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20.10.26 , 10:30 Uhr
SSW

Dirschauer: Tierwohl darf nicht dem Profit geopfert werden

Pressemitteilung
Nr. 279/2026 Kiel, 20.10.2026
Pressesprecher Per Dittrich Tel. 01520-161 2276

Dirschauer: Tierwohl darf nicht dem Profit geopfert werden Zu Medienberichten über schwere Missstände und mutmaßliche Verstöße gegen das Tierschutzrecht im Tönnies-Schlachtbetrieb R. Thomsen in Kellinghusen erklärt der Vorsitzende der SSW-Landtagsfraktion, Christian Dirschauer:
„Die Bilder aus Kellinghusen sind erschütternd. Schweine werden geschlagen, ihnen werden noch vor der Tötung Gliedmaßen abgetrennt, vorgeschriebene Abläufe werden missachtet. Wer so mit Lebewesen umgeht, hat jeden Respekt vor dem Tier verloren. Das ist durch nichts zu rechtfertigen. Und wieder steht der Name Tönnies im Mittelpunkt eines Skandals. Das Unternehmen spricht von Einzelfällen und kündigt Konsequenzen für Beschäftigte an. Aber damit darf es nicht getan sein. Wenn derartige Übergriffe in einem Betrieb stattfinden, der nach eigenen Angaben seit Jahren videoüberwacht wird, stellt sich zwangsläufig die Frage nach der Wirksamkeit der Kontrollen und der Verantwortung der Unternehmensführung. Die Vorwürfe müssen lückenlos aufgeklärt und mögliche Verstöße konsequent geahndet werden. Der Fall wirft zugleich ein Schlaglicht auf die zunehmende Konzentration der Fleischwirtschaft auf wenige Großunternehmen. Wir haben erst vor wenigen Tagen im Landtag mit unserem Antrag „Regionale Schlachtstrukturen sichern – Tiertransporte verkürzen“ (Drs. 20/4863) deutlich gemacht, dass wir einen anderen Weg brauchen: mehr regionale Schlachtmöglichkeiten, gezielte Förderung kleiner und mittlerer Betriebe und bessere Bedingungen für mobile Schlachtungen. 2
Natürlich garantiert ein kleiner Schlachthof allein noch keinen Tierschutz. Aber überschaubare Strukturen, kurze Transportwege und eine stärkere regionale Verankerung bieten die Chance, Tierwohl, Transparenz und verantwortungsvolle Lebensmittelproduktion besser miteinander zu verbinden. Dafür müssen wir die Voraussetzungen schaffen. Wer Tiere hält, transportiert oder schlachtet, trägt Verantwortung für ihr Wohlergehen. Bis zum letzten Augenblick. Diese Verantwortung darf weder am Kostendruck noch an den Produktionsabläufen der Fleischindustrie scheitern.“

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