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Nelly Waldeck zum Landesnahverkehrsplan und der Bäderbahn
Presseinformation Nr. 26.260 28.08.2026Es gilt das gesprochene Wort!TOP 38+63 – Zukunft der Bäderbahn jetzt absichern!Dazu sagt die verkehrspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Nelly Waldeck:Bäderbahn wird Teil des Landesnahverkehrsplans Sehr geehrte Frau Präsidentin, Liebe Kolleg*innen,ich freue mich heute, über die Vorhaben zu sprechen, die den ÖPNV in Schleswig- Holstein in den nächsten Jahren besser machen sollen. Es geht in diesem LNVP, das kann so deutlich gesagt werden, nicht um riesige verkehrspolitische Visionen. Es geht darum, Schritt für Schritt daran zu arbeiten, dass Züge pünktlicher kommen, dass sie zuverlässiger werden, dass die Platzkapazitäten reichen und dass wir unser Netz weiter verdichten, um Fahr- und Wartezeiten zu verkürzen.Ganz entscheidend für diese Projekte sind die 200 Millionen Euro aus dem Sondervermögen, die wir in die Schiene investieren. Damit schaffen wir überhaupt erst die finanzielle Grundlage für viele der Ausbauvorhaben, die wir jetzt als gesetzt benennen können. Und wir sehen gleichzeitig, wie dringend diese Investitionen gebraucht werden. Schleswig-Holstein hat eine sehr gute Nutzung des Deutschlandtickets. Jede sechste Person hier im Land besitzt ein Abo. Das ist ein großer Erfolg. Und es zeigt: Die Menschen wollen Bus und Bahn nutzen, wenn das Angebot bezahlbar ist. Und das, obwohl es gerade noch an vielen Stellen zu unzuverlässig ist.Aber natürlich hat das auch eine Konsequenz. Die Züge werden voller. Und zwar nicht nur auf einzelnen Strecken, sondern in allen Regionen des Landes. Deshalb müssen wir dort, wo es regelmäßig zu Überfüllungen kommt, das Angebot und die Platzkapazitäten verbessern. Ein Beispiel dafür ist die Verlängerung von Bahnsteigen, damit längere Züge fahren können. Ein anderes, besonders wichtiges Projekt für mehr Zuverlässigkeit ist der Ausbau der Strecke von Neumünster nach Bad Oldesloe. Wir brauchen diese Strecke dringend. Bei jeder Baustelle im Knoten Hamburg müssen unsere vollsten Züge in Pinneberg enden und alle Gäste aus Flensburg, Kiel und Neumünster in die S-Bahn steigen. Das ist nervig, kostet viel Zeit und führt zu ständigen Verspätungen und Problemen. Viel einfacher wäre es, eine Umleiterstrecke für mehr Resilienz zu haben und zumindest einzelne Züge über Bad Segeberg und Bad Oldesloe zu führen. Ehrlich gesagt hätten wir diese Strecke schon vor Jahren gebraucht. Umso dringender ist es, dass sie jetzt kommt.Deshalb haben wir das Projekt auch über das Sondervermögen abgesichert und wollen die Planung zügig voranbringen. Mit diesem Ausbau kommt gleichzeitig eine Verbindung, die sinnvoll ist: Der RE78 von Kiel über Bad Segeberg und Bad Oldesloe nach Hamburg. Damit bekommt nicht nur unsere Landeshauptstadt einen 20-Minuten- Takt nach Hamburg, wir erschließen auch ein enormes Fahrgastpotenzial im Nordosten Hamburgs. Gerade für Menschen aus Stormarn werden die Verbindungen deutlich schneller und attraktiver. Doch eine gute Umleiterstrecke kann nicht die funktionierende Hauptstrecke ersetzen. Der Ausbau des 3. und 4. Gleises zwischen Elmshorn und Pinneberg bleibt eines der zentralsten Ausbauprojekte Schleswig-Holsteins.Der Landesnahverkehrsplan hat dieses Mal eine andere Struktur. Es wird statt in priorisiert und nicht priorisiert in drei Kategorien unterteilt: gesetzte Projekte, Projekte, die erst geplant werden, und Projekte, die zunächst untersucht werden. Dabei geht es nicht nur um Finanzierung, sondern auch um den Umsetzungsstand der Projekte. Damit diese Vorhaben zügig vorankommen, brauchen wir schlanke Planungs- und Genehmigungsverfahren und ausreichend Personal für beides.Deshalb ist es so wichtig, dass wir die Nah.SH personell gut aufstellen. Mit dem letzten Haushalt haben wir durch die Fraktionen die Infrastrukturabteilung noch besser aufgestellt. Und in diesem Haushaltsverfahren wurde das Amt für Planfeststellung von den Personalkürzungen ausgenommen, um keine Engpässe bei Genehmigungen zu schaffen. Die Regionalisierung von Infrastruktur könnte ein Baustein für eine schnellere Umsetzung von Infrastrukturmaßnahmen sein. Auch dieses Vorhaben findet sich im neuen Landesnahverkehrsplan wieder.Was sich bisher noch nicht wiederfindet, ist der Betrieb der Bäderbahn. Wir haben bereits 2022 im Koalitionsvertrag festgeschrieben, dass wir die Bäderbahn erhalten wollen. Die Entscheidung 2014 zwischen Bund, Land und der Deutschen Bahn, die Strecke stillzulegen und den Nahverkehr nur auf der Neubautrasse zu bestellen, war schon damals nicht gut. Vor dem Hintergrund, dass die Züge gerade jeden Sommer in Timmendorfer Strand vollkommen überfüllt sind, ist sie jetzt fatal.Deswegen ist es wichtig, dass die Gespräche zwischen Bund, DB und dem Land nun endlich auf einem guten Weg sind, die Bestandsstrecke zu erhalten. Und damit ist es auch folgerichtig, den Betrieb der Strecke als gesetztes Projekt mit in den Landesnahverkehrsplan aufzunehmen.Ich freue mich riesig über diesen Schritt. Und ich verstehe den Wunsch Haffkrugs, statt zweier Bahnhöfe eine direkte Verbindungskurve zwischen den zwei Strecken zu entwickeln. Aber wir müssen eben darüber sprechen, dass solche neuen Planungen zu Verzögerungen im Zeitplan führen können. Die Elektrifizierung funktioniert voraussichtlich ohne Planfeststellungsverfahren. Bei der Verbindungsstrecke ist das leider nicht der Fall. Ich bin sehr dankbar, dass wir nach so vielen Jahren großer Unsicherheit nun endlich in der Situation stehen, den Betrieb auf der Bäderbahn im Landesnahverkehrsplan zu sichern, und denke, das sollte gerade im absoluten Vordergrund stehen.Vielen Dank.***Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 KielT 0431 988 1503 M 0172 541 83 53 presse@gruene.ltsh.de sh-gruene-fraktion.de