Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.
37. Tagung der 20. Wahlperiode
November-Plenum: A20-Weiterbau und Stadtbild-Debatte
Die Novembertagung widmete sich einigen verkehrs-, sicherheits- und gesellschaftspolitischen Weichenstellungen. Neben dem lange erwarteten Fortschritt beim Weiterbau der A20 standen die Reform des Verfassungsschutzgesetzes, Änderungen bei den Ladenöffnungszeiten sowie die Ausweitung von Sprachtests für Kinder auf der Tagesordnung. Auch Debatten über Sicherheit, Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt – angestoßen durch die jüngste bundesweite „Stadtbild“-Diskussion – prägten die Tagung, die insgesamt 23 Punkte mit Aussprache umfasste.
Stadtbild-Debatte und private Spielbanken
Freitag: Am letzten Tag des November-Plenums stand eine ausführliche Debatte über die bundespolitisch viel beachteten Aussagen von Bundeskanzler Merz zum „Stadtbild“ an. Die Äußerungen hatten eine breite Diskussion über Integration, Sicherheit und politische Sprache ausgelöst. Die FDP forderte daher eine klare Einordnung und Antworten, die das Sicherheitsgefühl stärken, ohne gesellschaftliche Spannungen zu verschärfen. Danach stand die Umsetzung der Beschlüsse der Ostseeparlamentarierkonferenz auf dem Plan.
Im weiteren Verlauf ging es um die Zukunft der Tierhaltung: Das Plenum beriet die Verstetigung des Bundesprogramms zum Umbau der Tierhaltung sowie eine umfassende Tierschutzstrategie. Abschließend folgten Debatten zum Verkauf der staatlichen Spielbanken, zu Maßnahmen gegen weibliche Genitalverstümmelung, zur Rolle Schleswig-Holsteins in der Fusionsforschung und zu den Ziel- und Leistungsvereinbarungen der Hochschulen.
Sprachtests für Kinder und Öffnungszeiten
Donnerstag: Der zweite Sitzungstag startete mit einer bildungspolitischen Debatte: Die SPD forderte, die ab 2028 geplanten verpflichtenden Sprach- und Entwicklungserhebungen für Viereinhalbjährige früher einzuführen. Im Anschluss stand die Reform des Ladenöffnungszeitengesetzes auf dem Programm, mit der die Landesregierung die bestehenden Regelungen modernisieren und praxistauglicher gestalten möchte. Es folgten Beratungen zur Ablehnung der CCS-Technologie im Land, zum Umsetzungsstand der europäischen Wasserrahmenrichtlinie und zu geplanten Änderungen beim Landesblindengeld.
Am Nachmittag ging es um das Ziel, Schleswig-Holstein zu einem effizienteren und transparenteren „Förderland“ weiterzuentwickeln. CDU und Grüne wollen Verwaltungsabläufe vereinfachen, digitalisieren und stärker auf die Bedürfnisse von Kommunen und Antragstellenden zuschneiden. Danach befasste sich das Plenum mit neuen Fachanforderungen im Fach WiPo, dem Ausbau des Ganztagsangebots.
A20-Einigung und Unterstützung junger Pflegender
Mittwoch: Zum Auftakt befassten sich die Abgeordneten in einer Aktuellen Stunde mit der Einigung zwischen Landesregierung und BUND, die den über viele Jahre blockierten Weiterbau der A20 ermöglichen soll. Sie umfasst zusätzliche Umwelt- und Artenschutzmaßnahmen, darunter eine neue Landesstiftung für Fledermausschutz. Während die Koalition von einem wichtigen Durchbruch sprach, kritisierten Oppositionsfraktionen vor allem den finanziellen Umfang der Vereinbarung. Es folgte die Erste Lesung des neuen Verfassungsschutzgesetzes, mit dem die Landesregierung die Behörde angesichts veränderter Bedrohungslagen moderner aufstellen möchte – mit erweiterten Befugnissen, aber auch verstärkter Kontrolle. Anschließend diskutierte das Plenum über den weiteren Umgang mit der Gefahr des Passivrauchens.
Nach der Mittagspause richtete sich der Blick auf junge Menschen, die Angehörige pflegen. Ein Antrag von SSW und SPD wollte „Young Carers“ und „Young Adult Carers“ stärker in den Fokus rücken – mit mehr Aufklärung, verlässlichen Entlastungsangeboten sowie einer engeren Zusammenarbeit von Schulen, Hochschulen und Beratungsstellen. Anschließend ging es um die Zukunft des Bundesprogramms „Demokratie leben!“, bevor der Nachmittag mit der Wahl des Vorstands des Landesverbands der Bibliotheken und weiteren Debatten zu Fachgerichtsstruktur, Justizhaushalt und zum 2. Nachtragshaushalt 2025 ausklang.
Hinweis:
Während der Sitzungen erscheinen wie gewohnt längere Berichte zu ausgewählten Themen sowie aktuelle Newsticker-Meldungen in Plenum Online.










