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Tobias Koch: TOP 24: Eine flexible Kita-Bedarfsplanung stärkt die Verlässlichkeit
Kinderbetreuung | 16.09.2026 | Nr. 279/26Tobias Koch: TOP 24: Eine flexible Kita- Bedarfsplanung stärkt die Verlässlichkeit Es gilt das gesprochene Wort!Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren,es ist noch gar nicht so lange her, da waren fehlende Kita-Plätze ein großes Problem in Schleswig-Holstein und die Oppositionsführerin wurde nicht müde, dies der Landesregierung vorzuwerfen. Landtagsrede Serpil Midyatli vom 14. Dezember 2023 – ich zitiere: „Heute aber fehlen in Schleswig-Holstein immer noch 15.600 Plätze“ - Zitat Ende. Das ist gerade einmal zweieinhalb Jahre her und dennoch ist die Situation heute eine völlig andere.Landesweit fehlen heute keine Kita-Plätze mehr, sondern im Gegenteil: Landesweit sind tausende von Kita-Plätzen frei und unbesetzt.Auf diese Entwicklung hatte ich bereits in meiner Rede vom Februar diesen Jahres hier im Landtag hingewiesen und diese Entwicklung hat sich mit dem jetzt begonnenen neuen Kita-Jahr weiter fortgesetzt.Das ist zunächst einmal ein Grund zur Freude. Fehlende Kita-Plätze waren ein großes Problem für die Familien bei uns im Land und für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Es ist deshalb gut, dass die Situation heute eine andere ist. Ich bin der Opposition dankbar, dass sie uns mit ihrem Antrag Gelegenheit gibt, das einmal hervorzuheben.Diese Tatsache verdanken wir den Kommunen, die in zusätzliche Kitas investiert haben. Land und Bund haben in der Vergangenheit diese Baumaßnahmen gefördert.Die Politik hat damit ihre Hausaufgaben gemacht, um dieses Problem zu lösen. Auch das kann man in der heutigen Zeit ruhig einmal betonen.Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass zu der schnellen Entwicklung der letzten Jahre die rückläufigen Geburtenzahlen in Schleswig-Holstein beigetragen haben. Im letzten Jahr wurden bei uns im Land über 3.000 Kinder weniger geboren als noch zu Beginn der Wahlperiode im Jahr 2022.Und auch mit der rückläufigen Zahl von neu eintreffenden Asylbewerbern und Schutzsuchenden aus der Ukraine kommen weniger Kinder zu uns nach Schleswig- Seite 1/2 Pressesprecher Steven Nowak | Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel 0431/988-1440 | info@cdu.ltsh.de | http://www.cdu.ltsh.de Holstein, für die es einen Kita-Platz braucht.All das stellt die Kita-Bedarfsplanung vor eine maximale Herausforderung, denn die Geburten- und Zuwanderungszahlen in diesem Jahr wirken sich unmittelbar auf die erforderliche Anzahl von Kita-Plätzen im nächsten Jahr aus. Eine Bedarfsplanung, die nahezu unverrückbar für drei Jahre Gültigkeit besitzt und die Zahl der Kita-Plätze für diesen Zeitraum verbindlich festschreibt, kann deshalb bereits im zweiten Jahr deutlich überholt sein.Das wiederum führt zu einem ganz neuen Problem, nämlich zu hohen Leerstandskosten. Auch freie Kita-Plätze verursachen Personal- und Sachkosten und das muss von den Kommunen bezahlt werden. Genauer gesagt von den Landkreisen, die sich über Kreisumlage bei Städten und Gemeinden finanzieren. Die dramatische Finanzlage der Kommunen ist uns nun aber allen sehr wohl bewusst. In diesen Zeiten Leerstand zu finanzieren, ist deshalb eine unsinnige und unzumutbare Belastung für alle kommunalen Haushalte.Deshalb meine Damen und Herren, hat unsere Landesregierung, haben wir als Koalition, reagiert und die Bedarfsplanung flexibilisiert.Die verbindliche Gültigkeit wurde von drei auf zwei Jahre verkürzt und im Falle einer Auslastung von weniger als 93 Prozent kann bereits nach einem Jahr eine Anpassung erfolgen. In der Konsequenz bedeutet das, dass dann einzelne Gruppen oder im Zweifelsfall auch eine Kita geschlossen werden. Das geht für die Kinder mit einem Wechsel in die Nachbargruppe oder sogar in eine andere Kita einher. Und auch für die Mitarbeitenden ergeben sich daraus berufliche Veränderungen. Das will ich hier klar und offen benennen und gar nicht um den heißen Brei herumreden.Zum einen bin ich mir aber sicher, dass sich alle Kommunalpolitikerinnen und -politiker dieser Folgen sehr wohl bewusst sind und deshalb vor Ort sehr verantwortungsvoll mit der Entscheidung über Schließungen umgehen werden.Zum anderen erspart die zügige Anpassung der Kita-Plätze an den tatsächlichen Bedarf nicht nur hohe Leerstandskosten, sondern sie trägt auch dazu bei, die Verlässlichkeit der Kinderbetreuung weiter zu verbessern, indem die knappen Personalressourcen dort eingesetzt werden, wo sie am effektivsten zum Einsatz kommen – nämlich in einer voll besetzten Kita-Gruppe und nicht in einer Gruppe mit freien Plätzen. Und auch dazu trägt die schnelle und flexible Anpassung der Kita- Plätze an den tatsächlichen Bedarf bei.Meine Damen und Herren, trotzdem sind das wahrlich keine leichten Entscheidungen, aber sie sind in den heutigen Zeiten erforderlich. Ein Aussetzen dieser gerade erst neu geschaffenen Flexibilität der Bedarfsplanung kommt deshalb für uns nicht in Betracht. Wir lehnen den Antrag der Opposition aus diesem Grund ab. Seite 2/2 Pressesprecher Steven Nowak | Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel 0431/988-1440 | info@cdu.ltsh.de | http://www.cdu.ltsh.de