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Lasse Petersdotter zur Einrichtung eines Azubiwerks
Presseinformation Nr. 26.280 17.09.2026Es gilt das gesprochene Wort!TOP 11 – Entwurf eines Gesetzes über das Auszubildendenwerk Schleswig-Holstein (Azubiwerksgesetz – AzubiWG) Dazu sagt der Fraktionsvorsitzende der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Lasse Petersdotter:Rückenwind für Auszubildende Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleg*innen,das Azubiwerk soll Auszubildenden Rückenwind geben, ohne Doppelstrukturen zu schaffen. Es gibt bereits heute Institutionen, die Auszubildende unterstützen, etwa die Jugendberufsagenturen, die Kammern und andere. Das Azubiwerk soll aber das leisten, was auch das Studentenwerk leistet: Immer dann Unterstützung zu sein, wenn man sich im Feierabend befindet, und den Auszubildenden die Hilfe anbieten, die sie schlichtweg verdient haben.Diese Unterstützung lässt sich in vier Bereiche unterteilen. Der wichtigste und größte Bereich ist das Wohnen. Wohnen ist für Auszubildende eine riesengroße Herausforderung. Dass die Kammern nach ihrer eigenen Befragung zu der Auffassung kommen, Wohnen und Mieten seien gar nicht so ein großes Problem, ist eine Exklusivmeinung. Andere Erhebungen spiegeln das nicht wider. Der jüngste Auszubildendenreport des DGB zeigt ganz eindeutig, dass Wohnen zu den großen Herausforderungen für Auszubildende gehört.Viele Auszubildende wohnen bei ihren Eltern. Nicht immer aus freier Entscheidung, sondern häufig, weil die Rahmenbedingungen keine andere Wahl lassen. Teilweise würden sie sehr gerne woanders eine Ausbildung aufnehmen, können das aber aufgrund des Wohnraummangels nicht. Da soll das Azubiwerk unterstützen.Ein weiterer Bereich ist die Beratung. Dabei spielt die allgemeine Verweisberatung eine große Rolle. Wer zum Azubiwerk geht, soll an die anderen guten Beratungsangebote, etwa bei den Kammern, weiterverwiesen werden. Es kann aber auch Beratungsangebote geben, die vom Azubiwerk selbst neu geschaffen werden. Weitere Unterstützungsleistungen sollen zudem sowohl finanzielle Hilfen als auch die Gemeinschaft sein, die ein Azubiwerk bieten kann.Bedauerlicherweise haben die IHK und die Handelskammer nach ihren selbst durchgeführten Befragungen einen anderen Fokus gesetzt und heben hervor, dass Mobilität das größte Problem von Auszubildenden sei. Mobilität und Wohnen sind jedoch zwei Seiten der gleichen Medaille. Je näher ich bei meinem Ausbildungsplatz wohnen kann, desto weniger Mobilitätsherausforderungen habe ich. Außerdem können Arbeitgeber*innen ihren Auszubildenden auch heute schon Jobtickets anbieten. Das passiert leider immer noch viel zu selten.Die Befürchtung, dass das Azubiwerk zu zentral organisiert wäre, lässt sich aus dem Gesetzentwurf nicht herleiten. Womöglich wird es eine Art Hauptstandort geben, aber das Azubiwerk soll explizit ein dezentrales Unterstützungsangebot für Auszubildende werden.Ich freue mich sehr, dass wir diesen wichtigen Gesetzentwurf jetzt diskutieren und ins parlamentarische Verfahren geben. Die Markt- und Bedarfsanalyse dazu soll Ende des Jahres vorgestellt und dem Parlament zugeleitet werden. Sie ist insbesondere für die Frage wichtig, wo Wohnheime entstehen sollen. Dass wir das Azubiwerk schon bis zum Anfang nächsten Jahres auf den Weg bringen wollen, spricht meiner Auffassung nach nicht dagegen.Ich freue mich auf das parlamentarische Verfahren, denn eines ist klar: Auch Auszubildende haben Rückenwind und adäquate Unterstützung verdient.Vielen Dank! *** Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 KielT 0431 988 1503 M 0172 541 83 53 presse@gruene.ltsh.de sh-gruene-fraktion.de