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07.05.26 , 16:31 Uhr
SPD

Thomas Hölck zu Top 17: Meistertitel statt Meisterschulden

Heimo Zwischenberger Pressesprecher der SPD-Landtagsfraktion
Adresse Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel Telefon 0431 988 1305 Telefax 0431 988 1308 E-Mail h.zwischenberger@spd.ltsh.de Webseite www.spd-fraktion-sh.de Es gilt das gesprochene Wort!

Hinweis: Diese Rede kann hier als Video abgerufen werden: http://www.landtag.ltsh.de/aktuelles/mediathek

LANDTAGSREDE – 07.Mai 2026
Thomas Hölck Meistertitel statt Meisterschulden TOP 17: Einführung eines Aufstiegsbonus zur Stärkung der beruflichen Bildung und Fachkräftesicherung (Drs. 20/4190, 20/4252, 20/4254(neu)
Es geht uns mit unserem Antrag darum ein Signal zu setzen, wir wollen berufliche und akademische Bildung gleichsetzen. Nicht in Sonntagsreden, oder Regierungserklärungen, sondern in der Realität. Ein Aufstiegsbonus würde zeigen, dass die Bemühungen, die Risiken, der Ehrgeiz und Fleiß vom Landtag gesehen und gewürdigt wird. Aufstieg durch Bildung, darum muss es gehen. Wir müssen das Land sein, in dem sozialer Aufstieg durch Fleiß, Bildung und Ehrgeiz möglich ist. Aufstieg durch Bildung, das bedeutet auch, dass dies unabhängig vom Geldbeutel möglich sein muss – in der schulischen Bildung wie in der beruflichen Bildung. Wer heute einen Bachelor- oder Masterabschluss machen möchte, kommt Dank des Verwaltungskostenbeitrags nicht mehr ganz so günstig weg – Schuld ist die verfehlte Haushaltspolitik der Günther-Regierung. 380 Euro Semesterbeitrag je Semester, auch studieren muss man sich leisten können. Im Verhältnis dazu noch einmal absurd teurer wird es, wenn man einen Handwerksmeister bzw. Handwerksmeisterinnen Abschluss machen möchte: Mit 10.000 Euro plus X muss man da durchaus rechnen. Wer sich in diesem Lande als Handwerker fortbilden will, andere ausbilden möchte, Betriebe übernehmen möchte; der oder die muss sich in der Regel erst einmal ordentlich verschulden, wenn nicht der alte Betrieb oder die eigenen Eltern die Kosten decken. Junggesell*innen im Handwerk in Schleswig-Holstein wird signalisiert, dass der Weg zum Meister steinig, oftmals kaum erreichbar ist. Dabei wollen wir doch Gründungsland sein,

1 junge Menschen aus der ganzen Republik anziehen. Doch statt „hard facts“ zu schaffen, wie es das sozialdemokratisch regierte Saarland tut, hat die Günther-Regierung nur warme Worte übrig. Der Verweis des Ministers auf die Meistergründungsprämie ist wohlfeil, denn: Meister, Meisterin muss man erst einmal werden. Die Voraussetzungen für die Gründungsprämie basieren auf der Gründung eines eigenen Unternehmens und Schaffung von Arbeitsplätzen. Das ist ein sinnvolles Konzept, denn den Gründern stehen ja auch erheblich Kosten entgegen. Fast 5500 junge Menschen haben laut der Handwerkskammer Lübeck 2025 eine Ausbildung im Handwerk in Schleswig-Holstein begonnen. Knapp 500 junge Handwerker*innen haben 2025 ihre Meisterprüfung bestanden.
Das ist im Verhältnis eine bittere Quote. Einen Meister zu machen, bedeutet immer auch Sicherheit in der Lebensplanung, und zwar nicht nur für die Zukunft, sondern konkret existenziell in der Gegenwart. Die berufliche Tätigkeit muss stark reduziert oder gar pausiert werden, auch muss geschaut werden, wie die doppelte finanzielle Belastung aus stark steigenden Lebenshaltungskosten und Kosten für den Meister gestemmt werden soll. Es wäre angesichts der explodierenden Kosten für Wohnraum, Heiz- und Stromkosten und neuerdings auch Sprit blanker Hohn, zu sagen, es gäbe ausreichend finanzielle Anreize.
Die Günther-Regierung würde jungen, motivierten Menschen, die unser Land voranbringen wollen, einmal mehr zeigen, dass sie ihnen im Grunde genommen egal sind. Denn was die Günther-Regierung vergisst, ist, dass nicht jeder junge Mensch mit bestandener Meisterprüfung automatisch einen Betrieb übernehmen möchte.
Ein Meistertitel in der Tasche schafft ein Bewusstsein darüber, was man kann und was man im Angestelltenverhältnis wert ist. So, wie wir es im Antrag formuliert haben, 2000 Euro für eine bestandene Prüfung, würde eine echte, konkrete und motivierende Entlastung für junge Handwerker*innen in diesem Land schaffen.
Angesichts des Fachkräftemangels und der Tatsache, dass Betriebe oftmals nicht übernommen werden, können wir es uns nicht leisten, junge Handwerker*innen so hängen

2 zu lassen. Ich fordere Sie daher dazu auf, stimmen sie dem Antrag zu, entlasten Sie konkret junge, motivierte Menschen und verschaffen sie Schleswig-Holstein damit auch einen Standortvorteil für Fachkräfte!



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