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Altenparlament fordert mehr Hitzeschutz für Senioren
Nr. 076 / 25. September 2026Altenparlament fordert mehr Hitzeschutz für SeniorenNach dem Hitzesommer 2026 steht für das Altenparlament fest: Schleswig-Holsteins Städte und Dörfer müssen „klimafest“ werden. Konkret: Die Politik soll den Weg frei machen für mehr Rasenflächen, Dach- und Fassadenbegrünung und die Entsiegelung von Flächen. Wohnquartiere sollen mit Bäumen, Trinkbrunnen und „Frischluftschneisen“ aufgewertet werden. Krankenhäuser und Pflegeheime müssten nachgerüstet werden. „Klimatisierte Räume verhindern Hitzetote“, betonten die rund 80 Teilnehmer aus Sozialverbänden, Seniorenräten, Gewerkschaften und Parteien. Es war die 38. Auflage des Altenparlaments im Landeshaus, diesmal stand das Treffen unter dem Motto „Ohne uns geht nix“.Ein weiterer Schwerpunkt des ganztägigen Treffens war die digitale Sicherheit. „Viele Seniorinnen und Senioren benötigen IT-Unterstützung“, stellt das Altenparlament in seinem Positionspapier fest. Sie bräuchten „Anlaufstellen für digitale Hilfestellung im öffentlichen Raum“, etwa in Bibliotheken oder in Form von „Digi-Bussen“ nach dem Vorbild der Bücherbusse. Telefonanbieter sollen verpflichtet werden, „Fake-Anrufe technisch zu unterbinden“, und ein Innovationswettbewerb wird angeregt, der „Lösungen für vulnerable Gruppen im Digitalbereich“ hervorbringen soll.Außerdem regt das Altenparlament mehr öffentliche Begegnungsstätten an, um Einsamkeit zurückzudrängen. Eine „Gemeindeschwester plus“ soll „präventive Hausbesuche“ abstatten, und das Land soll „Mehrgenerationentreffs“ organisieren, die gesundheitliche Prophylaxe fördern und „generationsübergreifende Wohnmodelle“ unterstützen. Zudem steht für die Delegierten fest: Schleswig-Holstein braucht einen „Einsamkeitsbeauftragten“. Das Abschlusspapier wird nun den Landtagsfraktionen, der Landesregierung und den schleswig-holsteinischen Bundestags- und Europaabgeordneten vorgelegt.Landtagsvizepräsidentin Jette Waldinger-Thiering betonte in ihrem Grußwort, dass ältere Menschen besonders gut mit Veränderungen umgehen könnten: „Wer auf ein langes Leben zurückblickt, bringt etwas mit, das keine Statistik und kein Lehrbuch ersetzen kann: persönliche Erfahrung.“ Senioren hätten bereits erlebt, wie sich die Welt verändert habe, so die Vizepräsidentin, und sie wüssten zugleich, was es bedeutet, wenn politische Entscheidungen im Alltag ankommen: „Diese Perspektive brauchen wir.“ Die diesjährige Präsidentin des Altenparlaments, Dagmar Ungethüm-Ancker vom Landessportverband, verwies darauf, dass eine Million Menschen in Schleswig-Holstein im Seniorenalter seien. Die Über-60-Jährigen seien eine „Stütze des Landes“ und „kein Auslaufmodell“. Deswegen appellierte sie an die Politik: „Wir möchten gehört werden.“ Gleichzeitig forderte sie die älteren Menschen auf, sich einzumischen: „Ein gutes Spiel gewinnt man nicht durch Meckern in der Kabine, sondern durch Einsatz auf dem Platz.“Das Positionspapier ist in diesem Jahr in einem neuen Format entstanden: Anstatt über vorher eingereichte Anträge zu beraten, haben die Teilnehmer ihre Ideen in Workshops zu den Themen „Demokratie stärken und verteidigen“, „Respekt der Generationen“ und „Mein Quartier/Mein Lebensumfeld“ erarbeitet.Die komplette Vorschlagsliste steht im Internet:https://www.landtag.ltsh.de/service/altenparlament