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19.06.26 , 16:59 Uhr
FDP

Bernd Buchholz zu TOP 50 "Sicherstellung der Fährverbindung Missunde durch strategische Neuausrichtung"

19.06.2026 | Verkehr
Bernd Buchholz zu TOP 50 "Sicherstellung der Fährverbindung Missunde durch strategische Neuausrichtung" In seiner Rede zu TOP 50 (Sicherstellung der Fährverbindung Missunde durch strategische Neuausrichtung) erklärt der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Bernd Buchholz:
„Die Kollegin Pauls hat mit einem vom Grundsatz her Recht: Die Geschichte ist ein wirkliches Fiasko. Ich muss ehrlich sagen, ich überlege die ganze Zeit, ob ich nicht auch Anteil daran habe, an dem Fiasko. Ich habe mal zu einem bestimmten Zeitpunkt auch dieses Ministerium geführt, und zu dem Zeitpunkt haben wir entschieden, dass ein Neubau hermuss. Damals ging die Diskussion um die Frage, soll der wasserstoffgetrieben sein? Das ging dann alles nicht und wurde dann anders entschieden. Ich erinnere mich nicht daran, dass wir eine LKN-Planung vorliegen hatten, die diese Dimension irgendwie aufzeichnet. Das habe ich, glaube ich, nicht mehr entschieden. Ich weiß nicht, wer das dann entschieden hat. Kollege Madsen, ich jedenfalls habe das nicht entschieden.
Im Ergebnis muss man nur heute fairerweise wirklich sagen, das, was da dann geplant und in Auftrag gegeben worden ist, ist eine Fehlkonstruktion. Für diesen Ort ist die Missunde III viel zu groß dimensioniert. Sie ist in der Tat vor dem Hintergrund der Strömungsverhältnisse da schwierig fahrtauglich. Das ist einfach eine Fehlkonstruktion, bei der man sagen muss: Scheiße passiert. Damit müssen wir jetzt umgehen. Und eins, Kollegin Nitsch, muss ich sagen: Sie gehen mir etwas zu heftig mit dem Wirtschaftsminister um an der Stelle. Ja, denn ich habe in der letzten Wirtschaftsausschusssitzung das erste Mal erlebt, dass Claus Madsen völlig ohne Sprechzettel, ohne abzulesen, alle technischen Details der Fähre, die kaputt gegangen sind, direkt frei vortragen konnte. Ich hatte kurzfristig das Gefühl, der Mann hat seine wahre Bestimmung gefunden und will nächstes Jahr nicht mehr als Minister antreten, sondern er will Fährmann werden. Und im Ernst: Dass er sich damit zu wenig beschäftigt hätte, das kann man wirklich nicht sagen, denn ich finde schon, da kümmert sich an der Stelle einer, aber das ist ehrlich gesagt ja auch nicht leicht zu lösen.
Die Entscheidung damals, einen Neubau in Auftrag zu geben, ist gefallen, weil man gesagt hat, die Missunde II wird kein Fährzeugnis mehr bekommen. Sie wird kein Fährzeugnis, nicht mal eine ordentliche Verlängerung bekommen. Dass sie die dann bekommen hat, hat mich überrascht, hat alle Beteiligten überrascht. Aber, Frau Kollegin Nitsch, dass Sie in Ihrem Antrag mit dem Satz ‚Sollte sich die Fähre ‚Missunde III‘ nicht als dauerhaft verlässlich für den Betrieb an der Schleiquerung Missunde erweisen, so wird die bewährte Fähre ‚Missunde II‘ kurzfristig wieder in Betrieb genommen, um die Fährverbindung ohne weitere Einschränkungen ab 2027 sicherzustellen. Das kann sie nicht. Die Fähre Missunde II kann einen dauerhaften Betrieb an der Schlei nicht sicherstellen, weil die Zweifel daran, dass sie eine Verlängerung eines Fährzeugnisse bekommt, nicht nur groß sind, sondern weil es in Wahrheit ausgeschlossen ist, dass sie dauerhaft ohne Umbaumaßnahmen ein Fährzeugnis bekommen wird. Und deshalb gibt es jetzt nicht mehr die Alternative. Und Das ist das, was ich auch in der Region immer vorwerfe: Zurück zu schönen alten Zeiten geht nicht. Es gibt jetzt nur zwei Alternativen: Entweder man muss in den sauren Apfel beißen und mit der Missunde III jetzt versuchen, so gut es geht, in den nächsten Jahren weiterzufahren, und das wird man müssen. So schlimm das ist, man wird das müssen. Und wenn man in der Tat zu einem bestimmten Zeitpunkt zu der Auffassung kommt, das Ding ist eine solche Fehlkonstruktion, dann wird man einen neuen Auftrag erteilen müssen, eine Fähre neu zu konstruieren. Nur machen Sie sich dann nichts vor: Dieser Auftrag bedeutet neue Planung und dann bedeutet er eine neue Konzeption und dann bedeutet er einen neuen Bau und dann reden wir über 2030 folgende, bis eine neue Fähre einsatzbereit wäre. Kurzfristig löst man damit das Problem auch nicht.
Deshalb werden wir uns bei Ihrem Antrag enthalten. Sie suggerieren da etwas, Frau Kollegin, Sie suggerieren, als ob die alte Missunde II die Lösung des Problems sein könnte. Das kann sie nicht und das geht auch nicht. Deshalb kann ich mich bei Ihrem Antrag nur enthalten und dem Antrag der Koalitionsfraktionen zustimmen. Aber ich sage auch, bei einer solchen Fehlkonstruktion, und wenn sie sich als eine solche herausstellt, dann muss man auch einfach Fehler einräumen und sagen: Leute, dann muss etwas Neues her, dann muss kleiner dimensioniert, anders konstruiert für die Schlei eine vernünftige Fähre hergestellt werden.
Ich will zum Abschluss sagen: Wer das immer auch zu verantworten hat, wir werden uns damit sicherlich nochmal beschäftigten im Ausschuss.“
Sperrfrist Redebeginn!
Es gilt das gesprochene Wort.



Bernd Buchholz Sprecher für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Innen & Recht, Justiz, Wohnungsbau, Kommunales, Medien, Digitalisierung, Migration, Extremismus/Verfassungsschutz, Polizei, Datenschutz, Landesplanung, Zusammenarbeit HH-SH


Kontakt: Eva Grimminger, v.i.S.d.P. Pressesprecherin
Tel.: 0431 988 1488 fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de



FDP-Fraktion Schleswig-Holstein, Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: www.fdp-fraktion-sh.de

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