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09.10.26 , 11:26 Uhr
SPD

Birte Pauls zu Top 31: Kinderhospizarbeit gibt Halt und Entlastung

Heimo Zwischenberger Pressesprecher der SPD-Landtagsfraktion
Adresse Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel Telefon 0431 988 1305 Telefax 0431 988 1308 E-Mail h.zwischenberger@spd.ltsh.de Webseite www.spd-fraktion-sh.de Es gilt das gesprochene Wort!

Hinweis: Diese Rede kann hier als Video abgerufen werden: http://www.landtag.ltsh.de/aktuelles/mediathek

LANDTAGSREDE – 09.Oktober 2026
Birte Pauls Kinderhospizarbeit gibt Halt und Entlastung TOP 31: Häusliche Versorgung und Selbstbestimmung junger Menschen mit lebensverkürzenden Erkrankungen in Schleswig-Holstein stärken (Drs. 20/4910)
Im Februar 2025 haben wir als Fraktion einen Antrag eingebracht und darin die Landesregierung aufgefordert, den Bedarf für ein stationäres Hospiz und für ambulante wohnortnahe Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche in Schleswig-Holstein neu zu ermitteln. Dabei stand für uns immer die Entlastung der Familien im Vordergrund. Denn eines ist klar: Ein Kinderhospiz ist im Gegensatz zum Hospiz für Erwachsene nicht der Ort zu sterben. Es ist der Ort, an dem Familien Kraft tanken können von einem sehr belastenden Alltag. Die Koalition hatte sich in ihrem Alternativantrag dafür ausgesprochen, „weiterhin den Ansatz „ambulant vor stationär“ umzusetzen und für den weiteren Ausbau der ambulanten Strukturen zu sorgen. Das war für uns gar nicht strittig. Für uns war wichtig, dass die Bedarfe neu betrachtet werden. In dem anschließend stattfindenden Fachgespräch haben wir uns mit den Experten aus den verschiedenen Bereichen der Kinderhospizarbeit ausgetauscht. Ein lehrreiches Gespräch. Fazit des Gespräches war, dass der ambulante Bereich der Kinderhospizarbeit unbedingt weiter gestärkt werden muss und dass ein stationäres Angebot eine ungeheure Entlastung für betroffene Familien sein kann. Der Antrag der Koalition wurde mit ihrer Mehrheit so beschlossen. Und was passierte dann? Nichts! Im Haushalt 2026 und im aktuellen Entwurf wurden die Mittel für den Bereich überrollt, was einer faktischen Kürzung für die meist ehrenamtlichen Strukturen gleichkommt. Das Ehrenamt wird zwar gerade mit zusätzlichen 3 Millionen Euro pünktlich vor den Landtagswahlen beschenkt. Aber das gilt dem Fußballverein genauso wie der Feuerwehr. Hat das Sozialministerium die Bedarfe zur Entlastung der Familien ermittelt? Nein.



1 Hat das Sozialministerium, wie beschlossen, die ambulanten Strukturen weiter ausgebaut? Nein. Das fällt in die Kategorie: Opposition stellt einen Antrag, Koalition antwortet mit einem Alternativantrag. Selber fällt Ihnen wenig ein. Die Koalition beschließt mit ihrer Mehrheit und dann passiert meist nichts. Eine politische Diskussion mit der Sozialministerin Touré ist meist nicht möglich, weil sie im Sozialausschuss durch Abwesenheit glänzt und lieber an anderer Stelle viele bunte Bilder für Social Media produziert. Aber das ist keine Sozialpolitik, die die Menschen in den Mittelpunkt stellt. Und wissen Sie was? Damit lassen Sie viele Familien aber auch diejenigen, die sie betreuen alleine. Das ist besonders im Bereich Hospizdienste für Kinder und Jugendliche besonders bitter.
Wenn alles gut läuft, werden Kinder geboren, wachsen jeden Tag, werden selbstständiger, gehen ihren Bildungsweg und irgendwann ziehen sie von zu Hause aus. Eltern bleibt man immer, die Sorgen bleiben auch. Aber was ist, wenn das nicht der Weg ist? Wenn ein Kind vielleicht schon krank geboren wurde oder es im Laufe der Kindheit erkrankt. Wenn sich der gesamte Alltag um das kranke Kind dreht, dass vielleicht auch im jungen erwachsenen Alter niemals alleine essen, sprechen, sich drehen oder laufen kann? Wenn lebensverkürzende Krankheiten bedeuten, dass jeder Tag ein Geschenk und doch gleichzeitig eine enorme psychische Belastung ist, von organisatorischen und finanziellen Fragen mal ganz abgesehen. Die erkrankten Kinder benötigen rund um die Uhr Pflege und Betreuung und das oft über viele Jahre. Jedes Jahr werden in Deutschland 50.000 Kinder und ihre Familien mit schwersten Krankheiten konfrontiert, die keine Aussicht auf Heilung haben. Wenn Kinder schwer erkranken oder viel zu früh sterben, dann ist das für deren Familien und Angehörigen ein schier unermessliches Leid und eine äußerts belastende Situation. In dieser Zeit braucht es für die Familien sämtliche professionelle und ehrenamtliche Unterstützung, um den Alltag zu bewältigen. Die Angebote und ihre finanziellen Mittel sind begrenzt, weshalb eine besondere Vernetzung notwendig ist. In dieser Not bietet die Kinderhospizarbeit nicht nur die professionelle Unterstützung bei der medizinischen und pflegerischen Versorgung, sondern kümmert sich auch ehrenamtlich um die psychosoziale Begleitung, die Vernetzung und vor allem Entlastung für diese Familien.
Die professionellen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden gehen individuell auf die Bedarfe der schwer erkrankten Kinder und Jugendlichen ein.


2 Sie erleichtern den Kindern und Jugendlichen durch gezielte Therapien und Pflege sowie durch die soziale Begleitung die oft unerträgliche Situation und geben den Familien Halt und die so wichtige Entlastung. Diese Strukturen müssen unbedingt ausgebaut und gestärkt werden. Der gemeinsame Antrag bietet eine Möglichkeit, das zu tun.



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