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09.10.26 , 13:27 Uhr
SPD

Thomas Hölck zu Top 32: Die Duale Ausbildung ist ein Erfolgsmodell – und muss es bleiben

Heimo Zwischenberger Pressesprecher der SPD-Landtagsfraktion
Adresse Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel Telefon 0431 988 1305 Telefax 0431 988 1308 E-Mail h.zwischenberger@spd.ltsh.de Webseite www.spd-fraktion-sh.de Es gilt das gesprochene Wort!

Hinweis: Diese Rede kann hier als Video abgerufen werden: http://www.landtag.ltsh.de/aktuelles/mediathek

LANDTAGSREDE – 09.Oktober 2026
Thomas Hölck Die Duale Ausbildung ist ein Erfolgsmodell – und muss es bleiben TOP 32: Mittelstand stärken und Ausbildungsqualität sichern: Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) zukunftsfest finanzieren (Drs. 20/4912)
Die duale Berufsausbildung ist eine einzige Erfolgsgeschichte. Sie beruht auf zwei Säulen: Eine gute theoretische Bildung in der Berufsschule und eine solide praktische Ausbildung im Ausbildungsbetrieb. Diese Verknüpfung von Lernen und Arbeit ist die Grundlage für gut ausgebildete Fachkräfte. Auszubildene lernen nicht nur im Klassenzimmer, sondern auch im Betrieb. Sie erwerben theoretisches Wissen in der Berufsschule und sammeln gleichzeitig praktische Erfahrungen. Sie übernehmen Verantwortung, arbeiten im Team und sehen unmittelbar, wofür sie lernen. Eine Ausbildung eröffnet Perspektiven, schafft Selbstständigkeit und ermöglicht den Aufbau einer eigenen beruflichen Existenz. Und sie bietet noch etwas ganz Entscheidendes: Respekt vor beruflicher Leistung, Respekt vor Arbeit und Respekt vor einem kollegialen Miteinander.
Wir dürfen nicht den Eindruck vermitteln, dass ein Studium automatisch mehr wert ist als eine Ausbildung. Der Aufstieg durch Bildung ist für die berufliche und akademische Ausbildung gleich viel wert. Unsere Wirtschaft braucht gut ausgebildete Fachkräfte – heute und in Zukunft. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass Ausbildungsplätze attraktiv sind und junge Menschen gute Bedingungen vorfinden. Gleichzeitig fördert eine Berufsaubsildung ganz entscheidend die Integration von Migrantinnen und Migranten durch das gelebte kollegiale Miteinander in der praktischen Umsetzung gemeinsamer Projekte. Menschen aus verschiedenen Ländern lernen sich in den Betrieben schätzen und verlassen sich auch aufeinander. Sonst kann Teamwork nicht gelingen.


1 Ein Aspekt ist mir besonders wichtig. Durch unsere moderne Ausbildung gelingt es,junge Menschen besonders erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Daraus resultiert die niedrigste Jugenderwerbslosigkeitsquote in der europäischen Union. Das ist ein echter Erfolg. Ich will in diesem Zusammenhang ausdrücklich erwähnen, dass während der Amtszeit der Ampelregierung die Ausbildungsgarantie eingeführt wurde. Das ist eine enorme Verbesserung, die leider viel zu wenig beachtet wird. Junge Menschen die keinen Ausbildungsplatz finden, wird unter bestimmten Voraussetzungen ein Anspruch auf Förderung in einer außerbetrieblichen Berufsausbildung ermöglicht. Die Garantie kommt aktuell wenig zum Tragen, weil es derzeitglücklicherweise genügend Ausbildungsplätze gibt. Für den Fall aber, dass sich die Situation für junge Menschen auf dem Ausbildungsmarkt drastisch verschlechtern sollte, ist die Ausbildungsgarantie ein wichtiges Instrument Jugendarbeitslosigkeit zu begegnen.
Die duale Ausbildung ist deshalb so erfolgreich, weil sie für einheitliche Standards sorgt, in Theorie und Praxis. Ausbildungsbetriebe haben unterschiedliche Geschäftsfelder und Schwerpunkte, in denen ausgebildet wird. Ein Möbeltischler oder eine Möbeltischlerin unterscheiden sich in der Tätigkeit von einer Bautischlerin bzw. von einem Bautischler. Die annähernd gleichen theoretischen Fachkenntnisse werden in den Berufsschulen sichergestellt. Der breite praktische Standard wird durch die überbetrieblichen Berufsbildungsstätten sichergestellt. Damit wird eine berufliche Grundausbildung auf einem einheitlichen Niveau gewährleistet und die betriebliche Ausbildung ergänzt, vertieft und an technologische Weiterentwicklungen angepasst. Ich bin dem SSW sehr dankbar für diesen Antrag. Es geht zu Recht darum die überbetrieblichen Berufsbildungsstätten zu stärken und zukunftssicher aufzustellen. Es geht aber auch darum, zu zeigen, dass berufliche Bildung vom Landtag gesehen wird. Ich will deshalb allen, die an der Ausbildung junger Menschen beteiligt sind und mitarbeiten für ihren Einsatz danken. Zum Dank gehört aber auch, dass die Forderung des Antrags nach materiellen und strukturellen Verbesserungen ernst genommen wird. Die Forderung nach einer fairen Kostenteilung zwischen Bund, Land und Ausbildungsbetrieben ist richtig. Die überbetrieblichen Berufsbildungsstätten müssen als Bestandteil der beruflichen Bildungsstruktur gesichert und weiterentwickelt werden.

2 Technologischer Fortschritt, der in den Betrieben unterschiedlich ankommt, muss überbetrieblich zeitnah umgesetzt werden können. Der SSW-Antrag ist in der Zielrichtung richtig und deshalb stimmen wir zu.
Gestatten Sie mir noch eine persönliche Anmerkung. Ich störe mich an dem Begriff der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung. Als ich vor über vierzig Jahren eine Berufsausbildung absolviert hatte, da sprach man schon Auszubildenen. Der Begriff Lehrling, sollte mal aus der Bezeichnung gestrichen werden.



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