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10.07.26 , 12:59 Uhr
FDP

Heiner Garg: Erst liefern, dann neue Kita-Großprojekte versprechen

10.07.2026 | Kita
Heiner Garg: Erst liefern, dann neue Kita-Großprojekte versprechen Zu den Äußerungen von Kita-Ministerin Aminata Touré zur Einführung eines verpflichtenden Kita- Jahres erklärt der Parlamentarische Geschäftsführer und kitapolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Heiner Garg: 
„Die Diskussion über ein verpflichtendes Kita-Jahr ist richtig und wichtig. Allen Kindern müssen bereits in der frühkindlichen Bildung faire Startchancen eröffnet werden. Denn Bildungsbiografien dürfen nicht von der sozialen Herkunft abhängen. Deshalb ist das Ziel richtig, auch die etwa acht Prozent der Kinder in Schleswig- Holstein zu erreichen, die bislang keine Kita besuchen.
Allerdings frage ich mich, warum die seit 2022 dafür zuständige Kita-Ministerin Aminata Touré das verpflichtende Kita-Jahr nicht längst auf den Weg gebracht hat? Nun etwas für die nächste Wahlperiode zu versprechen, was in dieser Legislaturperiode nicht einmal ansatzweise angepackt wurde, ist schlicht lächerlich. Schlimmer noch, Ministerin Touré hat noch nicht einmal die im Koalitionsvertrag versprochenen Punkte umgesetzt. Weder wurde die Qualität in den Kitas verbessert noch wurden die Elternbeiträge gesenkt. Die Bilanz der Ministerin im Bereich Kita ist so ernüchternd, dass die Menschen davon ausgehen müssen, dass auch das verpflichtende Kita-Jahr nur ein leeres Versprechen sein dürfte. Denn Aminata Touré formuliert ein Wahlkampfziel, hat aber weder eine Vorstellung von den entstehenden Kosten noch ein tragfähiges Konzept für die praktische Umsetzung im Gepäck. Während einige Kitas gegenwärtig über freie Plätze verfügen, bestehen andernorts weiterhin Wartelisten im zweistelligen Bereich. Die Idee eines verpflichtenden Kita-Jahres trifft daher auf regional sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Herausforderungen.  Zudem bleibt völlig offen, welche finanziellen Folgen nach der Landtagswahl auf die Eltern zukommen könnten. Der statische Beitragsdeckel für Eltern muss ohne Hintertürchen auch in der kommenden Legislatur verteidigt werden. Alles andere schafft nur unnötige Verunsicherung.
Es kommt insbesondere darauf an, wieder einen festen Fachkraft-Kind-Schlüssel mit mindestens zwei Fachkräften pro Gruppe zu gewährleisten, den Kitaministerin Touré mit der Kitareform 2025 leider geschliffen hat. Wir müssen die Arbeitsbedingungen der Kita-Beschäftigten stärken. Dadurch wird ebenso die Betreuungsqualität und die Attraktivität der Kinderbetreuung in einer Kita verbessert. Ein verpflichtendes Kita-Jahr braucht zuallererst ein tragfähiges Personal-, Finanzierungs- und Umsetzungskonzept.
Bevor Frau Touré jetzt neue Großprojekte ankündigt, die zudem innerhalb der schwarz-grünen Koalition nicht abgestimmt sind, sollte sie bei bereits beschlossenen Maßnahmen endlich mehr Tempo machen. Der Entwicklungsfokus Viereinhalbjährige wäre ein maßgeblicher Fortschritt, um Entwicklungs- und Förderbedarfe frühzeitig zu erkennen und tatsächlich alle jungen Kinder zu erreichen. Die schleppende Umsetzung mit einer verbindlichen Erfassung der sprachlichen Fähigkeiten erst ab 2028 wird dem bestehenden Handlungsdruck nicht gerecht.“ Heiner Garg Sprecher für Soziales, Gesundheit, Familie, Kita, Jugend, Senioren, Sucht, Europa


Kontakt: Eva Grimminger, v.i.S.d.P. Pressesprecherin
Tel.: 0431 988 1488 fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de



FDP-Fraktion Schleswig-Holstein, Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: www.fdp-fraktion-sh.de

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