Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Möglichkeit zum Opt-Out finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Datenschutzerklärung

30. Januar 2020 – Kino im Landeshaus

Landtag zeigt Spielfilm über den Holocaust

Rund 70 Gäste sehen sich im Landeshaus den Schwarzweiß-Film „Morituri“ (die Todgeweihten) an. Der Filmabend ist Teil einer Veranstaltungsreihe zum Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 75 Jahren.

Morituri Kino Landtag
Rund 70 Gäste sehen sich den Spielfilm „Morituri“ im Landeshaus an. Foto: Landtag, Rebecca Hollmann

„Ich fand es einmalig und beeindruckend, dass der Produzent des Films, der selbst Opfer nationalsozialistischer Gewalt geworden war, den Film geradezu emotionslos umgesetzt hat“, betonte Ursula Wieland, eine von rund 70 Gästen des Filmabends im Landeshaus. Der gezeigte Film „Morituri“ aus dem Jahr 1948 handelt von einem polnischen Arzt, der im Konzentrationslager Häftlingen zur Flucht in ein Waldversteck verhilft, wo sich Verfolgte unterschiedlicher Nationen aufhalten. „Morituri“ war der erste deutsche Spielfilm, der sich mit dem Holocaust auseinandersetzte und die Verbrechen, die in nationalsozialistischen Konzentrationslagern verübt worden waren, thematisierte.

In einem Anschlussgespräch mit Dr. Eckhard Pabst, Filmwissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, wurde über den Film diskutiert. „Eine Botschaft des Films ist es, dass wir uns auch in Bezug auf die Täter um Gerechtigkeit bemühen müssen. Rache ist nicht Gerechtigkeit“, betonte Pabst. Klaus Könke, ein Besucher des Filmabends, unterstrich: „Gerade in Bezug auf den Aufarbeitungsprozess der nationalsozialistischen Verbrechen fand ich es interessant zu sehen, wie die Täter in dem Film entpersonalisiert wurden.“

Autobiographische Elemente

Artur Brauner, der Produzent von „Morituri“, überlebte den Holocaust im Untergrund. Sein autobiographisch geprägter Film stieß im Nachkriegsdeutschland auf Ablehnung, da die Bevölkerung noch nicht bereit war, sich mit den Verbrechen der NS-Zeit auseinander zu setzen. Bei der Kino-Veranstaltung im Landeshaus entstand nach der Filmvorführung eine Diskussion darüber, wie Erinnerungskultur in der heutigen Zeit sowie in Zukunft aussehen kann.

Im Anschluss besichtigten einige Gäste die aktuelle Ausstellung im Landtag mit Bildern des Regensburger Fotografen Stefan Hanke. Das nächste Veranstaltung des Landtages im Rahmen des Gedenkens an die Befreiung von Auschwitz vor 75 Jahren ist eine politische Lesung am Dienstag, den 4. Februar.