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Dirk Kock-Rohwer zu regionalen Schlachtstrukturen
Presseinformation Nr. 26.314 08.10.2026Es gilt das gesprochene Wort!TOP 23 – Regionale Schlachtstrukturen sichern – Tiertransporte verkürzenDazu sagt der tierschutzpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Dirk Kock-Rohwer:Schlachtkapazitäten im Land zu haben, ist auch ein Beitrag zur Resilienz Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleg*innen, der SSW hat hier einen Antrag vorgelegt, dem wir inhaltlich eigentlich nur zustimmen können, denn auch wir sehen den Rückgang der regionalen Schlachtkapazitäten mit Sorge. Wir haben noch 70 Schlachtstätten in Schleswig-Holstein, darunter vier Teilmobile. Mehr regionale Schlachtmöglichkeiten wären ein dreifacher Gewinn: Für die Landwirtschaft, für die Tiere beziehungsweise den Tierschutz und auch für die Verbraucher*innen, die gerne auf regional erzeugte Produkte zurückgreifen, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Genau dies stellt auch die Notwendigkeit eines Ernährungsnotfallvorsorgeplans dar. Vorsorge für Krisensituationen zu schaffen und dabei auch die Schlachtstrukturen mit einzubeziehen, denn die Tiere können nicht ewig aufgezogen und durchgefüttert werden. Von der Versorgung der Menschen ganz zu schweigen. Wir haben dieses Thema auch in den Koalitionsverhandlungen berücksichtigt und dazu formuliert, dass wir uns dafür einsetzen, regionale Schlachthöfe zu erhalten und zu stärken. Und weiter haben wir gesagt, dazu gehören auch der Ausbau und die einfachere Ermöglichung von „mobilen Schlachtungen“. Für die Schaffung mobiler Schlachtmöglichkeiten wurde auch eine Förderrichtlinie geschaffen. Gefördert wurden bis zu 50 Prozent der Anschaffungskosten für mobile und teilmobile Schlachteinheiten. Zunächst im Jahr 2024 nur für Rinder, im Jahr 2025 erweitert auf Schweine und Geflügel. Zu unserem Bedauern wurde dies nicht so angenommen, wie wir uns das erhofft hatten. Es hängt wohl damit zusammen, dass für solche Schlachteinrichtungen hohe Hürden zu überwinden sind, nicht nur finanzieller Art. Hygienerecht, Tierschutz, Arbeitssicherheit und weitere Vorschriften sind zu beachten, die auch einen Sinn haben und die wir nicht mal so eben außer Kraft setzen können. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass diese Regeln einerseits für mobile Schlachtungen und kleine Schlachthöfe handhabbar werden und andererseits erforderliche Standards gewahrt bleiben. Das ist leider nicht so trivial, wie es der SSW mit seinem Antrag suggeriert. Wir haben uns im Fachausschuss leider schon mit einem kleinen Schlachthof beschäftigen müssen, bei dem es zu erheblichen Verstößen gekommen ist. Bei kleinen Betrieben ein Auge zuzudrücken, kann daher keine Option sein. Doch wir müssen uns dieser Aufgabe stellen. Schlachtkapazitäten im Land zu haben, ist auch ein Beitrag zur Resilienz. Für die Tiere sind lange Transportzeiten eine Quälerei. Und auch Landwirt*innen haben kein Interesse daran, ihre Tiere stundenlang durch die Gegend zu kutschieren oder kutschieren zu lassen. Auch sie wollen Schlachtbetriebe in der Region. Als Beispiel: Der Kugelschuss auf der Weide des Landwirtschaftsbetriebes Bunde Wischen ohne Transportstress. Die Zusammenarbeit mit lokalen Schlachtbetrieben muss gegeben sein. Dies liegt in der Verantwortung der Kreisveterinäre, wobei Kreise das unterschiedlich handhaben. Sehr geehrte Damen und Herren, wir bitten daher die Landesregierung, die bestehende Unterstützung bei der Verarbeitung und Vermarktung bei regionalen Schlachtstrukturen in Schleswig-Holstein beizubehalten, soweit es den Kompetenzbereich und die Möglichkeiten des Landes betrifft. Aber auch die Branche ist gefordert: Schlachtung, Verarbeitung und Handel. Denn größer ist leider oftmals billiger, dagegen kann kein Staat an subventionieren. Das wäre sicherlich nicht die Lösung. Es braucht seitens der Wirtschaftsakteure Investitionsbereitschaft in regionale Strukturen. Es braucht Vermarktungswege und es braucht Vermarktungsstrategien, die es ermöglichen, die Mehrkosten, die durch kleinere Einheiten entstehen, aufzuwiegen, und es braucht eine Bereitschaft in der Gesellschaft, höhere Preise für mehr Tierwohl zu tragen. Wobei wir wieder beim Tierwohlcent wären, aber das ist eine andere never ending story. Vielen Dank *** Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 KielT 0431 988 1503 M 0172 541 83 53 presse@gruene.ltsh.de sh-gruene-fraktion.de