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Andrea Tschacher: TOP 23: Wer Pflege übernimmt, braucht verlässliche Unterstützung im Alltag
Pflegende Angehörige | 17.09.2026 | Nr. 288/26Andrea Tschacher: TOP 23: Wer Pflege übernimmt, braucht verlässliche Unterstützung im Alltag Es gilt das gesprochene Wort!Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen,diese Debatte könnte zeitlich kaum passender sein. Gerade in dieser Woche findet in Schleswig-Holstein die Woche der pflegenden Angehörigen statt. Sie rückt diejenigen in den Mittelpunkt, ohne die unsere pflegerische Versorgung nicht funktionieren würde.Über 200.000 An- und Zugehörige, Freundinnen, Freunde und Bekannte pflegen, unterstützen, organisieren und begleiten in Schleswig-Holstein einen pflegebedürftigen Menschen. Viele tun dies neben Beruf und Familie und häufig über Jahre hinweg. Diese Leistung verdient unseren Respekt und unsere Anerkennung.Aber, liebe Kolleginnen und Kollegen: Anerkennung allein reicht nicht. Wer Pflege übernimmt, braucht verlässliche Unterstützung im Alltag. Für uns ist deshalb seit langem klar: Pflege und Beruf müssen besser miteinander vereinbar sein. Dafür müssen wir aber nicht erst eine neue Untersuchung auf den Weg bringen und anschließend eine weitere Strategie entwickeln oder Berichte erstellen lassen.Entscheidend ist, bestehende Maßnahmen konsequent umzusetzen, bedarfsgerecht weiterzuentwickeln und vorhandene Daten und Erkenntnisse besser zu nutzen. Mit dem Maßnahmenpaket zur Sicherstellung der pflegerischen Versorgung in Schleswig- Holstein haben die Akteurinnen und Akteure im Landespflegeausschuss wichtige Schritte vereinbart.Dazu gehören die betrieblichen Pflege-Guides, die Beschäftigten Orientierung geben, wenn Pflegeverantwortung übernommen werden muss. Zum Auftakt der Aktionswoche standen sie bei NAH.SH im Mittelpunkt. Dieses Angebot wollen wir weiterentwickeln und dabei insbesondere kleine und mittlere Unternehmen stärker in den Blick nehmen. Ebenso wichtig sind gut vernetzte Beratungs- und Unterstützungsangebote sowie verlässliche Entlastungsmöglichkeiten. Denn Pflege und Beruf lassen sich nur dann miteinander vereinbaren, wenn Pflegeverantwortung auch einmal verlässlich abgegeben werden kann. Auch ehrenamtliches Engagement kann dabei einen wichtigen Beitrag leisten. Es ergänzt professionelle Angebote und kann pflegende An- und Zugehörige im Alltag zusätzlich unterstützen. Fast 70 Prozent Seite 1/2 Pressesprecher Steven Nowak | Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel 0431/988-1440 | info@cdu.ltsh.de | http://www.cdu.ltsh.de der Pflegenden sind im erwerbsfähigen Alter.Für viele bedeutet das einen täglichen Spagat: Sie wollen für einen geliebten Menschen da sein und zugleich ihren Beruf weiter ausüben. Beides darf kein Widerspruch sein.Auch auf Bundesebene werden wichtige Weichen gestellt. Pflegezeit und Familienpflegezeit müssen praxistauglicher weiterentwickelt werden. Zugleich soll das Pflegeneuordnungsgesetz Pflegebedürftige und ihre An- und Zugehörigen unter anderem durch eine neue Pflegebegleitung, flexibler nutzbare Leistungen und eine bessere Absicherung in akuten Pflegenotfällen entlasten.Bundesgesundheitsminister Linnemann will noch im September einen Kabinettsbeschluss erreichen. Ich begrüße ausdrücklich, dass er zugleich angekündigt hat, die vorgesehene Absenkung der Rentenbeiträge für pflegende Angehörige korrigieren zu wollen. Entscheidend ist, dass dies nun auch umgesetzt wird. Pflegeverantwortung darf nicht zur Armutsfalle im Alter werden.Liebe Kolleginnen und Kollegen, am Ende geht es um die Menschen: Eine Tochter, die nach der Arbeit noch zur Mutter fährt. Ein Ehemann, der seine Frau zu Hause versorgt. Ein Sohn, der versucht, Pflege, Beruf und die eigene Familie miteinander zu vereinbaren. Sie alle übernehmen Tag für Tag Verantwortung. Und sie brauchen verlässliche Unterstützung im Alltag.Dafür steht unser Alternativantrag. Vielen Dank! Seite 2/2 Pressesprecher Steven Nowak | Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel 0431/988-1440 | info@cdu.ltsh.de | http://www.cdu.ltsh.de