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15.09.26 , 15:32 Uhr
Landtag

MIT SPERRFRIST: Zwischen Sammlung und Sanierung: Kunsthalle zu Kiel eröffnet Gastausstellung im Kieler Landeshaus

Nr. 072 / 15. September 2026
SPERRFRIST heute 20 Uhr


Zwischen Sammlung und Sanierung: Kunsthalle zu Kiel eröffnet Gastausstellung im Kieler Landeshaus

Die Kunsthalle zu Kiel ist zu Gast im Landeshaus: Landtagspräsidentin Kristina Herbst hat am Dienstagabend (15. September) gemeinsam mit der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) und der Kunsthalle die Ausstellung „Zwischen Sammlung und Sanierung – Die Kunsthalle zu Kiel zu Gast im Landeshaus“ eröffnet. Bis zum 29. November sind im Landeshaus ausgewählte Werke aus der Sammlung der derzeit sanierungsbedingt geschlossenen Kunsthalle sowie historische Fotografien und Dokumente zur Geschichte des Museums zu sehen.
Die Ausstellung ist Teil der gemeinsamen Reihe „Kulturland Schleswig-Holstein“ von Landtag und IB.SH. Zur Eröffnung im Schleswig-Holstein-Saal begrüßte Landtagspräsidentin Kristina Herbst die Gäste. Erk Westermann-Lammers, Vorsitzender des Vorstandes der IB.SH, und die neue Direktorin der Kunsthalle zu Kiel, Stefanie Böttcher, sprachen Grußworte. Regina Göckede, stellvertretende Direktorin der Kunsthalle und Kuratorin der Ausstellung, führte in die Ausstellung ein. Musikalisch gestalteten Nils Rohwer an der Percussion und Michael Neher an der Handpan den Abend.
Landtagspräsidentin Herbst würdigte die Kunsthalle als eine Institution, deren Bedeutung weit über Kiel hinausreiche. Als Museum der Christian-Albrechts-Universität erfülle sie einen zentralen Bildungs- und Kulturauftrag für das ganze Land. Zugleich hob Herbst hervor, wie wichtig gerade während der mehrjährigen Sanierung Möglichkeiten seien, Kunst weiterhin öffentlich zugänglich zu machen: „Ein Museum ohne eigenes Haus ist wie ein Landtag ohne Plenargebäude: Politik darf sich nicht allein hinter verschlossenen Türen abspielen – und Kunst will nicht dauerhaft nur im Depot lagern, sondern öffentlich rezipiert werden.“ Wo Menschen zusammenkämen, entstünden Diskurs und gemeinsame Reflexion. Die seit Herbst 2023 für die Öffentlichkeit geschlossene Kunsthalle habe dabei gezeigt, dass eine Schließung keineswegs Stillstand bedeuten müsse, sagte Herbst. Mit Ausstellungen an anderen Orten, Veranstaltungen, Kunstspaziergängen und Workshops bleibe das Museum präsent und treibe zugleich die Digitalisierung seiner Bestände voran. Mit Blick auf die für 2029 geplante Wiedereröffnung sagte die Landtagspräsidentin: „Das Gebäude, an dem viele von uns jeden Tag vorbeifahren, mag im Moment verpuppt sein. Aber ich habe den Eindruck, dass darin gerade ein wunderschöner Schmetterling heranwächst, der uns ab 2029 sehr viel Freude bereiten wird.“
„Zur Geschichte unseres Landes gehört die Entwicklung von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ebenso wie die Entwicklung einer vielfältigen Kulturlandschaft. Sie wird getragen von Institutionen und vor allem von Menschen, die Kunst und Kultur sammeln, bewahren und vermitteln – und die immer wieder neue Zugänge schaffen“, stellte Erk Westermann-Lammers, der Vorstandsvorsitzende der IB.SH heraus. Er betonte, dass die Ausstellung der Werke der Kunsthalle sehr gut zur Reihe „Kulturland Schleswig-Holstein“ von Landtag und Investitionsbank Schleswig-Holstein passe.
Die Ausstellung verbindet die aktuelle Situation der Kunsthalle mit einem Blick auf ihre Geschichte. Historische Fotografien und Dokumente aus den Archiven der Kunsthalle und des Schleswig- Holsteinischen Kunstvereins zeichnen die Entwicklung des 1909 eröffneten Museums am Düsternbrooker Weg bis in die Gegenwart nach. Ihnen stehen Gemälde, Skulpturen und Fotografien aus der Sammlung gegenüber, die sich auf unterschiedliche Weise mit Architektur, Konstruktion, Bauen und der Gestaltung von Räumen auseinandersetzen. Die Auswahl reicht vom späten 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart und verbindet damit Museumsgeschichte mit rund hundert Jahren Kunstgeschichte.
