlt ein einheitliches, verbindliches Heilberufegesetz und ein Vergütungssystem für Ausbildung und Studiengänge. Denn gute Therapie ist kein Zusatzangebot - sie entscheidet darüber, ob Menschen nach Krankheit, Operation oder Unfall wieder gehen, sprechen, arbeiten oder ihren Alltag bewältigen können.Deshalb ist es falsch, diese Fortschritte jetzt über eine neue Kürzungslogik zurückzudrehen. Im Gesetzentwurf sollen Vergütungssteigerungen in vielen Bereichen hart an die Einnahmenentwicklung der GKV gekoppelt werden. Das klingt technisch, trifft aber ganz konkret Praxen, Einrichtungen und Beschäftigte. Personal-, Miet-, Energie- und Sachkosten steigen weiter. Wenn diese Kosten nicht ausreichend abgebildet werden, geraten besonders kleine und mittlere Praxen unter Druck.Das ist auch ein fatales Signal an junge Menschen, die wir dringend für diese Berufe gewinnen müssen: Wir brauchen euch, aber wir sorgen nicht verlässlich dafür, dass eure Arbeit fair bezahlt wird und eure Praxen wirtschaftlich arbeiten können. So löst man keinen Fachkräftemangel, sondern verschärft ihn.Hinzu kommt: Heilmittelversorgung verhindert oft genau das, was unser Gesundheitssystem teuer macht. Gute Physiotherapie als Prävention und/oder nach einer Operation, Logopädie nach einem Schlaganfall, Ergotherapie bei Kindern oder podologische Versorgung bei Diabetes sind Investitionen in Selbstständigkeit, Teilhabe und Gesundheit. Wer hier spart, spart häufig nur kurzfristig – und zahlt später drauf.Natürlich steht die GKV finanziell unter Druck. Aber eine Reform, die diesen Namen verdient, muss Strukturen verbessern: weniger Bürokratie, bessere Steuerung, mehr Prävention, Digitalisierung und eine gerechtere Finanzierung. Sie darf nicht bei den Berufsgruppen ansetzen, die ohnehin zu wenig Lobby haben, unverzichtbar für die Versorgung sind und verhältnismäßig sehr geringes kurzfristiges Einsparpotential haben.Beitragsstabilität darf nicht gegen Versorgungsstabilität ausgespielt werden. Wer stabile Beiträge will, muss auch stabile Praxen, stabile Teams und gute Arbeitsbedingungen sichern. Gesundheitsfachberufe sind wie viele andere Berufsgruppen im Gesundheitswesen keine Kostenstelle am Rand des Systems. Sie sind ein zentraler Teil moderner Gesundheitsversorgung, auch, wenn ihnen häufig zu wenig Beachtung geschenkt wird. Wer sie schwächt, schwächt Patient*innen, Angehörige und am Ende das ganze Gesundheitssystem.***Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 KielT 0431 988 1503 M 0172 541 83 53 presse@gruene.ltsh.de sh-gruene-fraktion.de