Es gibt Dinge im Landesparlamentsgebäude, die sich viel besser erledigen lassen, wenn nicht so viele Menschen vor Ort sind. So einige Aufgaben kann Michael Bartels vom Referat für Haushalt und Liegenschaften aufzählen, die aus guten Gründen genau in die Sommerpause gelegt werden.
Raum 342/342a, hinter dieser Nummer verbirgt sich das sogenannte Casino, ein großer Konferenzraum im 3. Stock mit bestem Blick auf die Förde, der sich bei Bedarf auch in zwei etwa gleichgroße Hälften teilen lässt. Gut 23 Jahre alt ist hier der Bodenbelag in einem dunklen Blauton mit kleinen grauen Mosaikmustern – und genau so alt sieht er auch aus. „Der Raum wurde unter anderem als Kantine genutzt, jetzt ist der Teppich fleckig und kaputt“, sagt Bartels, „der hat einfach ausgedient“. Also soll der in die Jahre gekommene Belag weichen und ein neuer verlegt werden, der folgerichtig schmutzunempfindlicher sein wird und „in einem nuancierten Grauton, da sieht man nicht gleich jeden Fleck“, so Bartels. Auch das Verlegen eines Hartbodens sei anfangs in die Überlegungen einbezogen worden, „aber das wurde verworfen, denn es wäre nachteilig für den Schall im Raum“.
Lärmintensive Arbeit mit der Estrichpumpe
Ganz andere Probleme sind im Schleswig-Holstein-Saal zu beheben. Hier ist der elektrische Antrieb für die riesigen grauen Vorhänge zur Verschattung des Raumes zur Fördeseite hin altersbedingt defekt. „Das ist wichtig bei starker Sonneneinstrahlung oder der Nutzung eines Beamers“ erklärt Bartels. Der Mechanismus hinter der hohen Saaldecke werde nun ausgetauscht, weswegen im Saal für einige Tage ein großes Baugerüst aufgestellt werden muss. Ebenfalls im Schleswig-Holstein-Saal sowie in Plenarsaal und Konferenzsaal soll die Technik für Videokonferenzen mit der aktuellsten Software auf den neuesten Stand gebracht werden.
Nachdem der erste Teil der Toiletten-Sanierung auf der Vorderseite des Landtagsgebäudes im vergangenen Jahr abgeschlossen werden konnte, laufen derzeit die Arbeiten an den Sanitärräumen auf der Hinterseite des Gebäudes. Damit auch hier moderne Sanitäranlagen und WCs für Menschen mit Behinderungen eingebaut werden können, muss nach erfolgter Entkernung und dem Rohbau nun ein Untergrund für Bodenbeläge, der sogenannte Estrich, in die Toilettenräume kommen. „Das ist sehr lärmintensiv durch die Pumpe, über die der Estrich mit armdicken Schläuchen bis in den 3. Stock befördert werden muss“, erklärt Michael Bartels. Bis Ende dieses Jahres wird mit der Fertigstellung der Räume auf der Hinterseite gerechnet, „dann müssen in einem dritten Bauabschnitt noch einige alte Anlagen zurückgebaut und einer neuen Nutzung zugeführt werden“.