Stefanie Böttcher, Direktorin der Kunsthalle zu Kiel sagte: „Seit vergangenem April weiß ganz Kiel nicht nur davon, dass seine Kunsthalle wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten geschlossen ist, sondern Kiel sieht und hört es auch. Es passiert etwas in der Kunsthalle, vor der Kunsthalle und mit dem Start der Bauarbeiten rückt auch die Wiedereröffnung Stück für Stück näher. Bis dahin haben wir die Chance und auch die Aufgabe in Mainz und Schleswig-Holstein durch „Pop-Up- Ausstellungen“ an wechselnden Orten und durch „zu Gast bei“-Auftritten in unterschiedlichen Sammlungen die Kunst zu den Menschen zu bringen. „Zwischen Sammlung und Sanierung“ – der Titel der Ausstellung transportiert es: Wir befinden uns in einer Übergangsphase, in einem Zwischenraum, mitten in einer Lücke. Das beflügelt.“
Für Böttcher war die Eröffnung zugleich einer ihrer ersten öffentlichen Termine als neue Direktorin der Kunsthalle und die erste Ausstellungseröffnung in dieser Funktion. Sie hat ihr Amt zum 1. September übernommen. Die Ausstellung wurde von Dr. habil. Regina Göckede kuratiert, die die Kunsthalle zuvor kommissarisch geleitet hatte.
Dr. habil. Regina Göckede, stellvertretende Direktorin der Kunsthalle zu Kiel und Kuratorin der Ausstellung führte aus: „Zehn Jahre nach der letzten Präsentation ist die Kunsthalle zu Kiel nun erneut mit ausgewählten Beständen ihrer Sammlung im Landeshaus zu Gast. Die Rahmenbedingungen sind diesmal besondere: Aufgrund der laufenden Sanierungsarbeiten musste die gesamte Sammlung ausgelagert werden. Seit der Schließung der Kunsthalle im September 2023 waren deshalb vergleichsweise wenige Werke zu sehen. Umso mehr freuen wir uns, dass wir im Rahmen der Reihe „Kulturland Schleswig-Holstein“ eine Auswahl davon wieder in einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentieren können. Zugleich nehmen wir die Baumaßnahmen zum Anlass, die wechselvolle Geschichte des 1909 feierlich eröffneten Museumsbaus am Düsternbrooker Weg zu erzählen.“
Herbst erinnerte bei der Eröffnung auch an die bürgerschaftlichen Wurzeln der Kunsthalle. Mit der Gründung des Schleswig-Holsteinischen Kunstvereins 1843 hätten kunst- und bildungsbegeisterte Bürgerinnen und Bürger den Grundstein für die Sammlung gelegt. Bis heute trügen der Kunstverein, der Stifterkreis der Kunsthalle und die Karl-Walter Breitling und Charlotte Breitling- Stiftung wesentlich zur Entwicklung des Hauses bei.
Die Ausstellung ist zugleich das letzte Projekt der Reihe „Kulturland Schleswig-Holstein“ in der laufenden Legislaturperiode. Herbst zog anlässlich der Eröffnung eine positive Bilanz der Zusammenarbeit von Landtag, Kulturinstitutionen und IB.SH. Die Ausstellungen der Reihe machten sichtbar, „wie viel künstlerisches, kuratorisches, museales und bürgerschaftliches Engagement es in unserem Land gibt“. Zugleich unterstrich sie die gesellschaftliche Bedeutung der Begegnung von Politik und Kultur: „Kultur bedeutet Selbstvergewisserung, Identität und Standortbestimmung. Kunst hinterfragt scheinbar Gegebenes und schafft Gegenwelten, Denkräume, Utopien. Beides ist unverzichtbar für eine demokratische Gesellschaft.“
Die Zusammenarbeit von Landtag und Investitionsbank soll fortgesetzt werden. Die IB.SH sei seit weit über einem Jahrzehnt ein verlässlicher Partner der Kulturförderung im Landeshaus, sagte Herbst und kündigte an, dass die Kooperation über 2026 hinaus weitergeführt werde.
Die Kunsthalle zu Kiel wird derzeit umfassend saniert. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde dafür vollständig geräumt. Die Kernsanierung soll das Haus baulich, technisch und organisatorisch für die kommenden Jahrzehnte aufstellen und zugleich die Bedingungen für Besucherinnen und Besucher verbessern. Die Wiedereröffnung ist für 2029 geplant. Die Sammlung der Kunsthalle reicht von der Dürerzeit bis zur Gegenwart und umfasst unter anderem mehr als 1.100 Gemälde, rund 30.000 grafische Werke und etwa 300 Skulpturen sowie Fotografien und Videoarbeiten.
„Zwischen Sammlung und Sanierung – Die Kunsthalle zu Kiel zu Gast im Landeshaus“ ist vom 16. September bis zum 29. November 2026 täglich von 10 bis 18 Uhr im Landeshaus zu sehen. Der Eintritt ist frei. Für den Zutritt zum Landeshaus ist ein amtlicher Lichtbildausweis erforderlich. Während der Laufzeit bietet die Kunsthalle Führungen durch die Ausstellung an.

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