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Martin Habersaat: Lehrkräftebildung: Landesregierung ignoriert Expertise, verliert Studienanfänger:innen und kontrolliert ihre Maßnahmen nicht
Heimo Zwischenberger Pressesprecher der SPD-Landtagsfraktion Adresse Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel Telefon 0431 988 13051 Telefax 0431 988 1308 E-Mail h.zwischenberger@spd.ltsh.de Webseite www.spd-fraktion-sh.dePRESSEMITTEILUNG 173 – 02.11.2026Marc Timmer und Delara Burkhardt Lehrkräftebildung: Landesregierung ignoriert Expertise, verliert Studienanfänger:innen und kontrolliert ihre Maßnahmen nicht Zum heutigen Pressegespräch von Bildungsministerin Dr. Dorit Stenke und Prof. Dr. Ilka Parchmann über die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der Allianz für Lehrkräftebildung erklärt Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion:„Es ist gut, dass die Allianz für Lehrkräftebildung ihre wichtige Arbeit fortsetzen kann. Die Allianz bringt wissenschaftliche Expertise und praktische Erfahrungen zusammen und liefert wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung in Schleswig-Holstein. Dass die Landesregierung diese Zusammenarbeit fortsetzt, ist allerdings keine Neuigkeit. Die Allianz ist gesetzlich verankert, und ihre weitere Finanzierung wurde bereits vor anderthalb Jahren angekündigt.Die entscheidende Frage ist, was die Landesregierung aus dieser Zusammenarbeit macht. Und hier bleiben drei zentrale Probleme ungelöst:Erstens: Die Landesregierung hört nicht auf ihre eigenen Expertinnen und Experten, wenn es darauf ankommt. Bei der Reform des Lehrkräftebildungsgesetzes hat die Allianz ausdrücklich Bedenken angemeldet. Doch statt diese ernsthaft aufzugreifen, hat Schwarz-Grün den Gesetzentwurf ohne entsprechende Änderungen weiterverfolgt. Ausgerechnet bei einer grundlegenden Reform der Lehrkräftebildung blieb die Expertise des dafür geschaffenen Gremiums ohne erkennbare Konsequenzen. Wer wissenschaftliche Beratung organisiert, darf sie nicht nur dann wertschätzen, wenn sie die eigenen Pläne bestätigt.Zweitens: Der Landesregierung laufen die Studienanfängerinnen und Studienanfänger im Lehramt davon. Im Wintersemester 2022/23 begannen noch 2.316 Menschen ein Lehramtsstudium in Schleswig- Holstein. Im Wintersemester 2025/26 waren es nur noch 1.466. Ein Rückgang um fast 37 Prozent innerhalb dieser Legislaturperiode! Während die Landesregierung immer neue Maßnahmen gegen den Lehrkräftemangel präsentiert, entscheiden sich immer weniger junge Menschen für ein Lehramtsstudium. Das ist eine alarmierende Entwicklung. Denn wer heute kein Lehramtsstudium beginnt, kann in einigen Jahren auch nicht als ausgebildete Lehrkraft vor einer Klasse stehen. Hochschulpolitische Entscheidungen der Landesregierung wie die Einführung einer Verwaltungsgebühr oder die Finanzierungsnachteile für lehramtsausbildende Hochschulen konterkarieren zudem jegliche Bemühung für mehr Lehrkräfte.Drittens: Die Landesregierung überprüft nicht ausreichend, ob ihre Maßnahmen überhaupt funktionieren. Vier Maßnahmenpakete mit mehr als 50 Einzelmaßnahmen hat Schwarz-Grün inzwischen vorgestellt. Doch der Landesrechnungshof stellte 2025 fest, dass es an einem angemessenen Controlling sowie vielfach an Evaluationen, Daten und Kennzahlen fehlt. Er kritisierte außerdem, dass strukturelle Veränderungen bisher nicht vorgesehen seien und manche Maßnahmen nur geringe Bedeutung hätten. Die SPD hat deshalb eine systematische Überprüfung der Wirksamkeit beantragt. CDU und Grüne haben das abgelehnt. 1 Die Allianz für Lehrkräftebildung kann wichtige Hinweise geben, Konzepte entwickeln und Reformen fachlich begleiten. Die politische Verantwortung dafür, daraus wirksame Maßnahmen zu machen, liegt aber bei der Landesregierung.Unser Wunsch für die weitere Zusammenarbeit ist deshalb vor allem ein Auftrag an Schwarz-Grün: Hört auf die Fachleute, sorgt dafür, dass wieder mehr junge Menschen ein Lehramtsstudium aufnehmen, und überprüft endlich, ob eure Maßnahmen wirken.“ 2