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2. Juni 2021 – Wirtschaftsausschuss

Wird der Bau des Fehmarnbelt-Tunnels eine Touristen­attraktion?

Der Wirtschaftsausschuss will sondieren, ob in dem Bau der Fehmarnbelt-Querung Potenzial für touristische Aktivitäten steckt. Geschlossen beschlossen die Abgeordneten, eine schriftliche Anhörung durchzuführen.

Fehmarnbelt_Tunnel Querung
In Rødby, wo die Tunnelzufahrt auf dänischer Seite geplant ist, informieren Tafeln auf einem Aussichtsturm über das Beltquerungsprojekt. Foto: dpa, Daniel Bockwoldt

Der Wirtschaftsausschuss hat im Rahmen seines Selbstbefassungsrechts eine Anregung des SPD-Abgeordneten Thomas Hölck aufgegriffen und eine schriftliche Anhörung beschlossen zu der Frage, ob und gegebenenfalls wie der Bau des geplanten Fehmarnbelt-Tunnels touristisch begleitet werden kann. Allein die technischen Herausforderungen bei dem Tunnelbau seien für eine breite Öffentlichkeit mit Sicherheit von großem Interesse, sagte Hölck in der heutigen per Videostreaming abgehaltenen Ausschusssitzung.

Mehrere Abgeordnete sprangen dem Verkehrsexperten der Sozialdemokraten beiseite. Es lohne sich, das Thema zu vertiefen, meinte Kay Richert (FDP), warnte aber davor, eine eigenständige Tourismusstrategie für das Projekt zu entwickeln. Unterstützung signalisierte auch der Vertreter des AfD-Zusammenschlusses Volker Schnurrbusch. Er regte bereits eine Zusammenarbeit mit der TASH (Tourismusagentur Schleswig-Holstein) an. Und auch Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) bekannte, das Bauprojekt könne „ein interessanter Hingucker“ für die breite Öffentlichkeit werden und sei damit „eine Chance für die Insel Fehmarn“.

Heimische Wirtschaft beteiligen

Aufgekommen im Ausschuss war das Thema bei der Erörterung eines Alternativantrages der SPD, der in der vergangenen Mai-Tagung des Landtages im Rahmen einer Debatte zu „Potenziale der Festen Fehmarnbelt-Querung nutzen“ vorgelegt worden war. Hierzu beschlossen die Ausschussmitglieder, im Bereich der Ausweisung von Gewerbeflächen ebenfalls eine schriftliche Anhörung durchzuführen. Dieser Beschluss steht im Zusammenhang mit der Forderung des Landtages, insbesondere auch die heimische Wirtschaft an dem Jahrhundert-Bauprojekt zu beteiligen und damit unter anderem Arbeitsplätze zu schaffen.

Das rund sechs Milliarden Euro schwere Projekt: Zwischen Fehmarn und der dänischen Insel Lolland soll ein rund 20 Kilometer langer Bahn- und Autotunnel gebaut werden. Die Fertigstellung ist nach derzeitigem Stand für 2029 vorgesehen. Dänemark wird den Tunnel bauen und betreiben – hier sind schon vorbereitende Bauarbeiten im Gang. Deutschland erstellt die Anbindung auf seinem Territorium. Zum Gesamtvorhaben gehört auch ein neuer Tunnel zwischen Fehmarn und dem Festland in Ostholstein.