Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.

Datenschutzerklärung

17.09.26 , 12:51 Uhr
FDP

Anne Riecke zu TOP 19 "LeA.SH auf den Prüfstand stellen"

17.09.2026 | Bildung
Anne Riecke zu TOP 19 "LeA.SH auf den Prüfstand stellen" In ihrer Rede zu TOP 19 (LeA.SH auf den Prüfstand stellen – Lernstandserhebungen wissenschaftlich evaluieren) erklärt die bildungspolitische Sprecherin der FDP- Landtagsfraktion, Anne Riecke:
„Wir sprechen in diesem Haus immer wieder über PISA, Bildungsmonitoring und die Frage, wie wir besser erkennen können, wo unsere Schülerinnen und Schüler stehen. Genau deshalb sind Lernstandserhebungen wichtig. Und ich möchte daran erinnern: Wir als FDP haben Lernstandserhebungen selbst nach dem Vorbild Hamburgs gefordert. Wir wollen wissen, wo Kinder stehen, wo Lernrückstände bestehen und wo Förderung notwendig ist. Deshalb stellen wir LeA.SH auch überhaupt nicht infrage.
Aber eine Lernstandserhebung darf nicht einfach durchgeführt werden und anschließend in einer Schublade verschwinden. Sie muss der Anfang sein – nicht das Ende. Denn wenn wir wissen, was ein Kind kann und wo es Schwierigkeiten hat, muss die nächste Frage lauten: Was tun wir jetzt damit? Unsere Lehrerinnen und Lehrer entscheiden vor Ort, welche pädagogischen Maßnahmen für ihre Schülerinnen und Schüler richtig sind. Und das ist auch gut so. Wir vertrauen unseren Lehrkräften. Aber die einzelne Lehrkraft sieht das einzelne Kind. Das Land muss das gesamte System sehen. Es muss doch ein Interesse daran haben zu wissen: Welche Maßnahmen werden aufgrund der Lernstandserhebungen ergriffen? Welche Ansätze werden gewählt? Und vor allem: Was kommt tatsächlich beim Kind an?
Genau darum geht es in unserem Antrag. Wir wollen LeA.SH wissenschaftlich auswerten lassen. Wir wollen nicht nur wissen, wo Schülerinnen und Schüler stehen. Wir wollen wissen, was aus diesen Erkenntnissen folgt und ob sich dadurch ihre Lernentwicklung verbessert. Und das ist keine theoretische Frage. Nehmen wir EVi als Beispiel: Wenn wir bei viereinhalbjährigen Kindern Entwicklungs- und Sprachförderbedarf feststellen und anschließend fördern, dann muss das Land doch wissen wollen, ob diese Förderung Wirkung zeigt. Wenn ein Kind anschließend in die erste Klasse kommt, muss uns doch interessieren: Hat die Förderung etwas gebracht? Und genauso bei LeA.SH: Wenn wir in Klasse 5 Defizite feststellen, müssen wir doch später überprüfen können, ob diese Defizite aufgeholt wurden. Sonst messen wir zwar – aber wir lernen nicht daraus. 
Genau deshalb wundert es mich, dass man sich gegen eine solche Auswertung offenbar so sehr wehrt. Im Alternativantrag der Koalition ist eine freiwillige Befragung der Lehrkräfte vorgesehen. Das kann sicherlich Erkenntnisse darüber liefern, wie LeA.SH vor Ort wahrgenommen wird. Aber wir sollten unsere Lehrkräfte nicht mit immer neuen Befragungen und zusätzlichen Aufgaben belasten. Wir haben die Daten bereits. Dann sollte es doch möglich sein, diese Daten wissenschaftlich auszuwerten und daraus Erkenntnisse für das gesamte Land zu gewinnen. Wir wollen wissen, welche Maßnahmen aufgrund der Lernstandserhebungen ergriffen werden, was davon wirkt und was zukünftig vielleicht anders gemacht werden muss. Warum wehren wir uns dagegen, genau das herauszufinden?
Wir wollen keine Kontrolle der Lehrkräfte. Wir wollen auch keine Ranglisten von Schulen. Wir wollen ein Bildungsmonitoring, das uns zeigt, wo wir stehen, wo wir besser werden und wo wir nachsteuern müssen. Wir brauchen LeA.SH als Chance für ein echtes Bildungsmonitoring in Schleswig-Holstein. Wir könnten damit erkennen, wo bestimmte Lernprobleme besonders häufig auftreten. Wir könnten schauen, ob sich regionale Unterschiede zeigen. Wir könnten untersuchen, welche Förderansätze besonders erfolgreich sind. Und wir könnten daraus ableiten, wo wir künftig anders oder gezielter handeln müssen. Genau das ist doch der Sinn von Bildungsmonitoring. Wir haben doch selbst den Anspruch einer datengestützten und evidenzbasierten Schulentwicklung formuliert. Dann müssen wir diesen Anspruch auch ernst nehmen.
Es reicht nicht, immer neue Maßnahmen einzuführen und anschließend zu erklären, warum sie sinnvoll sind. Wir müssen wissen, ob sie wirken. Und wenn sie wirken, müssen wir wissen, warum. Wenn sie nicht wirken, müssen wir den Mut haben, sie zu verändern. Das ist kein Misstrauen gegenüber unseren Schulen oder Lehrkräften. Das ist Verantwortung für unser Bildungssystem. Wir wollen LeA.SH nicht abschaffen. Wir wollen LeA.SH nutzen. Wir wollen aus den Ergebnissen lernen – für die Förderung, für den Unterricht und für die nächsten politischen Entscheidungen. Denn am Ende geht es nicht darum, wie viele Lernstände wir erhoben haben. Es geht darum, was wir daraus gemacht haben. 
Und deshalb lautet unsere entscheidende Frage: Was können unsere Schülerinnen und Schüler – und was haben wir als Land dafür getan, dass sie mehr können?“
Sperrfrist Redebeginn!
Es gilt das gesprochene Wort.



Anne Riecke Sprecherin für Bildung, Kultur, Landwirtschaft, Fischerei, Jagd, Verbraucherschutz, Religion, Minderheiten, Umwelt, Klimaschutz Kontakt: Eva Grimminger, v.i.S.d.P. Pressesprecherin
Tel.: 0431 988 1488 fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de



FDP-Fraktion Schleswig-Holstein, Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: www.fdp-fraktion-sh.de

Download PDF

Pressefilter

Zurücksetzen