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18.06.26 , 13:45 Uhr
B 90/Grüne

Malte Krüger zur Schulentwicklung an der Westküste

Presseinformation Nr. 26.198 17.06.2026
Rede zu Protokoll gegeben!
TOP 24 – Für eine gute Schulentwicklung an der Westküste Dazu sagt der bildungspolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Malte Krüger:
Fokus auf Lehrkräftemangel: Die Westküste im Blick Sehr geehrte Damen und Herren,
Schleswig-Holstein ist regional unterschiedlich, das gilt auch für die Schulen. Die Herausforderungen unterscheiden sich zwischen den Städten und dem Land, zwischen der Ost- und Westküste, dem Hamburger Rand und den Regionen weit weg von den Lehramtsuniversitäten. Insbesondere der Lehrkräftemangel ist ein ungleich verteilter Mangel und benötigt deswegen regional unterschiedliche Lösungsansätze. Deshalb enthalten die vier Pakete zur Lehrkräftegewinnung eine Vielzahl an Maßnahmen. Ausreichend Lehrkräfte an den Schulen zu haben, ist essenziell für eine gute Schulentwicklung und damit auch für die Entwicklung einer ganzen Region.
An der Westküste liegen die Kreise mit hohem Bedarf an Lehrkräften, deswegen ist hier Abordnung Plus ein ganz wichtiges Instrument. Diese ist für die Westküste wichtig, um Planstellen mindestens vorübergehend zu besetzen und die Unterrichtsversorgung zu gewährleisten. Dabei ist mir wichtig: Die Debatte über Abordnung Plus wird gerade in den Städten oft kritischer wahrgenommen, als es die landesweiten Zahlen nahelegen: Im vergangenen Jahr wurden über 90 Prozent der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst befristet oder unbefristet in den schleswig-holsteinischen Schuldienst übernommen. Die „Abwanderung“ lag damit unter zehn Prozent, wobei darin auch Lehrkräfte enthalten sind, die sich nach dem Vorbereitungsdienst zunächst dagegen entscheiden, direkt in den Schuldienst zu gehen. Die zehn Prozent sind also wirklich ein sehr guter Wert, zumal Schleswig-Holstein gleichzeitig auch Lehrkräfte aus anderen Bundesländern gewinnt.
Dazu kommt der Anwärtersonderzuschlag, mit dem Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst an Grundschulen und Förderzentren in den Bedarfskreisen eine höhere Vergütung vom Land bekommen. Auch dieses Instrument zeigt Wirkung: Im letzten Schuljahr wurden 47 Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst mit dieser Zulage eingestellt, im laufenden Schuljahr sind es bereits 83. Auch beim Sonderzuschlag sollten wir in Zukunft überlegen, diesen weiter auszubauen und auch auf Gemeinschaftsschulen auszuweiten. Dies alles ist eine wichtige Grundlage für eine regionale Schulentwicklung an der Westküste.
Wichtig ist auch, die Entwicklung der Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe zu unterstützen. In Dithmarschen gibt es bisher noch keine Gemeinschaftsschule mit Oberstufe und dabei ist hier das Abitur für alle möglich ohne erneuten Schulwechsel. Ich halte die Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe für die Bildungsgerechtigkeit für ein wichtiges Angebot. Zudem stimmt es natürlich, dass die Wege zur Schule in Dithmarschen, Steinburg und Nordfriesland einfach sehr lang werden können. Jugendliche fragen sich, warum sie doppelt so lange zum Gymnasium fahren sollen, wenn sie auch auf die örtliche Gemeinschaftsschule gehen können. Gleichzeitig sind die Wege zu den Berufsschulen auch weit, während aber die Ausbildungsbereitschaft bei Betrieben hoch ist.
Zusammenfassend: Es braucht an der Westküste spezielle Maßnahmen gegen den regionalen Lehrkräftemangel, damit wir dort eine zukunftssichere Schulentwicklung in den kommenden Jahren ermöglichen. Um alle Wege offen zu halten, sind unserer Meinung nach langfristig zusätzliche Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe und verlässliche Kooperationsvereinbarungen wichtig.
Vielen Dank.
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Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel
T 0431 988 1503 M 0172 541 83 53 presse@gruene.ltsh.de sh-gruene-fraktion.de

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