Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.

Datenschutzerklärung

29. April 2026 – #KlappeAuf! Landtag auf Tour

Saisonauftakt für das Landtagsmobil in Schleswig

Zum 190. Jahrestag der Schleswiger Ständeversammlung wird auf dem Rathausplatz Demokratie erlebbar. Das Landtagsmobil und lokale Organisationen bieten Mitmachaktionen und Einblicke in politische Teilhabe.

Demokratiefest Schleswig und Abendveranstaltung
Klappen auf: Das Landtagsmobil auf dem Demokratiefest.
© Foto: Landtag, Sönke Ehlers

Kopfsteinpflaster, Essensstände, Bierbänke – und mitten drin glänzte das Landtagsmobil in der Sonne. Auf dem Demokratiefest am Dienstag (28.4.) in Schleswig öffnete der silberne Trailer seine Klappen beim ersten öffentlichen Termin für diese Saison. Beim Besuch an diesem Ort der Demokratiegeschichte in Schleswig-Holstein waren auch die Abgeordneten Birthe Pauls (SPD) und Sebastian Bonau (Grüne) dabei. Sie nutzten die Gelegenheit und tauschten sich mit interessierten Bürgern über ihre Arbeit im Landtag aus. Die Veranstaltung wurde von der Stadt Schleswig gemeinsam mit dem Landtag, der Kooperation „Partnerschaft für Demokratie“ und der Internationalen Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg organisert. Am Stand der Stadt Schleswig hatten die Besucher die Möglichkeit Namensvorschläge für das neue Bürgerforum einzureichen.

Eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen testete ihr Wissen an der neuen Quizstation, die wie ein klassischer Arcade-Spielautomat aussieht, einige bemalten Beutel und Protestplakate und versuchten sich an verschiedenen Spielen wie Leitergolf oder Cornhole. Es war nicht die erste Begegnung der Schülerinnen und Schüler mit dem silbernen Airstream-Anhänger: Vor zwei Wochen (16.4.) hatte das Landtagsmobil die Gemeinschaftsschule in Erfde besucht. Die begleitenden Lehrerinnen sind begeistert: „Das ist bei den Schülern richtig gut angekommen. Dass 20 Schülerinnen und Schüler nachmittags in ihrer Freizeit zum Demokratiefest wollen, um das Landtagsmobil nochmals genauer zu erkunden ist echt klasse.“ Die Kinder seien in die Aktivitäten vertieft – „und keiner ist am Handy“.

Demokratie damals und heute

Demokratiefest Schleswig und Abendveranstaltung
Landtagsdirektor Prof. Dr. Utz Schliesky wirft in seinem Vortrag einen Blick auf die Geschichte der schleswig-holsteinischen Demokratie.
Foto: Landtag, Sönke Ehlers

Im Anschluss an das Fest am Nachmittag, wurde am Abend über die Vergangenheit und die Zukunft der Demokratie diskutiert. 65 Teilnehmer folgten dem Vortrag von Landtagsdirektor Prof. Dr. Utz Schliesky über die „Anfänge der Demokratie in Schleswig-Holstein“ im historischen Ständesaal. Der Einfluss von Sozialen Medien, Medienkompetenz an Schulen und die Rolle der Jugend waren Themen die bei der anschließenden Podiumsdiskussion zur Sprache kamen.

Zum Thema politischer Diskurs im Internet betonte Prof. Schliesky, dass der Algorithmus radikale Inhalte belohne und diese weiterverbreitete. Als Lösung schlug er „die Gründung einer öffentliche-rechtlichen Plattform als Alternative zu den US-Amerikanischen Netzwerken“ vor. Jonas Kähler berichtete über seine Erfahrung mit Social Media im Amt. Der Bürgermeister von Schleswig erklärt: „Wenn man viele Bürger erreichen will, kommt man um Facebook und Instagram nicht herum.“ Er nehme die Bürgerinnen zum Beispiel durch kurz Videos mit durch seinen Alltag und zeige damit die Aufgaben eines Bürgermeisters.

Schulen und Eltern in der Verantwortung

Demokratiefest Schleswig und Abendveranstaltung
Im Gespräch (v.l.n.r.): Jonas Kähler, Karsten Biermann, Jette Spinger, Prof. Dr. Utz Schliesky und Moderatorin Juliane Hansen.
Foto: Landtag, Sönke Ehlers

Jette Spinger, Vorsitzende der Jugendkonferenz Schleswig, beklagte ein mangelndes politischen Grundwissen bei vielen Jugendlichen. Als eine Besucherin aus dem Publikum die geplant Kürzung des Wirtschafts- und Politikunterichts (WiPo) kritisierte und mehr Stunden für die Vermittlung von Demokratiewissen forderte, teilte Spinger diese Meinung nicht. Die 16-Jährige Schülerin erwiderte, dass mehr WiPo Unterricht nicht die einzige Lösung sei. „Eltern spielen eine wichtige Rolle in der Vermittlung von demkoratischen Werten und der politischen Erziehung von Kindern.“ Karsten Biermann argumentierte, dass viele Menschen in einer „Bubble“ seien und in ihrem Echoraum nur Meinungen, die ihrer eigenen ähneln, vertreten seien. Der Direktor der Internationalen Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg fand: „Jugendliche brauchen mehr Räume um zu diskutieren. Eine offene Gesellschaft braucht Diskurs und unterschiedliche Meinungen.“

Weitere Informationen: