Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.

Datenschutzerklärung

4. Mai 2026 – Gedenken

Landtagsvizepräsidentin würdigt Opfer der Cap-Arcona-Katastrophe

Eka von Kalben besucht zum 81. Jahrestag der Bombardierung von Häftlingsschiffen die zentrale Gedenkveranstaltung in Neustadt in Holstein und erinnert in ihrem Grußwort an die Schicksale der Opfer.

26_05_03_05_gedenken_cap_arcona_reimo_schaaf_web © Foto: Reimo Schaaf
Landtagsvizepräsidentin Eka von Kalben betonte in ihrem Grußwort: „Jedes dieser Opfer trug einen Namen und hatte ein Gesicht.“
© Foto: Reimo Schaaf

Am Sonntag (03.05.) hat die Vizepräsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages, Eka von Kalben, an der zentralen Gedenkveranstaltung zum 81. Jahrestag der Bombardierung der Häftlingsschiffe „Cap Arcona“ und „Thielbek“ in der Neustädter Bucht teilgenommen. Die Veranstaltung wurde von der Amicale Internationale KZ Neuengamme e. V. gemeinsam mit der Stadt Neustadt in Holstein ausgerichtet.

Von Kalben erinnerte in ihrem Grußwort eindringlich an die mehr als 7.000 Menschen, die am 3. Mai 1945 ums Leben gekommen waren, und stellte deren individuelle Schicksale in den Fokus. „Jedes dieser Opfer trug einen Namen und hatte ein Gesicht.“ Sie betonte, dass die Tragödie von Neustadt Teil eines der größten Menschheitsverbrechen der Geschichte gewesen sei und dass die Dimension dieses Verbrechens bis heute kaum zu begreifen sei. Zugleich warf die Vizepräsidentin die Frage auf, wie Erinnerung gelingen könne: „Wie können wir an diese Menschen erinnern, wie können wir ihnen heute, 81 Jahre später, ein Gesicht und vielleicht sogar eine Stimme geben?“

Aktive und lebendige Erinnerungskultur ist wichtig

 

Kamen neben der Landtagsvizepräsidentin zum Gedenken nach Neustadt (v.l.n.r.): Die Landtagsabgeordneten Bina Braun (Grüne), Niclas Dürbrook (SPD) und Uta Röpcke (Grüne).
Foto: Reimo Schaaf

In ihrer Rede hob von Kalben die Bedeutung einer aktiven und lebendigen Erinnerungskultur hervor. Die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen sei lange Zeit vernachlässigt worden und habe erst spät öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Umso wichtiger sei das Engagement von Initiativen und zivilgesellschaftlichen Akteuren, die das Gedenken wachgehalten und weiterentwickelt hätten. Mit Blick auf die Gegenwart schlug die Landtagsvizepräsidentin die Brücke von der Geschichte zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. Sie machte deutlich, dass Erinnerung immer auch Verantwortung bedeute: „Zukunft hat dieses Erinnern nur, wenn jede Generation immer wieder neu bereit ist, daraus aktive Konsequenzen für die Gegenwart zu ziehen.“

Angesichts wachsender Herausforderungen rief die Landtagsvizepräsidentin zur Wachsamkeit auf. Bilder aus aktuellen Kriegsgebieten, zunehmender Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus machten deutlich, wie wichtig das Erinnern bleibe. „Hier ist jede und jeder in unserer Gesellschaft gefragt und gefordert“, betonte von Kalben. Begonnen hatte die Gedenkveranstaltung um 10:30 Uhr mit einer Kranzniederlegung. Neben von Kalben sprachen unter anderem Vertreterinnen und Vertreter der Amicale Internationale KZ Neuengamme sowie der Stadt Neustadt in Holstein. Schülerinnen und Schüler sowie ein gemeinsamer Schulchor gestalteten das Programm und trugen zur würdevollen Erinnerung an die Opfer bei.

Schriftzug der „Cap Arcona“ an der Gedenkstätte in Neustadt in Holstein.
Foto: Reimo Schaaf