
Die Repräsentanten der Regionen (v. l.): Danuta Rek, stellvertretende Vorsitzende des Sejmik der Woiwodschaft Pommern, Bogdan Bartnicki, Vorsitzender des Sejmik der Woiwodschaft Ermland-Masuren, Birgit Hesse, Präsidentin des Landtages Mecklenburg-Vorpommern, Teresa Kalina, stellvertretende Vorsitzende des Sejmik der Woiwodschaft Westpommern, Astrid Hennies, Leiterin der Delegation der Hamburgischen Bürgerschaft, und Kristina Herbst, Präsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages.
©
Foto: Landtag Sh
Unter dem diesjährigen Vorsitz des Landtages Mecklenburg-Vorpommern sind im Schweriner Schloss Delegationen aus den Mitgliedsregionen zum 22. Parlamentsforum Südliche Ostsee (PSO) zusammengekommen, um über aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der Digitalisierung zu beraten. Im Mittelpunkt der Jahrestagung unter dem Titel „Künstliche Intelligenz in der Südlichen Ostseeregion – Chancen und Risiken“ standen unter anderem die Auswirkungen von KI auf Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.
Den Abschluss der Tagung bildete die gemeinsame Resolution „Intelligente Ostsee – Für eine verantwortungsvolle und souveräne Nutzung Künstlicher Intelligenz im südlichen Ostseeraum“. Darin sprechen sich die Mitglieder für eine engere Zusammenarbeit der Ostseeregionen bei der Entwicklung und Nutzung von KI sowie für den Ausbau digitaler Kompetenzen und die Stärkung digitaler Souveränität aus. Ergänzt wird die Resolution durch acht Empfehlungen des Jugendforums zu den Themen KI und Arbeit, Demokratie, Desinformation und digitale Souveränität. Zwei der insgesamt 13 Jugendlichen des Forums kamen aus Schleswig-Holstein.
Herbst: "KI eröffnet Chancen und birgt Risiken."
Landtagspräsidentin Kristina Herbst betonte in ihrem Grußwort die Bedeutung des Themas für die Zukunft der gesamten Ostseeregion. Künstliche Intelligenz eröffne zwar große Chancen für Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung, berge aber zugleich Risiken. Die Entwicklung werde die Gesellschaft dauerhaft prägen und erfordere einen verantwortungsvollen Umgang mit der Technologie, so Herbst. „KI ist eine, wenn nicht sogar die Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts“, sagte sie. Zugleich dürfe man sich auf die Technologie nicht blind verlassen. Es brauche weiterhin „menschliches Urteilsvermögen, menschliche Verantwortung und menschlichen Verstand“. KI dürfe den Menschen „nicht das Denken abnehmen“, mahnte die Landtagspräsidentin.
Teil der Delegation aus Schleswig-Holstein war auch Prof. Dr.-Ing. Kevin Köser von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Der Leiter der dortigen Arbeitsgruppe Marine Data Science gab in seinem Vortrag „Getting the Big Picture with Underwater Cameras“ Einblicke in aktuelle Forschungsansätze an der Schnittstelle von Künstlicher Intelligenz, Bildverarbeitung und Meeresforschung.
Das Parlamentsforum Südliche Ostsee
Das Forum wurde als interregionales Netzwerk am 27. April 2004 in Danzig gegründet, um die bilateralen Parlamentspartnerschaften in ein multilaterales Netzwerk zu überführen. Mitglieder sind die Landtage von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, die Hamburgische Bürgerschaft sowie die Sejmiks von Pommern, Westpommern und Ermland-Masuren. Der Regionsrat Schonen (Südschweden) und die Region Klaipėda sind assoziative Mitglieder.
Weitere Informationen: