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27.08.26 , 17:13 Uhr
FDP

Christopher Vogt zu TOP 28 "Für faire Strompreise und effiziente Netznutzung"

27.08.2026 | Energie
Christopher Vogt zu TOP 28 "Für faire Strompreise und effiziente Netznutzung" In seiner Rede zu TOP 28 (Für faire Strompreise und effiziente Netznutzung: Reform der deutsch luxemburgischen Stromgebotszone voranbringen) erklärt der Vorsitzende und energiepolitische  der FDP-Landtagsfraktion, Christopher Vogt: 
„Bisher ist der deutsche Strommarkt – vor allem aus norddeutscher Sicht – überhaupt nicht sinnvoll reguliert: Es gibt regionalisierte Netzentgelte, aber eine bundesweite Strompreiszone. Das ist absolut kontraproduktiv. Andersherum wäre es deutlich sinnvoller. Skandinavien macht es uns vor.
Die einheitliche deutsch-luxemburgische Stromgebotszone bildet regionale Unterschiede bei Stromerzeugung, Verbrauch und Netzengpässen nur unzureichend ab. Schleswig-Holstein profitiert deshalb preislich und wirtschaftlich nur sehr begrenzt von seinem hohen Anteil an erneuerbaren Energien. Wir müssen den hohen Anteil an erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung viel stärker wirtschaftlich nutzen und unsere Interessen auf der Bundesebene und auch auf der europäischen Ebene selbstbewusster vertreten.
Die Änderung unserer Stromgebotszone hin zu einer ‚Nordic Twin Sea Zone‘ mit Dänemark würde zur besseren Verknüpfung von erneuerbaren Energien, der Wasserstoffproduktion und unser industriellen Wertschöpfung beitragen. Das zeigen auch die bereits bekannten Publikationen der IHK Schleswig-Holstein und der FH Westküste. Die Landesregierung muss sich deshalb nun sehr aktiv und auch sehr selbstbewusst auf der Bundes- und der EU-Ebene für diese regionale Strompreiszone einsetzen. Das fordern wir als FDP-Fraktion ja schon lange.
Wir freuen uns, dass dies nun auch die Koalitionsfraktionen sehr offensiv einfordern. Es ist ein gutes Zeichen, dass es dazu jetzt sogar einen gemeinsamen Antrag aller fünf Fraktionen zu diesem sinnvollen Vorschlag gibt und dass es somit gleich – aller Wahrscheinlichkeit nach – zu einem einstimmigen Beschluss des Landtages kommen wird. Ich freue mich auch deshalb darüber, weil man die Energiewende mit diesem Konzept deutlich marktwirtschaftlicher gestaltet. Gestern hat die Kollegin von Kalben von den Grünen noch bedauert, dass wir hier keinen Sozialismus haben – wobei man bei einer Staatsquote von über 50 Prozent ja trefflich darüber streiten kann, ob wir diesen nicht fast schon erreicht haben. Heute gehen die Grünen mit diesem Antrag immerhin einen Schritt in Richtung Marktwirtschaft mit. Gut so, liebe Grüne! Machen Sie bitte weiter so! Es wird auch höchste Zeit! Denn eine planwirtschaftlich organisierte Energiewende, die Leistung nicht belohnt, sondern bestraft, wird absehbar scheitern.
Die Abschaltungen von Windrädern und anderen Anlagen müssen weiter reduziert und der hier erzeugte Strom bei uns im Norden verbraucht werden. Ich sagte es gestern bereits: Die Northvolt- Ansiedlung und auch das Wasserstoff-Großprojekt ‚HyScale 100‘ sind gescheitert. Es braucht jetzt gerade für die Westküste neue Projekte, die die viele grüne Energie vor Ort nutzen und echte Wertschöpfung hier in Schleswig-Holstein schaffen! Es ist unseren Bürgern auch nicht mehr zuzumuten, dass sie über höhere Netzentgelte finanziell benachteiligt werden, weil man hier den Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreibt – und sie im Gegenzug über den Strompreis nicht profitieren. Mit dem IHK-Konzept einer neuen ‚Nordic Twin Sea Zone‘ haben wir einen entscheidenden – marktwirtschaftlichen – Hebel, damit die Strompreise sinken können. Auch aus der Kurzstudie der FH Westküste wissen wir, dass dies nicht nur rechtlich möglich wäre, sondern sich auch finanziell lohnt: Mit mindestens drei Gigawatt flexibler Elektrolyse kann der durchschnittliche Strompreis um rund vier Prozent sinken. Die Abregelungen von Anlagen könnte in Schleswig-Holstein um 75 Prozent zurückgehen. Zudem würden wir mit dem neuen Marktdesign auch die Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung der grünen Wasserstoffproduktion in Schleswig-Holstein stärken. Durch einen Erneuerbaren-Anteil von dauerhaft über 90 Prozent können Elektrolyseure perspektivisch mehr als 5.000 Volllaststunden erreichen. Die Studie der FH-Westküste hält ein Preisniveau für heimischen grünen Wasserstoff von etwa drei bis fünf Euro pro Kilogramm für möglich.
Insgesamt wäre die Reform der Strompreiszone ein extrem wichtiger Schritt, damit die Energiewende gelingen kann und damit die Wirtschaft und die privaten Haushalte endlich entlastet werden können. Dafür müssen jedoch noch sehr dicke Bretter gebohrt werden. Die schwarz-rote Bundesregierung will bisher an einer einheitlichen deutschen Strompreiszone festhalten. Die Landesregierung muss deshalb viel lauter werden. Es reicht nicht aus, wenn der Ministerpräsident auf jeder Veranstaltung bedauert, dass der hier erzeugte Strom zu wenig auch hier vor Ort genutzt werden kann. CDU und Grüne müssen jetzt vor allem in Süddeutschland Überzeugungsarbeit leisten. Die Grünen müssen also vor allem Cem Özdemir davon überzeugen. Daniel Günther muss seinen besonderen Freund Markus Söder davon überzeugen. Schleswig- Holstein darf nicht unter einer zerstrittenen Union leiden.
Aber im Ernst: Auf Dauer wäre ein marktwirtschaftliches Design für alle sinnvoll. Für meine Fraktion ist klar: Energie muss bezahlbar bleiben bzw. wieder werden. Wir müssen auf marktwirtschaftliche Anreize und auf mehr Innovationen setzen, wenn die Energiewende denn tatsächlich gelingen soll. Ich bedanke mich bei den Kolleginnen und Kollegen der anderen Fraktionen für den gemeinsamen Antrag und bedanke mich für die Aufmerksamkeit!“
Sperrfrist Redebeginn!
Es gilt das gesprochene Wort. Christopher Vogt Sprecher für Wissenschaft/Hochschule, Energie


Kontakt: Eva Grimminger, v.i.S.d.P. Pressesprecherin
Tel.: 0431 988 1488 fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de



FDP-Fraktion Schleswig-Holstein, Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: www.fdp-fraktion-sh.de

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