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Heiner Garg zu TOP 47 "Konsequenzen aus dem Anschlag auf den CSD in Berlin"
28.08.2026 | QueerHeiner Garg zu TOP 47 "Konsequenzen aus dem Anschlag auf den CSD in Berlin" In seiner Rede zu TOP 47 (Freiheit schützen – Hass bekämpfen – Vielfalt verteidigen: Konsequenzen aus dem Anschlag auf den CSD in Berlin) erklärt der Parlamentarische Geschäftsführer und queerpolitische Sprecher, Heiner Garg: „Der Anschlag auf den CSD in Berlin ist der bisherige Gipfel einer gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit in Deutschland, die übrigens bis hin zur Entmenschlichung von einzelnen Gruppen reicht, und zwar von queeren Menschen. Es ist der Gipfel, weil die Welt, wie wir sie uns alle wünschen würden, bunt, lustig, vielfältig und davon profitieren alle, so nicht ist, wobei ich nicht weiß, ob es die Welt jemals so gegeben hat in Deutschland. Aber die Welt 2026 ist in Wahrheit eine, in der queere Menschen beschimpft, bespuckt, verprügelt und krankenhausreif geschlagen werden mit gebrochenen Kiefern, mit gebrochenen Nasen, mit geschwollenen Augen.Und was queere Menschen jeden Tag, zigtausendfach, auf Social Media inzwischen ertragen müssen – ich zitiere, und zwar auch mit Erlaubnis desjenigen, aus dessen Social-Media -Account das stammt: ‚Menschen wie du gehören ins Lager. Kack-LGBTQ+-Dreck.‘ Weitere Kostprobe: ‚Wenn wir regieren, wird endlich mit dir und deiner Sippe aufgeräumt. Wir werden jeden Einzelnen von euch finden.‘ Das sind nur zwei Beispiele von Zehntausenden, jeden Tag in den sozialen Medien. Schamlos und eine Entmenschlichung der schlimmsten Art und Weise, die sich dann im realen Leben in Gewalt gegen queere Menschen niederschlägt.Ich will mit etwas Positivem weitermachen, weil ich oft und gerne und laut diese Landesregierung kritisiere. Ich finde es richtig, und ich habe mich darüber gefreut, dass Daniel Günther, der Ministerpräsident dieses Landes, die Schirmherrschaft für alle CSDs übernommen hat. Das ist das richtige Signal in einer verdammt schwierigen Zeit. Ich will aber auch sehr deutlich sagen, ich hätte mir ein solches Signal, ein so starkes Signal auch von unserem Bundeskanzler gewünscht. Der Bundeskanzler Friedrich Merz bringt es nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin, bei dem eine Mutter eines queeren Menschen ihr Leben verloren hat, umgebracht worden ist, nicht fertig, zunächst mal zu sagen, was tatsächlich passiert ist. Es war ein Anschlag auf die queere Community. Ja, es war auch ein Anschlag auf die freie Gesellschaft. Aber zunächst einmal war es ein Anschlag auf queere Menschen. Das kann, soll und darf man ruhig in einem solchen Moment auch sagen. Aber wer auf die Frage, ob er sich einen schwulen Bundeskanzler vorstellen könnte, antwortet, solange sich das im Rahmen der Gesetze bewegt, sagt das doch viel darüber aus, wie über diese Menschen, wie über uns in Wahrheit gedacht wird, nach wie vor an der Spitze der Politik. Ja, ich hoffe, dass sich jede Bundeskanzlerin und jeder Bundeskanzler im Rahmen der Gesetze bewegt, der noch folgen wird in dieser Republik.Der interfraktionelle Antrag ist deswegen so wichtig, weil Demokratie stirbt, wenn wir leise bleiben. Demokratie stirbt, wenn wir wegschauen. Demokratie stirbt, wenn wir denken, es wird schon nicht so schlimm kommen. Und Demokratie stirbt, wenn wir denken, na ja, mich wird es ja schon nicht treffen. Rechtsextreme und Islamisten im Geiste vereint sind dabei, unsere liberale Demokratie zu zerstören. Und es macht mich immer noch fassungslos, wie eine Parteivorsitzende einer rechtsradikalen Partei sich dann hinstellt und sagt, sie ist nicht queer. Das wird sie im Zweifel vor Verfolgung nicht schützen, diese Aussage. Was uns schützt, was die liberale Demokratie schützt, ist das, was Justin Trudeau, der ehemalige liberale Premierminister in Kanada, schon vor zehn Jahren gesagt hat: ‚Vielfalt ist unsere Stärke.‘“Sperrfrist Redebeginn!Es gilt das gesprochene Wort. Heiner Garg Sprecher für Soziales, Gesundheit, Familie, Kita, Jugend, Senioren, Sucht, Europa Kontakt: Eva Grimminger, v.i.S.d.P. Pressesprecherin Tel.: 0431 988 1488 fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de FDP-Fraktion Schleswig-Holstein, Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: www.fdp-fraktion-sh.de