Ein Jura-Studium ist ein guter Einstieg in den Job – auch außerhalb von Gerichten, Staatsanwaltschaften und Anwaltskanzleien. Deswegen will die Landesregierung den Bachelor-Abschluss in diesem Bereich ermöglichen, neben dem klassischen Staatsexamen. Die „Bachelors of Law“ wären dann zwar keine Volljuristen, könnten aber in den Rechtsabteilungen größerer Unternehmen, im Personalwesen, im Compliance-Management oder im Vertragsmanagement arbeiten, wie Justizministerin Kerstin von der Decken (CDU) bei der Vorstellung der Idee im vergangenen Dezember betonte. Ein weiterer Effekt: Die hohe Abbrecherquote des anspruchsvollen Studiums der Rechtswissenschaften soll sinken. Der Landtag berät den Entwurf in erster Lesung.
Der Bachelor-Abschluss „soll erbrachte Studienleistungen honorieren und die Aufnahme eines konsekutiven Masterstudiums oder einen Berufseinstieg außerhalb der reglementierten klassischen juristischen Berufe ermöglichen“, heißt es in der Gesetzesbegründung. Jura-Studenten hätten „durch die derzeit als alternativlos erscheinende Erste juristische Prüfung einen hohen Prüfungsdruck“. Denn wer durchfällt, beendete sein Studium bislang ohne einen akademischen Abschluss, obwohl die erbrachten Studien- und Prüfungsleistungen den Anforderungen entsprächen, die in anderen Studiengängen an einen Bachelor gestellt würden.
Universität unterstützt den Plan
Mit dem Vorhaben greife die Landesregierung einen Wunsch der Studenten auf, und auch die juristische Fakultät der Kieler Christian-Albrechts-Universität unterstütze den Plan, heißt es aus dem Justizministerium. Andere Bundesländer seien bereits diesen Schritt gegangen. Studenten, die diesen Weg beschreiten wollen, müssen die Voraussetzungen für den Bachelor vor maximal zehn Jahren erbracht haben. Das Studium muss zum Wintersemester 2014/15 oder danach aufgenommen worden sein.