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17. Juli 2026 – Auszeichnung

Gegenseitige Rücksichtnahme und verlässliche Absprachen

Zum fünften Mal ist der Landtag mit dem „audit berufundfamilie“ zertifiziert. Der Schwerpunkt liegt aktuell auf einem nachhaltigen und guten Umgang mit hybriden Arbeitsformen.

berufundfamilie Re-Auditierung Kristina Herbst Johanna Tüns
Freuen sich über die Re-Zertifizierung „audit berufundfamlie“: Landtagspräsidentin Kristina Herbst (li.) und Personalreferentin Johanna Tüns.
© Foto: Landtag, Sönke Ehlers

Der Schleswig-Holsteinische Landtag ist bereits seit 2014 für seine familienbewusste Personalpolitik mit dem „audit berufundfamilie“ zertifiziert. Jetzt erfolgte zum vierten Mal in Folge die Re-Zertifizierung. „Das Thema Beruf und Familie ist fester Bestandteil unserer Personalpolitik und wird von allen Beteiligten konsequent gelebt“, betont Landtagspräsidentin Kristina Herbst. Der Landtag entwickle die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben permanent weiter. Das sei ein Grund, warum der Landtag als Arbeitgeber erneut zertifiziert worden ist. Die Landtagsverwaltung setze sich für eine ausgewogene Kultur des Gebens und Nehmens ein, die sich durch Vertrauen und gegenseitiges Verständnis für alle Lebenslagen und -phasen auszeichnet.

„Im Mittelpunkt der aktuellen Re-Auditierung stand die Frage, wie die bereits bestehenden Möglichkeiten zur zeit- und ortsflexiblen Arbeit dauerhaft tragfähig, fair und mit einer verlässlichen Aufgabenerfüllung verbunden ausgestaltet werden können“, sagt Johanna Tüns, Leiterin des Personalreferats der Landtagsverwaltung. Vereinbarkeit werde nicht allein als Leistung des Arbeitgebers verstanden, sondern als gemeinsame Gestaltungsaufgabe von Arbeitgeber, Führungskräften und Beschäftigten.

Nachhaltiger Umgang mit hybriden Arbeitsformen

„Persönliche Flexibilität soll ermöglicht werden, zugleich setzt ihr Gelingen aber auch gegenseitige Rücksichtnahme, verlässliche Absprachen und die Mitverantwortung aller Beteiligten voraus“, erklärt Tüns. Dies gelte insbesondere für die zeit- und ortsflexible Arbeit. Der Schwerpunkt liege aktuell auf einem nachhaltigen und guten Umgang mit hybriden Arbeitsformen. „Dazu gehören beispielsweise gemeinsame Spielregeln für Führung und Zusammenarbeit, ein fairer Umgang mit Erreichbarkeiten im Homeoffice sowie klare und verlässliche Aushandlungsprozesse.“

Bei Anträgen auf Arbeitszeitreduzierung solle etwa frühzeitig und offen geklärt werden, wie Aufgaben im Team verteilt werden können und ob freiwerdende Stellenanteile nachbesetzt werden. Daneben sollen ein vorausschauendes Ausfall- und Wissensmanagement sowie Priorisierungsregelungen sicherstellen, dass die Verwaltung auch bei Teilzeit, Abwesenheiten oder personellen Engpässen arbeitsfähig bleibt. „Es geht darum, individuelle Vereinbarkeit und die Verantwortung für eine gute Aufgabenerfüllung gemeinsam zu betrachten“, so Tüns.

Landtag als attraktiver Arbeitgeber

Der Landtag will sich mit familienfreundlichen Maßnahmen und der daraus resultierenden Zertifizierung als attraktiver Arbeitgeber positionieren, der Talente anzieht und dauerhaft bindet. Zu den etablierten Angeboten gehören flexible Arbeitszeiten sowie verschiedene Formen des ortsflexiblen Arbeitens. Im Falle zu pflegender Angehöriger oder der Betreuung von Kindern im eigenen Haushalt ist es möglich, Wohnraumarbeit auch in einem höheren Umfang zu beanspruchen. Außerdem kann eine Notfallkinderbetreuung in der Kindertagesstätte Company Kids Kiel genutzt werden. Im Landeshaus gibt es Still- und Wickelzimmer sowie Spielmöglichkeiten für Kinder von Beschäftigten.

Die Verwaltung durchläuft im Rahmen der Zertifizierung „berufundfamilie“ alle drei Jahre einen Re-Auditierungsprozess, der zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen beiträgt. Die Zertifikatsverleihung fand in Berlin statt. Die Urkunden zu dem Zertifikat, das als Qualitätssiegel einer systematischen betrieblichen Vereinbarkeitspolitik gilt und eine Laufzeit von drei Jahren hat, wurden unter anderem von Oliver Schmitz, dem Geschäftsführer der berufundfamilie Service GmbH, überreicht. Bundesfamilienministerin Karin Prien, die die Schirmherrschaft für das audit trägt, gratulierte per Videobotschaft. Nähere Informationen zum Thema gibt es unter www.berufundfamilie.de.

 

Das audit berufundfamilie/ audit familiengerechte hochschule beruht auf einer Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Das audit unterstützt Arbeitgeber darin, ihre familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik bzw. familiengerechte Arbeits-, Forschungs- und Studienbedingungen nachhaltig zu gestalten. Zertifikate zum audit berufundfamilie wurden erstmals 1999 vergeben. Einsetzbar in allen Branchen und unterschiedlichen Betriebsgrößen, erfasst das audit den Status quo der bereits angebotenen familien- und lebensphasenbewussten Maßnahmen, entwickelt systematisch das betriebsindividuelle Potenzial und sorgt mit verbindlichen Zielvereinbarungen dafür, dass Familienbewusstsein in der Unternehmenskultur verankert wird. Nach erfolgreichem Abschluss dieses Prozesses entscheidet ein unabhängiges, prominent mit Vertreter*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verbänden besetztes Kuratorium über die Erteilung des Zertifikats zum audit.

Die praktische Umsetzung wird jährlich überprüft. Nach jeweils drei Jahren können zweimal im Rahmen von Re-Auditierungen weiterführende personalpolitische Ziele vereinbart werden. Daran (erstmalig nach neun Jahren) schließt sich das Dialogverfahren an. Nur bei erfolgreicher Durchführung des Dialogverfahrens darf der Arbeitgeber das Zertifikat weiterführen. Seit 1998 wurden über 2.000 Organisationen mit dem Zertifikat zum audit ausgezeichnet. Bundesfamilienministerin Karin Prien trägt die Schirmherrschaft für das audit berufundfamilie und das audit familiengerechte hochschule.