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7. Juli 2020 – Sitzungsfreie Zeit

Umfrage: Abgeordnete im „Corona“-Urlaub

Der parlamentarische Betrieb hat in den Ruhemodus geschaltet, noch bis zum 7. August währt die sitzungsfreie Zeit im Landeshaus. Unsere PR-Volontärin will wissen: Wie beeinflusst die Corona-Pandemie das Urlaubsverhalten der Abgeordneten?

Landtag Förde Sommerloch
Sommerstimmung vor dem Landeshaus an der Kieler Förde Foto: Landtag, Yvonne Windel

Die sogenannten Parlamentsferien decken sich zeitlich mit den Schulferien. In dieser Zeit finden keine regulären Landtags-, Ausschuss- oder Fraktionssitzungen statt. Das bedeutet zwar nicht, dass alle Politiker ihre Koffer packen und sechs Wochen in den Urlaub fahren. Denn in der sitzungsfreien Zeit in Kiel gilt die Aufmerksamkeit der Abgeordneten insbesondere den Wahlkreisen. Natürlich wird aber auch geurlaubt.

Landtagsvolontärin Rebecca Hollmann hörte sich unter den tourismuspolitischen Sprechern der Fraktionen um. Sie wollte wissen, wie und wo die Politiker ihren Urlaub verbringen und welchen Einfluss die Corona-Pandemie auf die Sommerplanung hatte.

Klaus Jensen (CDU)
In die Sonne erst im kommenden Jahr

„Ich werde die sitzungsfreie Zeit im Juli und August auf Pellworm verbringen, wie jedes Jahr. Wir, meine Frau und ich, führen dort ein Gasthaus mit Ferienvermietung und haben saisonbedingt im wahrsten Sinne alle Hände voll zu tun. Das bringt zwar Spaß, hat aber weniger mit Urlaub und Erholung zu tun. Dafür suchen wir in anderen Jahreszeiten nach passenden Terminen – gerne in Deutschland (dieses Jahr sowieso!) oder auch mal in die Sonne (eher in den kommenden Jahren).

Corona spielt bei uns im Betrieb insofern eine Rolle, weil auch in unserer Gaststätte die Abstands- und Hygieneregeln natürlich beachtet werden müssen, von unseren Mitarbeitern ebenso wie von unseren Gästen. Das klappt aber insgesamt sehr gut.“

Regina Poersch (SPD)
Englandreise aufgeschoben, jetzt lockt die dänische Nordseeküste

„In diesem Jahr wird der Sommerurlaub mit meinem Mann anders als geplant verlaufen. Wir sind langjährige England-Fans, doch unsere diesjährige Rundreise durch Südengland und Wales kann wegen der britischen Bestimmungen zur vierzehntägigen Selbstisolation am Ort der Einreise nicht stattfinden. Das ist sehr schade, und wir hoffen natürlich, dass wir trotz Brexit und mit hoffentlich noch zu schließenden Abkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich unsere Reise im nächsten Jahr nachholen können.

Unser Alternativprogramm besteht nun aus einer Woche an der dänischen Nordseeküste und einer Woche Ausflüge durch Schleswig-Holstein. Die Liste mit Schleswig-Holsteins Attraktionen ist lang. Wenn dann noch unsere Neffen aus Hamburg (13 und 10 Jahre alt) ein paar Tage bei uns verbringen – der Hansapark ist wieder geöffnet –, wird es ganz bestimmt ein schöner Sommer.“

Andreas Tietze (Grüne)
Entschleunigen unter weißen Segeln

„Meine Frau und ich werden wie in den Jahren zuvor drei Wochen beim Segeln entschleunigen. Diesmal geht es Corona-bedingt an der deutschen Ostseeküste entlang bis Rügen und Bornholm, Schweden werden wir wohl streichen. Aufgrund der Corona-Krise gilt es sich auf die alten seglerischen Tugenden zu besinnen und mehr in naturnahen Regionen unterwegs zu sein und zu ankern. Der Vorteil beim Segeln ist ja, dass man viel in der Natur ist.

Wir machen uns schon Sorgen wie es in den Yachthäfen in Dänemark sein wird. Der skandinavische Sommer ist normalerweise sehr lebendig und lebt von vielen gemeinsamen Begegnungen und Grillabenden. Dies wird in Corona-Zeiten stark eingeschränkt sein. Auf dem Segelboot sind wir jedoch mit allem Komfort ausgestattet und als Selbstversorger werden wir im Cockpit des Bootes zum Sonnenuntergang unsere Spaghetti mit selbstgemachten Pesto und dem obligatorischen Glas Wein genießen.“

Annabell Krämer (FDP)
Garten, Kurzreisen und Tagesausflüge

„Ich verbringe meinen Urlaub eigentlich nicht anders als in den vorherigen Jahren, ich werde die freie Zeit überwiegenden zu Hause in meinem Garten verbringen. Der Sommer in Schleswig-Holstein ist überall schön. Ich plane zwei Kurzreisen an die Ost- und Nordsee und werde mit meinen Kindern einige Tagesausflüge unternehmen. Der Besuch eines Freizeitparks gehört zum Familiendeal, wenn die Kinder bei den Strandspaziergängen einschlagen.

Ich habe das Glück, die Gartenarbeit als Hobby zu sehen. Mein Garten würde mir eine längere Abwesenheit nicht verzeihen. Ich werde ihn auch dieses Jahr nicht einer etwaigen Trockenheit und den Schnecken überlassen. Als Hobbygärtnerin kann ich da nicht über meinen Schatten springen. Gurken, Tomaten, Johannisbeeren, Kartoffeln, Radieschen, Mohrrüben, Stachelbeeren, Blaubeeren und etliches mehr warten darauf, in homöopathischen Mengen geerntet zu werden.“

Volker Schnurrbusch (AfD)
Mit dem Wohnmobil durch Schweden

„Noch habe ich ein Flugticket in die USA. Dort war ich zur Democratic Convention angemeldet, auf der der Präsidentschaftskandidat der Demokraten gekürt werden soll. Nun ist die Convention verschoben, auch Konzerte und Open-Air-Festivals wurden abgesagt. Meine Frau und ich werden daher im Juli mit dem Wohnmobil nach Schweden fahren und uns dort ansehen, wie unsere Nachbarn mit Corona umgehen. Durch die zahlreichen Beschränkungen fällt die Auswahl der Reiseziele deutlich kleiner aus als in anderen Jahren. Da ich zum Glück nur unter Fernweh und nicht unter Grippe leide, trifft mich dieser verkleinerte Aktionsradius hart. Selbst innerhalb von Europa verleiden einem die vielen Auflagen das freie Reisen.

Hier in Schleswig-Holstein erwarte ich einen wahren Besucheransturm. Das ist für die gebeutelte Tourismusbranche ein Segen, damit sie verlorene Umsätze nachholen kann. Ich hoffe, dass die Küstenorte deswegen nicht zu Zwangsmaßnahmen greifen müssen und so unsere Gäste verschrecken. In Ostholstein haben wir in den letzten Wochen leider solche Erfahrungen machen müssen. Schleswig-Holstein hat mehr zu bieten als eine Handvoll ´Hotspots`.“

Lars Harms (SSW)
Renovieren statt urlauben

„Ich ziehe um und beginne mit der Renovierung meines Hauses. Urlaub fällt also flach. Corona verursacht nicht so viele Änderungen, außer Abstand halten.“