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18.06.26 , 12:45 Uhr
CDU

Anette Röttger: Rede zu Protokoll: TOP 25: Gesunde Ernährung ist nicht nur eine Frage des Preises

Ernährungspolitik | 18.06.2026 | Nr. 199/26
Anette Röttger: Rede zu Protokoll: TOP 25: Gesunde Ernährung ist nicht nur eine Frage des Preises Rede zu Protokoll gegeben:
Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen,
der SSW fordert mit seinem Antrag die Landesregierung auf, sich im Bundesrat für eine Absenkung des Mehrwertsteuersatzes auf gesunde Lebensmittel auf 0 Prozent einzusetzen. Damit sollen zwei wesentliche Ziele verfolgt werden:
1. Gesunde Ernährung zu fördern und 2. Bürgerinnen und Bürger finanziell zu entlasten.
Die Idee ist nicht neu. Auf den ersten Blick sind beide Ziele – gesund und bezahlbar – erstrebenswert und man könnte dieses Anliegen grundsätzlich befürworten. Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung darf keine Frage des Geldbeutels sein.
Aber so klar und eindeutig dieses Vorhaben auf den ersten Blick erscheint, ist es dann leider doch nicht.
Bei genauerer Auseinandersetzung mit dem Thema lassen sich folgende Aspekte feststellen:
1. Es gibt eine ganze Reihe von Unsicherheiten, die bei der Weitergabe von Steuererleichterungen an den Verbraucherinnen und Verbraucher zu berücksichtigen sind. Punktuelle Maßnahmen sind in der Regel wenig wirkungsvoll. Es braucht ein Gesamtpaket. 2. Zudem zeigen Praxiserfahrungen, dass der Preis weder das alleinige Entscheidungskriterium für eine steigende Nachfrage nach gesunden Lebensmitteln ist noch automatisch zu einer gesunden Ernährung führt.
Lassen Sie mich darauf näher eingehen: Seit 2022 verzeichnen wir stetig steigende Lebenshaltungskosten. Während die Verbraucherpreise insgesamt in diesem Zeitraum um 13,6 Prozent gestiegen sind, ärgern sich viele Verbraucherinnen und Verbraucher über die um 19,5 Prozent gestiegenen Lebensmittelpreise seit dem Jahr 2022.
Die Ursachen für die Entwicklung liegen in der angespannten wirtschaftlichen und

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Pressesprecher Steven Nowak | Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel 0431/988-1440 | info@cdu.ltsh.de | http://www.cdu.ltsh.de weltpolitischen Lage und sind bekannt.
Gestiegene Lebensmittelpreise bedeuten eine zusätzliche finanzielle Belastung für die Verbraucher. Das sorgt nicht nur für Frust an der Supermarktkasse, sondern auch für eine deutliche Zunahme von Beschwerden in den Verbraucherzentralen über Lebensmittelpreise, Preisangaben und Anpassungen von Verpackungsgrößen. Menschen mit geringerem Einkommen leiden dabei deutlich stärker unter den Preissteigerungen von Grundlagenprodukten, weil der Effekt der Verteuerung bei ihnen sehr viel stärker zu Buche schlägt als bei Personen mit höherem Einkommen. Wenn das Leben teurer wird, wird häufig zuerst am Essen gespart.
Aktuell weisen überwiegend hochverarbeitete Lebensmittel einen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent aus, für unverarbeitete Lebensmittel wie beispielsweise Obst, Gemüse, Fleisch, rohe Eier gilt bereits der reduzierte Satz von 7 Prozent.
Die im Antrag geforderte Absenkung der Mehrwertsteuer auf 0 Prozent bei gesunden Lebensmitteln wäre direkt an der Kasse spürbar und könnte das Ess- und Konsumverhalten hin zu einer gesunden Produktauswahl positiv beeinflussen, setzt aber voraus, die Kategorie „gesunde Lebensmittel“ genau zu definieren.
Die Verbraucherzentrale und die Zukunftskommission Landwirtschaft befürworten bereits die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte.
Allerdings bleibt – wie eingangs bereits erwähnt – der Preis aus unserer Sicht nur ein Faktor für das gemeinsame erstrebenswerte Ziel, eine gesunde Ernährung zu fördern.
Betrachtet man die Entwicklung der Ess- und Trinkgewohnheiten, so gibt es eine ganze Reihe von aktuellen Risikofaktoren, die ein gesundes Essverhalten beeinflussen. Neben den altbekannten Risiken durch eine zu fett-, salz- oder zu zuckerreiche Ernährung sowie einen Mangel an Ballaststoffen kommen neben einer unzureichenden Verbraucherbildung oder mangelnder hauswirtschaftlicher Kompetenz, einer nur bedingt vorhandenen Vorratshaltung inzwischen eine Zunahme von Essstörungen insbesondere bei jungen Menschen oder Fehl- und Mangelernährung im Alter hinzu. Für gesundes Essen nehmen wir uns zu wenig Zeit. Gemeinschaftsverpflegung und vorgefertigte Produkte sind auf dem Vormarsch. Lebensmittelverschwendung ist ein großes Thema.
Gesundheitsprävention durch gesunde Ernährung bleibt für uns ein zentrales gesellschaftliches Thema und ein wichtiges politisches Anliegen. Wir bleiben skeptisch, ob mit diesem Antrag diese gewünschte Wirkung erreicht werden kann.
Wir beantragen daher Ausschussüberweisung in den Finanzausschuss und mitberatend in den Agrar- und Umweltausschuss. Dafür bitte ich um Zustimmung.



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