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Sebastian Bonau zu den Sportmöglichkeiten und der Förderung des Sports
Presseinformation Nr. 26.279 16.09.2026Es gilt das gesprochene Wort!TOP 15 – Sportmöglichkeiten digital sichtbar machen Dazu sagt der Abgeordnete Sebastian Bonau in Vertretung für den sportpolitischen Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Jasper Balke:Der Sport verwaltet sich selbst, das Modell hat sich bewährt Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, Sport ist mehr als Freizeitgestaltung und braucht Strukturen, auf die man sich verlassen kann. Deshalb war es richtig, dass wir die Sportförderung 2022 mit einem eigenen Gesetz auf verlässliche Füße gestellt haben. Und die vielleicht wichtigste Erkenntnis dieser Evaluation lautet: Dieses Gesetz funktioniert. Wir haben uns als Land damals ganz bewusst entschieden, dass der organisierte Sport seine Angelegenheiten grundsätzlich selbst verwaltet. Dass der Landessportverband oder die Sportgesellschaft sich nicht jedes Jahr aufs Neue an politische Stimmungen anpassen und die Sportförderung nicht beliebig nach oben oder unten schwankt, sondern möglichst frei von politischen Einzelinteressen erfolgt, ist eine ganz bewusste und gerade in der aktuellen Zeit genau die richtige Entscheidung gewesen. Der Sport verwaltet sich selbst, das Modell hat sich bewährt, es bedeutet aber nicht, dass wir aus der Evaluation nichts lernen können. Der Landesrechnungshof hat beispielsweise zu Recht mehr Transparenz bei der Wirtschaftsführung angemahnt. Der Landessportverband (LSV) stellt deshalb auf kaufmännische Buchführung um. Künftig sollen Wirtschaftsprüfer*innen im Einvernehmen mit dem Land bestellt und regelmäßig gewechselt werden. Das halte ich für richtig. Aber ich halte es auch für richtig, dafür nicht sofort das Gesetz mit immer neuen Detailvorschriften zu überfrachten. Kontrolle dort, wo sie notwendig ist – und gleichzeitig die Autonomie des Sports bewahren. Und wenn wir mal ehrlich sind, die größere Herausforderung liegt ohnehin an anderer Stelle: beim Geld und vor allem bei unserer Infrastruktur. Die Evaluation bestätigt, dass die vom LSV nachgewiesenen Mehrbedarfe die ursprünglich vorgesehene Zusatzförderung von einer Million Euro deutlich übersteigen. Allein der erfasste Sanierungsbedarf der vereins- und verbandseigenen Sportstätten liegt inzwischen bei rund 80 Millionen Euro. Über 90 Prozent der gemeldeten Sanierungen werden als sofort oder kurzfristig notwendig eingeschätzt. Und dabei reden wir noch gar nicht über den gesamten kommunalen Sanierungsstau. Das Land hat deshalb seit 2017 bereits erhebliche Summen investiert. Ich möchte diese Summen jetzt gar nicht alle aufzählen, denn zur Ehrlichkeit gehört dazu, dass der Investitionsbedarf erheblich größer bleibt als es die öffentlichen Haushalte aktuell abbilden könnten. Jahrzehntelanges Nicht-Investieren, um keine Schulden zu machen führt eben einfach zu anderen Schulden in Form von fehlender Infrastruktur und in diesem Bereich konkret in Sportstätten und Bewegungsmöglichkeiten. Wenn wir deshalb also in die Zukunft blicken, dann braucht es einen ganz klaren Investitionsplan gemeinsam getragen von Land, allen Kommunen und vor allem mit der Sportfamilie, den Vereinen und Verbänden. Wir müssen deutlich machen, dass wir nicht in jeder Gemeinde eine Sportstätte haben können und dass sich Kreise gemeinsam mit Vereinen und Verbänden möglicherweise in Form von Zweckverbänden zusammenschließen müssen, um dann aber auch für größere Einzugsgebiete Angebote zur Verfügung zu stellen. Denn kluge Investitionen in Sport sind Investitionen in Gesundheit, in Ehrenamt, in gesellschaftlichen Zusammenhalt und letztlich auch in unsere Demokratie und deshalb sollten auch wir den Sport noch weiter ressortübergreifend betrachten. Der Sport bedient als einzelner Bereich viele staatliche und gesellschaftliche Ziele - freie und niedrigschwellige Angebote, öffentliche Bewegungsmöglichkeiten sind gelebte Gesundheits- und Demokratieförderung, trotzdem braucht es dafür keine zusätzliche App, denn an Informationsmöglichkeiten im Internet mangelt es schließlich wirklich nicht. Ich denke, dass uns dieser Geist des Sports auch weiterhin bei der Umsetzung des Zukunftsplans Sportland SH und der 118 Handlungsempfehlungen leiten sollte. Beim Lenkungsausschuss Sportland lassen sich sicherlich noch einige Verbindlichkeiten und Monitoring-Instrumente ansiedeln und auch an anderen Stellen wie im FAG bedarf es künftig Anpassungen, um konkrete Investitionspläne abzubilden. Unser Sportfördergesetz als solches bietet für all dies eine hervorragende Grundlage, die aus dem Bericht resultierenden Empfehlungen werden wir umsetzen und ich danke dem Ministerium und dem Landessportverband für den ausführlichen Evaluationsbericht und die Arbeit, freue mich auf die weitere Zusammenarbeit und die Aufmerksamkeit. ***Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 KielT 0431 988 1503 M 0172 541 83 53 presse@gruene.ltsh.de sh-gruene-fraktion.de