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11.12.20
13:32 Uhr
SSW

Der NOK muss für die Zukunft fit gehalten werden - Rede zu Protokoll gegeben

Presseinformation
Kiel, den 11.12. 2020



Rede zu Protokoll gegeben



Jette Waldinger-Thiering
TOP 16 Nord-Ostsee-Kanal als Schleswig-Holsteins maritime Lebensader
stärken
Drs. 19/2548


„Wir mussten hier in Schleswig-Holstein immer wieder feststellen, dass der Kanal
in der bundespolitischen Agenda nicht weit oben angesiedelt ist. Zu oft wurden
wir bereits von Berlin hingehalten und mit Zusagen abgespeist.“

In diesem Jahr ist der Nord-Ostsee-Kanal 125 Jahre alt geworden. Die Festlichkeiten mussten Corona-
bedingt ausfallen. Der Bau des Kanals war seinerzeit eine ingenieur- und bautechnische
Hochleistung und nach nur acht Jahren Bauzeit war er fertiggestellt. Zudem ist es bemerkenswert,
dass die veranschlagten Baukosten mit 156 Millionen Mark seinerzeit eingehalten wurden. Schnell
wurde aber deutlich, dass der Kanal für die Größe der Schiffe nicht mehr ausreichte. Darum wurde er
zu Beginn des 20. Jahrhunderts das erste Mal ausgebaut – die Bauzeit betrug rund sieben Jahre.
Für uns in Schleswig-Holstein gehört der Kanal dazu, wie die beiden Meere, die er miteinander
verbindet. Wir wissen, dass er die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt ist. Uns in 2

Schleswig-Holstein ist sehr wohl bewusst, welche Bedeutung er insbesondere für die maritime
Wirtschaft hat.
Aber die Entwicklung in der Schifffahrt sowie das Alter des Kanals machen es notwendig, dass der
Kanal weiter ausgebaut und saniert werden muss. Gleiches gilt für die Schleusen und die Levensauer
Hochbrücke. Der Katalog der dringend notwendigen Maßnahmen ist seit langem bekannt. Oder
anders gesagt, der NOK wurde lange Zeit vernachlässigt. Es haben sich bereits mehrere Bundes- und
Landesverkehrsminister am Kanal abgearbeitet. Das ist keine Kritik an den entsprechenden
Landesministern, vielmehr mussten wir hier in Schleswig-Holstein immer wieder feststellen, dass
der Kanal in der bundespolitischen Agenda nicht weit oben angesiedelt ist. Zu oft wurden wir bereits
von Berlin hingehalten und mit Zusagen abgespeist. Den Hinweis auf bayrische
Bundesverkehrsminister verkneife ich mir an dieser Stelle.
Aber die Beharrlichkeit unserer zuständigen Minister und das stete parlamentarische Bekenntnis des
Landtages zu unserem Kanal samt unseren Forderungen, tragen nun Früchte. Und das ist gut so.
Aber damit darf nicht Schluss sein und so sehe ich den vorliegenden Antrag. Wir müssen gemeinsam
am Ball bleiben und ihn für die Zukunft modernisieren und weiter für ihn werben.
Wir erleben es immer wieder, dass es zu Unfällen an den Schleusen kommt. Die Schäden sind
immens und die Ausfallzeiten lang. Hier müssen wir in Zukunft besser vorbereitet sein, damit die
Reparaturen schneller abgeschlossen werden können. Das heißt, Ersatzteile müssen vorrätig sein
und vor allem brauchen wir das entsprechende Personal. Hier muss endlich etwas passieren, denn
die Mitarbeiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes arbeiten seit langem an ihrer
Leistungsgrenze. Dort wurde eine Entwicklung verschlafen, die endlich korrigiert werden muss.
Im Hinblick auf den Neubau der Rader-Hochbrücke sollten wir die zur Verfügung stehende Zeit
nutzen und die entsprechenden Alternativen – sprich: Auto- und Fußgängerfähren sowie ihre
Anlegestellen – ertüchtigen beziehungsweise erneuern. Und dann macht es natürlich Sinn, wenn wir
dabei auch gleich auf innovative Antriebsformen setzen. Wir müssen den Menschen, die tagtäglich
den Kanal überqueren, Alternativen anbieten, wenn es zu Engpässen an der A7 kommt. Und deshalb
müssen wir das jetzt mitdenken. 3

Der Kanal ist ein echter Klimaretter. Wenn wir ihn nicht hätten, müssten die Schiffe einen Umweg
von rund 460 Kilometern über den Skagerak machen. Die weitaus kürzere Passage durchs Land sorgt
also für eine geringere Belastung für die Umwelt und für das Klima. Also ist es aus Sicht des SSW
richtig, den Klima-Gedanken fortzuführen und die Schiffe, die bereits umweltfreundlichere Antriebe
haben finanziell zu belohnen, indem sie bei den Durchfahrtgebühren entlastet werden.
Nach 125 Jahren ist auch der Kanal in der digitalen Welt angekommen und entsprechend müssen wir
dort die möglichen Techniken einsetzen, wo es machbar ist. Soll heißen, wir müssen das
angekündigte „Internet-Bezahlportal“ für das NOK-Inkassosystem auf den Weg bringen. Oder Leit-
und Assistenzsysteme als Unterstützerfunktion einrichten.
Die Liste unseres Antrages ist lang. Die dicken Brocken sind zwar aus dem Weg geräumt, aber wir
müssen weiter in die Zukunft schauen und alles dafür tun, dass der NOK fit gehalten wird.
Ich hoffe, dass wir im nächsten Jahr die Gelegenheit haben werden, das Jubiläum 125+1 in einer
feierlichen Stunde nachzuholen.