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Heute vor genau 75 Jahren, am 20. April 1947, fand in Schleswig-Holstein die erste freie Landtagswahl statt. Als klarer Wahlsieger konnte die SPD daraufhin eine Alleinregierung bilden. Die Sozialdemokraten holten 43,8 Prozent der Stimmen und stellten mit Hermann Lüdemann den Ministerpräsidenten. Er wurde am 8. Mai gewählt – also exakt am diesjährigen Wahltag vor 75 Jahren. Landtagspräsident war seinerzeit Karl Ratz. Er hatte bereits seit Dezember 1946 die Geschicke des zuvor von der britischen Militärregierung eingesetzten ernannten Landtages geleitet und amtierte später auch während der zweiten Wahlperiode bis 1954.
Insgesamt traten 1947 sieben Parteien zur Wahl an, drei schafften es ins Parlament. Von den 70 Sitzen gingen 43 an die SPD, 21 an die CDU und sechs an den SSV, den Südschleswigschen Verein. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,8 Prozent.
In der konstituierenden Sitzung am 8. Mai 1947 stellte Ministerpräsident Hermann Lüdemann sein Programm vor. Er warb für ein demokratisches Deutschland und ein vereintes Europa: „Wenn heute der 3. Schleswig-Holsteinische Landtag zusammentritt, so möchte ich hoffen und wünschen, dass damit für unser schwer ringendes Land eine neue Zeit beginnt und durch die Arbeit des ersten gewählten Landtages der Aufstieg unseres Volkes zu neuem Leben eingeleitet wird.“
Mit der Wahl habe die Bevölkerung das Parlament dazu berufen, den Weg einer fortschrittlichen und aufbauenden Politik zu beschreiten – eine schwierige Aufgabe, die nur gelöst werden könne, „wenn Deutschland als gleichwertiger Faktor in einer friedfertigen Völkerfamilie Europas seinen Platz wieder eingenommen hat“, so Lüdemann.
Zuvor hatte es bereits zwei ernannte Landtage in Schleswig-Holstein gegeben, die nach dem Zweiten Weltkrieg von der britischen Militärregierung als Gremium zur Kontrolle der Landesregierung eingesetzt worden waren.