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12.06.26 , 15:29 Uhr
B 90/Grüne

Jasper Balke zur Fußball-WM

Presseinformation Nr. 26.186 12.06.2026
Freude auf Fußball-WM überschattet von Korruption und Kapitalinteressen Vor dem Hintergrund der kontroversen Berichterstattung über die Organisation der Fußball-Weltmeisterschaft, erklärt der sportpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Jasper Balke:
Mit dem Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer richtet sich der Blick von Millionen Menschen auf das größte Sportereignis der Welt. Die Leistungen der Spieler und die Leidenschaft der Fans verbindet und verdient große Anerkennung. Sport im Allgemeinen und Fußball im Speziellen besitzen die Fähigkeit, Menschen über soziale, kulturelle und nationale Grenzen hinweg zusammenzubringen und gemeinsame Erlebnisse zu schaffen.
Gleichzeitig darf die Begeisterung für den Sport nicht dazu führen, berechtigte Kritik auszublenden. Die Vergabe großer internationaler Sportveranstaltungen erfolgt seit Jahren unter Rahmenbedingungen, die immer wieder Zweifel an transparenten Verfahren, demokratischer Legitimation und gesellschaftlicher Verantwortung aufwerfen. Durch Ihren Einfluss steht die FIFA in der Pflicht, Entscheidungsprozesse nachvollziehbar zu gestalten und die Interessen der Fans, der Beschäftigten bei den Spielen und der Gesellschaften in den Gastgebernationen stärker zu berücksichtigen.
Doch dies ist schon längst nicht mehr der Fall. Zwei korrupte Präsidenten in kaputter FIFA und politisch aufgeheizten USA missbrauchen den Sport für ihre eigenen Zwecke. Es ist vollkommen absurd, dass die FIFA im letzten Jahr ihren ersten „Friedenspreis“ ausgerechnet an Donald Trump vergeben hat, der heute mit seiner Abgrenzungspolitik dafür sorgt, dass der Somalische FIFA-Schiedsrichter Omar Artan nicht in die USA einreisen durfte. Sport sollte Räume für Begegnung, Fairness und friedlichen Wettbewerb eröffnen. Er darf nicht zum Vehikel nationalisitischer Inszenierungen oder autoritärer Selbstdarstellung werden. Die Unabhängigkeit des Sports und die Integrität seiner Institutionen sind zentrale Voraussetzungen für seine gesellschaftliche Akzeptanz.
Bei der Fußball-WM in Mexiko, Kanada und den Vereinigten Staaten ließ sich bereits vor dem Eröffnungsspiel eine fortschreitende Kommerzialisierung des Fußballs erkennen: Hohe Ticketpreise, eine intransparente Vergabepraxis der Übertragungsrechte und die hohen Entfernungen der Austragungsort erschweren vielen Fans die Teilhabe an einem Ereignis, das ohne ihre Leidenschaft und Unterstützung nicht denkbar wäre. Eine Weltmeisterschaft sollte weltweit für die Menschen zugänglich bleiben und sich nicht an den Interessen von Sponsoren, Vermarktungsagenturen und dem Profit des Weltfußballverbands orientieren.
Gerade in Deutschland und auch in Schleswig-Holstein haben Sportgroßereignisse gezeigt, welche positive Wirkung sie auf das gesellschaftliche Miteinander und die Austragungsorte entfalten können. Sie stärken das Gemeinschaftsgefühl, fördern ehrenamtliches Engagement und haben das Potential nachhaltige Investitionen in die Sportinfrastruktur vor Ort zu tätigen. Diese Maßgabe muss auch in Schleswig-Holstein bei der weiteren Bewerbung um eine Partnerschaft für die Olympischen Spiele selbstverständlich gelten.
Deshalb ist es auch ein politischer Auftrag, die Faszination des Sports zu bewahren und zugleich für mehr Transparenz, Fairness und gesellschaftliche Verantwortung in seinen Strukturen einzutreten. Bei aller Kritik an den Hintergründen der Spiele, muss es in den kommenden Wochen aber auch um die gemeinsame Freude durch den Sport gehen dürfen. Ich wünsche den Fans in Schleswig-Holstein und weltweit eine spannende und verbindende Fußball- Weltmeisterschaft und der deutschen Nationalmannschaft viel Erfolg!
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Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel
T 0431 988 1503 M 0172 541 83 53 presse@gruene.ltsh.de sh-gruene-fraktion.de

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