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Europäische Souveränität und Stärke in Krisenzeiten: Bei einem Besuch im Landeshaus im Rahmen eines „Länderabends“ stellt die französische Botschafterin Ziele und Herausforderungen der laufenden EU-Ratspräsidentschaft Frankreichs vor.
Die französische Botschafterin Anne-Marie Descôtes war am gestrigen Donnerstag im Rahmen eines „Länderabends“ zu Gast im Landtag. Im Mittelpunkt standen die französische Ratspräsidentschaft und die aktuelle politische Lage. Eines der wichtigsten übergeordneten Ziele sei der Aufbau europäischer Souveränität, sagte die Botschafterin vor rund 80 Gästen im Plenarsaal: „Eine starke Europäische Union ist eine EU, die den Krisen gewachsen ist.“ Mit Blick auf die Ukraine sagte die Botschafterin: „Uns allen ist klar, dass der Krieg ein Wendepunkt ist und auch für unser europäisches Projekt große Veränderungen mit sich bringen wird.“
Landtagsvizepräsidentin Annabell Krämer hob in ihrer Begrüßung die langjährige deutsch-französischen Freundschaft hervor. „Die deutsch-französische Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg ist ein wichtiges politisches Fundament unseres Lebens in Frieden, Freiheit und auch Wohlstand“, sagte Krämer und würdigte in 75 Jahre Frieden „gewachsenes Vertrauen, eine belastbare Partnerschaft und eine aufrichtige Freundschaft zwischen den beiden Ländern und ihren Menschen“. Auch der Vorsitzende des Europaausschusses im Landtag, Wolfgang Baasch, hob den hohen Wert der deutsch-französischen Freundschaft hervor: ,„Wir wollen diese Freundschaft stärken und pflegen. Sie trägt zu einem großen Teil zu einem stabilen Europa bei.“
Frankreich hatte am 1. Januar den alle sechs Monate wechselnden Vorsitz im EU-Ministerrat übernommen und seine Ratspräsidentschaft unter das Motto ,,Aufschwung, Kraft und Partnerschaft“ gestellt. Vor diesem Hintergrund stellte die Botschafterin das Programm der Ratspräsidentschaft vor. ,,Wir sind uns der Verantwortung und der Herausforderungen bewusst, die wir im Hinblick auf diese Präsidentschaft tragen", unterstrich Descôtes. Zu dem Kernthema, dem Aufbau europäischer Souveränität und einer krisenfesten EU, gehörten nicht nur militärische Fragen, sondern beispielsweise auch der Ernährungsbereich.
Weitere Schwerpunkte nannte Descôtes im Bereich der Förderung von Spitzentechnologien, etwa bei der Produktion von Wasserstoff, sowie beim Klimaschutz. Auch in der anschließenden Diskussionsrunde betonte die Botschafterin diese Prioritäten: „Wir haben gezeigt, wie schnell und geschlossen wir auf aktuelle Krisen reagieren können ‒ ohne die langfristigen Ziele wie den Kampf gegen den Klimawandel aus den Augen zu verlieren.“
Im Rahmen des Länderabends verlieh die Botschafterin den französischen Verdienstorden „Ordre national du Mérite“ an die langjährige Leiterin des Institut Français/Centre Culturel Kiel, Catherine Rönnau, für ihr Engagement für die Entfaltung der französischen Kultur in Deutschland.
Weitere Informationen:
Pressemitteilung des Landtages