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Anne Riecke zu TOP 22 "Biogas als tragende Säule der Energiewende stärken"
18.09.2026 | EnergieAnne Riecke zu TOP 22 "Biogas als tragende Säule der Energiewende stärken" In ihrer Rede zu TOP 22 (Biogas als tragende Säule der Energiewende stärken) erklärt die agrarpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Anne Riecke: „Über eines sollten wir uns in Bezug auf Biogas einig sein: Wir sollten eine Energiequelle, die in Schleswig-Holstein über Jahrzehnte aufgebaut wurde und heute einen konkreten Beitrag zu unserer Energieversorgung leistet, nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Deshalb begrüßen wir den Antrag.Biogas ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Energiewende und -sicherheit. Und zwar nicht, weil wir jede Biogasanlage um jeden Preis erhalten müssen. Sondern weil Biogas etwas kann, das Wind und Sonne allein nicht können: Biogas ist speicherbar und steuerbar. Und Biogas kann dann Strom erzeugen, wenn er tatsächlich gebraucht wird. Das ist für uns in Schleswig-Holstein von besonderer Bedeutung.Wir haben hier im Land inzwischen rund 1.500 Biogasanlagen mit einer installierten elektrischen Leistung von rund 600 Megawatt. Das ist vorhandene Infrastruktur. Und hinter dieser Infrastruktur stehen Landwirte, mittelständische Unternehmen, Anlagenbauer, Beschäftigte und Wärmenetze im ländlichen Raum. Wir sollten deshalb aufpassen, dass wir bei der Energiewende nicht immer nur darüber sprechen, was wir neu aufbauen wollen. Wir müssen auch darüber sprechen, was wir bereits haben. Es wäre wirtschaftlich wenig sinnvoll, funktionierende erneuerbare Erzeugungskapazitäten abzubauen, um anschließend festzustellen, dass uns genau diese steuerbare Leistung fehlt. Denn je mehr Wind- und Solarstrom wir erzeugen, desto wichtiger wird die Frage: Was passiert denn in der Dunkelflaute, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint?Genau hier leistet Biogas einen wichtigen Beitrag. Die richtige Antwort lautet deshalb nicht: Biogas gegen Windkraft. Oder Biogas gegen Photovoltaik. Die richtige Antwort lautet: Wind, Sonne, Speicher, Netze und flexible Biomasse müssen zusammenspielen. Und dafür brauchen wir Rahmenbedingungen, die den tatsächlichen Systemnutzen honorieren. Wer flexibel Strom bereitstellt, wenn er gebraucht wird, muss dafür einen wirtschaftlichen Anreiz haben. Wer Wärme in ein kommunales Wärmenetz einspeist, leistet einen anderen Beitrag als eine Anlage, die ausschließlich kontinuierlich Strom produziert. Und wer Gülle, Reststoffe oder Bioabfälle nutzt, leistet einen zusätzlichen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und zum Klimaschutz. Auch das sollte sich in unseren Prioritäten widerspiegeln. Denn wenn eine Biogasanlage genau dann Strom produziert, wenn Wind und Sonne wenig liefern, dann hat diese Kilowattstunde einen anderen Wert als Strom, der in einer ohnehin überversorgten Stunde produziert wird. Das ist keine Frage von Ideologie, sondern von Physik und Ökonomie.Und genau deshalb sollten wir technologieoffen bleiben. Für uns ist klar: Biogas gehört zur Energiesicherheit dazu. Und Biogas ist zugleich eine wirtschaftliche Stärke Schleswig-Holsteins, die über Jahrzehnte gewachsen ist und die wir weiterentwickeln sollten. Weg von einer möglichst konstanten Stromproduktion um jeden Preis – hin zu einer flexiblen, marktorientierten und systemdienlichen Nutzung. Denn eine erfolgreiche Energiewende braucht nicht nur möglichst viel erneuerbare Energie. Sie braucht Energie, die verfügbar ist, wenn sie gebraucht wird. Und genau deshalb sollte Biogas auch in Schleswig-Holstein eine Zukunft haben.“Sperrfrist Redebeginn!Es gilt das gesprochene Wort. Anne Riecke Sprecherin für Bildung, Kultur, Landwirtschaft, Fischerei, Jagd, Verbraucherschutz, Religion, Minderheiten, Umwelt, Klimaschutz Kontakt: Eva Grimminger, v.i.S.d.P. Pressesprecherin Tel.: 0431 988 1488 fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de FDP-Fraktion Schleswig-Holstein, Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: www.fdp-fraktion-sh.de