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12.08.26 , 11:51 Uhr
FDP

Anne Riecke: Stellen erst zu streichen und teilweise zurückzugeben, ist kein bildungspolitischer Aufbruch

12.08.2026 | Bildung
Anne Riecke: Stellen erst zu streichen und teilweise zurückzugeben, ist kein bildungspolitischer Aufbruch Zur heutigen Schuljahrespressekonferenz von Bildungsministerin Dr. Dorit Stenke erklärt die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Anne Riecke:
„Was die Bildungsministerin heute als großen Aufbruch präsentiert, ist bei näherer Betrachtung leider keiner. Statt wirklich neue Konzepte für die aktuellen Herausforderungen unserer Schulen vorzulegen, werden Maßnahmen als Erfolg gefeiert, die zu einem erheblichen Teil lediglich die Folgen der eigenen Kürzungspolitik abmildern.
Während der Haushaltskonsolidierung wurden mehr als 600 Stellen im Bildungsbereich gestrichen. Jetzt gibt die Landesregierung etwas mehr als 200 Stellen wieder in das System – und das bei gleichzeitig deutlich steigenden Schülerzahlen. Das anschließend als großen bildungspolitischen Erfolg zu verkaufen, ist bemerkenswert.
Wer erst Stellen abbaut und anschließend einen Teil davon wieder zurückgibt, hat noch keinen zusätzlichen Lehrer gewonnen. Schon gar nicht angesichts der wachsenden Schülerzahlen und der ohnehin großen Belastung unserer Schulen.
Besonders unverständlich ist für mich der Umgang mit denjenigen, die sich bereits auf den Weg in den Lehrerberuf gemacht haben. Viele Vertretungsstellen werden mit Menschen besetzt, die über eine entsprechende Qualifikation verfügen, teilweise bereits ein Referendariat absolviert haben und damit wertvolle Erfahrungen für den Schuldienst mitbringen. Diese Menschen unterrichten teilweise über längere Zeit an unseren Schulen – und bekommen trotzdem lediglich einen befristeten Vertretungsvertrag statt einer verlässlichen beruflichen Perspektive.
Wer ein Lehramtsstudium absolviert, ein Referendariat erfolgreich abgeschlossen und anschließend als Vertretungslehrkraft Unterricht übernommen hat, hat sich bewusst für diesen Beruf entschieden und sich professionalisiert. Diese Menschen müssen wir halten und ihnen eine Perspektive geben – gerade dann, wenn sie bereits über längere Zeit an einer Schule eingesetzt werden.
Natürlich kann Vertretungsbedarf entstehen. Aber wenn eine Lehrkraft über längere Zeit an derselben Schule gebraucht wird, stellt sich doch die Frage, warum daraus nicht auch eine dauerhafte Beschäftigungsperspektive entsteht. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, wie viele Stellen die Ministerin heute auf einer Pressekonferenz verkünden kann. Entscheidend ist, wie viele zusätzliche Lehrkräfte tatsächlich angesichts der steigenden Schülerzahlen zur Verfügung stehen, wie sich die Schüler-Lehrer- Relation entwickelt und wie viel zusätzlicher Unterricht tatsächlich bei den Schülerinnen und Schülern ankommt. Und da konnte die Bildungsministerin leider keine wesentlichen Verbesserungen präsentieren.“



Anne Riecke Sprecherin für Bildung, Kultur, Landwirtschaft, Fischerei, Jagd, Verbraucherschutz, Religion, Minderheiten, Umwelt, Klimaschutz


Kontakt: Sina Schmalfuß, v.i.S.d.P. stv. Pressesprecherin
Tel.: 0431 988 1490 fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de



FDP-Fraktion Schleswig-Holstein, Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: www.fdp-fraktion-sh.de

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