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Silke Backsen zum Schutz von Wolf und Nutztieren
Presseinformation Nr. 26.252 27.08.2026Schutz für Wolf und Nutztiere Zur heutigen (27.08.2026) Landtagsdebatte zu TOP 18 – Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Landesjagdgesetzes und anderer Regelungen anlässlich der Aufnahme des Wolfes in das Bundesjagdgesetz – sagt die tierschutzpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Silke Backsen:Während nach unserem geltenden Landesrecht der Wolf eine jagdbare Art mit ganzjähriger Schonzeit ist, hat der Bund entschieden, dass der Wolf jetzt tatsächlich bejagt werden soll. Ich halte das für einen schwierigen Weg, wenn nicht sogar einen Irrweg, der möglicherweise auch noch von Gerichten eingeholt werden kann. Denn der Wolf ist weiterhin eine auch EU-rechtlich geschützte Art und sein Erhaltungszustand darf nicht durch menschliches Eingreifen verschlechtert werden.Es bleibt abzuwarten, ob mit den jagdrechtlichen Vorgaben den Tierhalter*innen wirklich geholfen wird. Ich habe großes Verständnis für die Situationen vor Ort, wenn es tatsächlich zu Wolfsrissen gekommen ist. Das sind emotional belastende Anblicke und Situationen, die für die Tierhalter*innen extrem schwierig sind.Aus Sicht der Grünen wird das Vorgehen einem auf Wissenschaft und Fakten basierten Wolfsmanagement nicht gerecht und verfehlt das Ziel, den Schutz von Weidetieren zu verbessern. Die Annahme, dass die anlasslose Bejagung von Wölfen Risszahlen bei Weidetieren senken oder zu einem Meidungsverhalten gegenüber Herden führen würde, bleibt bis heute wissenschaftlich unbelegt und wird durch mehrere Studien in Zweifel gezogen.Anlasslose Bejagung schafft nicht mehr Sicherheit für Weidetierbetriebe, sondern kann durch Zerstörung der Rudelstruktur, insbesondere bei Abschuss der Elterntiere, sogar zu mehr Rissen führen, wie Fachleute warnen. Jagd ist aus meiner Sicht nicht die Lösung für eine Koexistenz von Wölfen und Weidehaltung und auf jeden Fall ist die Bejagung kein Ersatz für Herdenschutz. Denn es wird weiter Wolfsrudel geben, es wird weiter durchziehende Einzeltiere geben.Wir haben hier im Land ein gutes Wolfsmanagement aufgebaut. Bei sehr langsam steigenden Wolfszahlen ist die Zahl der Nutztierrisse rückläufig. Wenn Nutztiere geschützt werden, suchen sich die Wölfe Wildtiere als Beute, was ja auch ihrem natürlichen Verhalten entspricht. Erlernen junge Wölfe dieses Verhalten im Rudel von den erfahrenen Leittieren, werden sie es beibehalten. Haben sie jedoch wiederholt Nutztiere erbeutet und gelernt, Zäune zu überwinden und werden sie als Problemwölfe eingestuft, dann müssen sie entnommen werden – keine Frage.Den bisher erfolgreichen Weg aus Beratung und Förderung beim Herdenschutz, Entnahme einzelner Wölfe sowie Entschädigung im Schadensfall werden wir hoffentlich in Schleswig-Holstein auch weiter gemeinsam beschreiten - denn wir sehen natürlich auch die Nöte und Sorgen der Tierhalter*innen vor Ort.*** Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 KielT 0431 988 1503 M 0172 541 83 53 presse@gruene.ltsh.de sh-gruene-fraktion.de