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Serpil Midyatli zu Top 19+28+38A: Gutes Ankommen in der Pflege
Heimo Zwischenberger Pressesprecher der SPD-Landtagsfraktion Adresse Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel Telefon 0431 988 1305 Telefax 0431 988 1308 E-Mail h.zwischenberger@spd.ltsh.de Webseite www.spd-fraktion-sh.de Es gilt das gesprochene Wort!Hinweis: Diese Rede kann hier als Video abgerufen werden: http://www.landtag.ltsh.de/aktuelles/mediathekLANDTAGSREDE – 08.Oktober 2026Serpil Midyatli Gutes Ankommen in der Pflege TOP 19+28+38AGemeinsame Beratung a) Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen bei der Integration internati-onaler Pflegeauszubildender unterstützen b) Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in Schleswig-Holstein stärken – Betriebe unterstützen, Beschäftigte entlasten c) Pflege-Sparpaket nachbessern - Soziale Pflegeversicherung mit ech-ter Strukturreform zukunftsfest gestalten: (Drs. 20/)es sind ja mehrere TOP`s, ich teile meine Redezeit mit der Kollegin Pauls. Und jetzt zur Sache:Ich bin sehr froh, dass wir im Bund von einigen Vorschlägen zur Pflegereform nun doch Abstand genommen haben. Nun gilt: Nach den Sofortmaßnahmen braucht es eine wirkliche Reform der Pflegeversicherung. Für uns als SPD-Fraktion sind drei Punkte besonders wichtig:1. Verlässlichkeit und Sicherheit für die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen. Nicht die Finanzierung sollte im Vordergrund stehen. Deshalb braucht es einen „echten Pflegedeckel“. 2. Wen doch Finanzierung, dann müssen wir über den Ausgleich zwischen gesetzlicher und privater Versicherung reden und 3. Liebe FDP, eine soziale Pflegeversicherung und eine echte Strukturreform ist die Bürgerversicherung!Wenn wir über die Pflege reden, stellen Sie sich vor:Sie stammen aus Vietnam. Und Sie entscheiden sich für eine Ausbildung in Deutschland. Wie mutig ist dieser Entschluss für eine Ausbildung in der Fremde. 1 Der Flieger landet am Samstag und am Montag startet ihre Ausbildung. Dann geht es los. Dann beginnt die Pflegeausbildung am UKSH am Standort Lübeck.Die erlernten Sprachkenntnisse reichen für den Alltag, aber jetzt geht es um einen Fachbereich. In einer fremden Kultur. Und in einem Ausbildungsjahrgang mit vielen, die die deutsche Sprache fließend sprechen.Das ist kein gelungener Start einer Ausbildung. Da ist es nicht verwunderlich, dass viele die Ausbildung abbrechen. Für die einen geht es zu schnell, für die anderen viel zu langsam. Und das sind keine Einzelfälle, sondern harte Realität in Schleswig-Holstein.Mit hohen Kosten, Mühen und Engagement gewinnen die Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen junge Menschen für eine Ausbildung in Schleswig-Holstein. Und das mit Erfolg! Rund 20% der Auszubildenden in der Pflege kommen aus dem Ausland. Tendenz steigend. Bereits heute haben rund 33% der Beschäftigten in der Kranken- und Altenpflege eine Einwanderungsgeschichte. Ohne sie wäre der Fachkräftemangel längt zum Pflegenotstand ausgewachsen.Wir als SPD-Fraktion finden: Wir müssen das Ankommen für die Auszubildenden erleichtern. Davon haben nicht nur die internationalen Azubis etwas, auch alle anderen. Denn es geht nicht nur um das gemeinsame Lernen, sondern auch um die Zusammenarbeit auf der Station.Wir möchten Ihnen deshalb heute ein Landesförderprogramm „Gutes Ankommen in der Pflege“ vorschlagen. Zur Unterstützung beim Ankommen und der Integration von Pflegeauszubildenden. Damit Krankenhäuser, stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen bereits vor dem Ausbildungsbeginn bei den Kosten unterstützt werden. Unserer Auffassung nach braucht es dafür mehr Zeit. Dieses Onboarding soll in erster Linie dazu dienen, die Fachsprache zu erlernen. Damit die Ausbildung ab Tag eins gelingen kann!So ein gezieltes Landesförderprogramm verbessert die Startbedingungen der Auszubildenden und das kommt dann den Patientinnen und Patienten sowie den Praxisanleitern auf den Stationen zu Gute. Die Pflegeausbildung ist anspruchsvoll. Ökonomisch sinnvoll ist das auf jeden Fall. Jede abgebrochene Ausbildung ist auch finanziell ein Desaster. 2 Wir wollen, dass mehr junge Menschen sich für diese Ausbildung entscheiden und auch erfolgreich abschließen – auf Dauer.Wir brauchen junge Menschen, die Lust haben, in diesen wichtigen Jobs zu arbeiten. Aus unserem Land, aber auch aus anderen Ländern. Gerade für den Gesundheitsbereich gilt: Schleswig-Holstein muss ein Einwanderungsland mit einer herzlichen Willkommenskultur werden. 3