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Anne Riecke: Qualzucht muss konsequent verhindert werden, denn Wegschauen ist keine Option
19.08.2026 | LandwirtschaftAnne Riecke: Qualzucht muss konsequent verhindert werden, denn Wegschauen ist keine Option Zur heutigen mündlichen Anhörung zum Antrag der FDP-Fraktion „Einsatz für wirksame Verhinderung von Qualzucht“ erklärt die agrarpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Anne Riecke:„Sowohl die schriftliche als auch die heutige mündliche Anhörung haben sehr deutlich gemacht, dass wir aus den seit Langem vorliegenden Erkenntnissen endlich Konsequenzen ziehen müssen. Qualzucht führt noch immer viel zu häufig zu erheblichem und von Menschen verursachtem Tierleid. Tiere leiden unter Atemnot, Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder chronischen Erkrankungen und werden durch einseitige Zuchtziele körperlich überfordert.Deshalb reichen Aufklärung und gute Absichten nicht aus. Das bestehende Qualzuchtverbot muss auf Grundlage der vorliegenden Erkenntnisse weiterentwickelt und konkretisiert werden, damit es in der Praxis wirksam durchgesetzt werden kann. Dafür brauchen wir klare Kriterien, wirksame Kontrollen und angemessene Sanktionsmöglichkeiten. Unerlässlich ist deshalb, dass Schleswig- Holstein mit einer Bundesratsinitiative auf eine zielgerichtete Weiterentwicklung des Tierschutzgesetzes hinwirkt. Qualzucht muss konsequent verhindert werden, denn Wegschauen ist keine Option.Besonders wichtig ist uns, dass der Schutz nicht an der Stall- oder Wohnungstür enden darf. Insbesondere die CDU-Fraktion hatte darauf bestanden, die Anhörung auf Heimtiere zu begrenzen. Das ist der falsche Weg. Ich kann nicht akzeptieren, dass wir beim Hund sagen, diese Zucht verursacht Leid und muss verhindert werden, und beim Nutztier setzen wir Scheuklappen auf, weil es einem anderen Zweck dient. Schmerz ist Schmerz und Leiden ist Leiden.Mehrere Anzuhörende haben auf zuchtbedingte gesundheitliche Probleme bei landwirtschaftlich genutzten Tieren hingewiesen. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, Landwirtinnen und Landwirte anzugreifen. Sie bewegen sich innerhalb gewachsener Zuchtstrukturen und stehen zugleich unter wirtschaftlichem Druck. Es ist deshalb Aufgabe der Politik, nicht gegeneinander, sondern gemeinsam mit Landwirtschaft, Zuchtverbänden und Wissenschaft Bedingungen zu schaffen, unter denen Tiergesundheit und Tierwohl bei Zuchtentscheidungen stärker berücksichtigt werden. Wir sehen unverändert Handlungsbedarf und sind der Auffassung, dass das bestehende Qualzuchtverbot konsequent durchgesetzt und dort, wo es notwendig ist, konkretisiert werden muss. Dabei müssen Heimtiere ebenso wie landwirtschaftlich genutzte Tiere berücksichtigt werden. Der Schutzstandard für ein Tier sollte sich nicht daran bemessen, ob es auf dem Sofa liegt oder im Stall steht.“ Anne Riecke Sprecherin für Bildung, Kultur, Landwirtschaft, Fischerei, Jagd, Verbraucherschutz, Religion, Minderheiten, Umwelt, Klimaschutz de FDP-Fraktion Schleswig-Holstein, Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: www.fdp-fraktion-sh.de