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Lasse Petersdotter zur Exzellenzbewerbung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Presseinformation Nr. 26.303 07.10.2026Es gilt das gesprochene Wort!TOP 1 – Aktuelle Stunde: Wieder keine Exzellenzuniversität – Schleswig-Holstein braucht einen Neustart in der Hochschulpolitik Dazu sagt der Vorsitzende der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Lasse Petersdotter:Zeit für einen neuen Aufbruch - die CAU hatte eine starke Bewerbung Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleg*innen,ich bin froh, dass wir heute über die Exzellenzbewerbung der Christian-Albrechts- Universität sprechen. Noch mehr gefreut hätte ich mich allerdings, wenn wir diese Debatte auf einer belastbareren Grundlage führen könnten. Denn aktuell liegt die Begründung, weshalb die CAU als Exzellenzuniversität gescheitert ist, schlichtweg nicht vor. Solange das so ist, können wir vor allem allgemein über Hochschulpolitik, über Exzellenz und über die Rahmenbedingungen sprechen.So auch über die Novellierung des Hochschulgesetzes in Schleswig-Holstein. Ja, ich hätte mir auch gewünscht, dass wir die Grundfinanzierung so weiterführen, wie wir das seit der letzten Legislatur begonnen haben und die Grundfinanzierung beständig um 5 Millionen Euro erhöhen. Ich hätte mir auch gewünscht, dass wir sie womöglich noch darüber hinaus erhöht hätten, weil die Kosten gestiegen sind. Und ja, wir brauchen mehr Investitionen, Impulse über Ziel- und Leistungsvereinbarungen und gezielte Budgets für besondere Aufgaben an den Hochschulen.Gleichzeitig ist es zu einfach, die Lage der CAU so darzustellen, als sei dort nichts passiert. Wer auf die desaströs aussehenden Fakultätenblöcke in der Leibnizstraße schaut, sollte auch den Blick auf das richten, was bereits neu entstanden ist. Auf das Juridicum, auf die anderen Neubauten und die vielen Bauprojekte, die an der CAU umgesetzt wurden. An der CAU wird gebaut, an der CAU wird im großen Stil gebaut. Allein in den letzten fünf Jahren wurden über eine Milliarde Euro für Bauprojekte an der CAU in die Hand genommen. In Zeiten wie diesen ist das eine ganze Menge Geld und eine klare Schwerpunktsetzung dieser Landesregierung.Auch die Grundfinanzierung der CAU hat sich verbessert. 2022 lag sie bei 207 Millionen Euro, heute bei über 218 Millionen Euro. Sie steigt aktuell nicht so, wie wir es uns gewünscht haben, aber sie ist gestiegen. Schleswig-Holstein setzt zudem bewusst Schwerpunkte, etwa an den Medizinstandorten. Es ist richtig, dass wir dort viel Geld ausgeben, weil wir dort herausragende, exzellente Forschung und Lehre haben. Zudem hat Schleswig-Holstein ein besseres Betreuungsverhältnis zwischen Professor*innen und Studierenden als Bayern und Baden-Württemberg.Was wissen wir zur Bewerbung selbst? Es gab elf Bewerbungen von Universitäten und Universitätsverbünden auf fünf Plätze. Der Wettbewerb war also sehr angespannt. Die CAU ist mit zwei Exzellenzclustern in der Archäologie und in der Entzündungsforschung sowie mit dem Konzept „Connecting Horizons“ in dieses Rennen gegangen. Ich glaube, dass die stärkere Ausrichtung auf den Ostseeraum richtig war.Jetzt kommt es darauf an, aus der Entscheidung zu lernen, sobald die Begründung der Kommission vorliegt. Dabei sollten wir uns nichts vormachen. Auch andere erfolgreiche Standorte stehen unter haushaltspolitischem Druck. Das zeigt, dass es zu kurz greift, das Scheitern allein auf Schleswig-Holstein zurückzuführen.Was jetzt ansteht, ist für mich klar. Wir sollten den Aufbruch nutzen. Die CAU wird nach über zwei Jahren Vakanz endlich einen neuen Präsidenten haben. Diese Chance müssen wir gemeinsam nutzen und ihm den Rücken stärken. Wir werden die hervorragenden Exzellenzcluster weiter stärken. Und natürlich muss auch der Ozean der Zukunft wieder zu einem Exzellenzcluster werden. Die Meeresforschung in Schleswig-Holstein ist etwas Besonderes. Auf dieser gewachsenen Tradition, auf der Ausrichtung Kiels und der CAU am Ostseeraum und auf einem guten Konzept können wir aufbauen. Ich blicke deshalb zuversichtlich auf die Zukunft der CAU.Vielen Dank. *** Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 KielT 0431 988 1503 M 0172 541 83 53 presse@gruene.ltsh.de sh-gruene-fraktion.de