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Anette Röttger: TOP 14: Mobbing müssen wir gemeinsam wirksam begegnen
Mobbing | 16.09.2026 | Nr. 285/26Anette Röttger: TOP 14: Mobbing müssen wir gemeinsam wirksam begegnen Es gilt das gesprochene Wort!Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen,Kinder gehen manchmal ruppig miteinander um und klären den Umgang miteinander auf ihre Weise. Das ist uns allen bekannt und das darf auch mal so sein.Wird daraus allerdings ein systematisches, wiederholtes und langfristiges Schikanieren, ein Ausgrenzen oder ein Bedrohen einer Person durch eine oder mehrere Personen, sprechen wir von Mobbing. Dagegen muss möglichst schnell und professionell gehandelt werden. Klare Regeln und Grenzen aber auch gelebte Rituale im Schulalltag helfen.Rückblickend auf meine eigene Kindheit habe ich wohl Glück gehabt. In den 70er Jahren brachte ich als plattdeutsch sprechendes, rothaariges Kind vom Bauernhof beste Voraussetzungen mit, die in der Grundschule hätten dazu führen können, „gehänselt“ zu werden – wie man es damals sagte.Aber meine Schule hat funktioniert. Meine Klassenlehrerin hat genau hingeschaut, genau zugehört, unsere individuellen Kompetenzen entdeckt und zu einer guten und vertrauten Klassengemeinschaft beigetragen. Ich konnte zur Einschulung bereits eine Schleife binden. Schnell standen meine Klassenkameraden da, um sich von mir die Schuhe zubinden zu lassen. Sie wären sonst nicht raus auf den Schulhof gekommen.Auch heute ist es nicht nur in der Grundschule, sondern auch an den weiterführenden Schulen ausgesprochen wichtig, dass Schule ein Ort gelebter Wertschätzung ist. Leistung kann sich nur dort entfalten, wo sich Schülerinnen und Schüler wohlfühlen, sich gegenseitig ermutigen und respektieren.Mobbing und Cybermobbing beeinträchtigen das Wohlbefinden, die Lernentwicklung und das soziale Klima an Schulen erheblich. Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, alles zu tun, damit Schule ein sicherer und vertrauensvoller Ort bleibt, an dem sich alle Schülerinnen und Schüler wohlfühlen und angstfrei weiterentwickeln. Dazu wurde der schulpsychologische Dienst erheblich ausgebaut. 18,3 Millionen Euro stehen auch in diesem Jahr allein für die Schulsozialarbeit zur Verfügung.Jeder Fall von Mobbing ist einer zu viel! Das sage ich hier sehr deutlich. Wer von Seite 1/2 Pressesprecher Steven Nowak | Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel 0431/988-1440 | info@cdu.ltsh.de | http://www.cdu.ltsh.de Gleichaltrigen gekränkt, verletzt oder gar im Netz bloßgestellt wird, verliert nicht nur sein Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl, sondern einhergehend auch die Freude am Lernen und schlimmstenfalls die Freude am Schulbesuch insgesamt.Um Mobbing-Vorfälle möglichst zu verhindern oder ihnen zumindest frühzeitig entgegenzutreten, braucht es für alle an Schule Beteiligten klare, anwendbare Leitlinien. Was ist zuerst zu tun, welche Maßnahmen haben Klassenlehrkraft, Vertrauenslehrkräfte und Schulleitung bei einem Mobbing-Vorfall einzuleiten? Wir setzen auf Nähe, passgenaue Intervention und vor allem auf kontinuierliche Begleitung.Hier in Schleswig-Holstein verfügen wir über diese Strukturen und Angebote zur Prävention und Intervention gegen Mobbing an unseren Schulen. Selbsternannte externe Experten, die Mobbingfälle in die Öffentlichkeit ziehen, braucht es nicht. Professionalität und nachhaltiger Kompetenzaufbau in der Schule, darauf kommt es an.Gerne erinnere ich mich an einen Schulbesuch in einer Grundschule, in der die letzten fünf Minuten einer Unterrichtsstunde der gegenseitigen Wertschätzung dienten. Hier wurde geklärt, was gut gelaufen ist. Es wurde aber auch darüber gesprochen, wo vereinbarte Regeln nicht eingehalten wurden. Das sind wertvolle, vertrauensbildende fünf Minuten. Sie beugen Mobbing vor und dienen einem gelebten guten Miteinander!Unsere Schulen können das! In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Prävention am IQSH haben die multiprofessionellen Teams an allen unseren Schulen verbindliche Präventions- und Interventionskonzepte für eine sichere, gesunde und starke Schule auf den Weg gebracht. Grundlage ist ein vom Land bereitgestellter Leitfaden. Auch ein 2025 aktualisierter Notfallwegweiser liegt in den Schulen vor.Die Qualifizierung schulischer Fachkräfte in Gesprächsführung und Mobbingintervention stärkt die Eigenverantwortung der Schulen. Das erwarten wir auch weiterhin im Rahmen der Lehrerausbildung.„Hänseln – das gehört sich nicht“, so hat man es früher auf eine Kurzformel gebracht. „Mobbing müssen wir gemeinsam wirksam begegnen.“ So sagen wir es heute. Ich bitte um Zustimmung zu unserem Alternativantrag. Seite 2/2 Pressesprecher Steven Nowak | Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel 0431/988-1440 | info@cdu.ltsh.de | http://www.cdu.ltsh.de