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24. Juli 2026 – Interview

Volontariat in der Pressestelle: „Politisches Interesse und Kreativität“

Politik, Social Media und Journalismus: Lea Becher gibt Einblicke in ihr Volontariat in der Pressestelle des Landtages. Sie berichtet von ihrem Arbeitsalltag, neuen Herausforderungen und den Erfahrungen ihrer ersten Monate.

Lea Becher Volontärin im Interview
Zu den Aufgaben von Lea Becher gehören unter anderem das Führen von Interviews und die Berichterstattung über Veranstaltungen.
© Foto: Sönke Ehlers, Landtag

Seit März absolviert Lea Becher ihr Volontariat in der Pressestelle des Landtages. Im Gespräch mit Online-Redakteur Michael Neubauer erzählt sie, warum sie sich für den Landtag entschieden hat, wie ihr Arbeitsalltag aussieht und was sie in den ersten Monaten bereits gelernt hat.

Lea, wie verlief dein Weg bis zum Volontariat beim Landtag?

Lea Becher: Ich habe einen Bachelor in Internationalen Beziehungen und anschließend einen Master in Europapolitik gemacht. Politisch interessiert war ich schon immer. Nach dem Studium habe ich zunächst im Bereich Demokratiebildung und politische Bildung gearbeitet und war anschließend einige Monate bei einer NGO in Brüssel tätig. Dort habe ich gemerkt, dass mir Social Media und Pressearbeit besonders viel Spaß machen. Deshalb war für mich schnell klar, dass ich mit einem Volontariat praktische Erfahrungen sammeln und mein Wissen weiter ausbauen möchte.

Warum hast du dich für den Schleswig-Holsteinischen Landtag entschieden?

Lea Becher: Ich habe mich bundesweit auf verschiedene Volontariate beworben, unter anderem bei Stadtverwaltungen und bei Landtagen. Am Ende wurde es Kiel – darüber habe ich mich sehr gefreut. Die Stadt gefällt mir mit ihrer Lage am Meer sehr gut. Gleichzeitig macht die Arbeit in einer Landesbehörde das Ganze noch einmal besonders interessant.

Wie hast du deine ersten Wochen im Landtag erlebt?

Lea Becher: Natürlich musste ich zunächst viele neue Kolleginnen und Kollegen sowie verschiedene Programme kennenlernen. Gleichzeitig hatte ich von Anfang an ein gutes Gefühl. Schon im Vorstellungsgespräch und bei meinen ersten Besuchen im Landtag habe ich das Team kennengelernt, sodass ich am ersten Arbeitstag gar nicht besonders aufgeregt war.

Die Einarbeitung war sehr strukturiert. Schritt für Schritt habe ich neue Aufgaben übernommen und konnte schon nach kurzer Zeit selbst Inhalte für die Website erstellen und einpflegen.

Wie sieht dein Arbeitsalltag heute aus?

Lea Becher: Jeder Tag ist ein bisschen anders. Die einzige Konstante ist eigentlich, dass ich morgens zuerst den Pressespiegel lese. Da ich ursprünglich nicht aus Schleswig-Holstein komme, ist das für mich besonders wichtig, um mich mit der Landespolitik vertraut zu machen. Das hilft natürlich auch bei der täglichen Arbeit.

Anschließend arbeite ich an den Themen, die wir in unserer Redaktionsrunde geplant haben. Das können Beiträge für die Website, Reels für Instagram oder andere Inhalte für unsere Kanäle sein. Diese Vielfalt gefällt mir besonders.

Welche Themen begegnen dir dabei?

Lea Becher: Unsere Arbeit orientiert sich am parlamentarischen Kalender. In manchen Wochen begleiten wir Termine der Landtagspräsidentin und berichten darüber auf der Website. In anderen stehen Ausschüsse oder die Vorbereitung der Plenartagungen im Mittelpunkt. Während der Plenarwochen berichten wir intensiv über die Sitzungen. Dazwischen bleibt oft Zeit, neue Formate zu entwickeln und Inhalte für Social Media zu planen.

Wie ist das Volontariat aufgebaut?

Lea Becher: In den ersten sechs Monaten war ich hauptsächlich in der Pressestelle eingesetzt. Bald werde ich für vier Wochen einen Volontariatskurs an der Akademie für Publizistik in Hamburg besuchen. Darauf freue ich mich besonders, weil ich keinen klassischen journalistischen Hintergrund habe und dort weiteres Fachwissen erwerben kann.

Außerdem werde ich noch einen Monat in der Öffentlichkeitsarbeit verbringen und dabei auch häufiger mit dem Landtagsmobil unterwegs sein. Im November arbeite ich dann einen Monat lang bei der Landtagszeitschrift. Im kommenden Jahr folgen weitere externe Module, unter anderem bei der Staatskanzlei.

Gibt es bisher ein persönliches Highlight?

Lea Becher: Besonders spannend finde ich die Berichterstattung über Veranstaltungen sowie Termine mit dem Landtagsmobil. Dabei komme ich in verschiedene Städte und Gemeinden Schleswig-Holsteins und lerne das Land noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive kennen. Das macht viel Spaß und sorgt für viel Abwechslung.

Du hast bereits in Brüssel gearbeitet. Was unterscheidet diese Erfahrung von deiner jetzigen Tätigkeit?

Lea Becher: In Brüssel war ich bei einer NGO im Bereich der politischen Bildung. Dort habe ich ebenfalls viel im Bereich Social Media gearbeitet und Veranstaltungen begleitet. Die NGO war von der Teamgröße durchaus mit unserer Pressestelle vergleichbar. Hier erlebe ich die Arbeitsabläufe aber deutlich strukturierter. Wir haben zum Beispiel unsere regelmäßigen Redaktionsrunden, in denen Inhalte geplant werden. Dadurch muss nicht alles auf den letzten Drücker erledigt werden.

Was hast du in den ersten Monaten besonders gelernt?

Lea Becher: Vor allem das journalistische Schreiben. Aus dem Studium kannte ich vor allem das akademische Schreiben. Hier habe ich gelernt, Inhalte viel stärker auf den Punkt zu bringen und zielgruppengerecht aufzubereiten. Jeder kann schreiben, aber gute Pressearbeit braucht Übung. Man muss lernen, verständlich, prägnant und gleichzeitig interessant zu formulieren.

Viele Menschen haben bestimmte Vorstellungen davon, wie die Arbeit in einer Behörde aussieht. Wie war das bei dir?

Lea Becher: Durch meine Familie hatte ich schon Berührungspunkte mit Behörden, deshalb waren mir Strukturen und Hierarchien nicht völlig fremd. Natürlich gibt es feste Abläufe. Gleichzeitig habe ich erlebt, dass Kolleginnen und Kollegen offen für neue Ideen sind und Vorschläge ernst nehmen. Ich habe den Eindruck, dass Veränderungen durchaus möglich sind.

Welche Rolle spielen Social Media und digitale Kommunikation heute für die Arbeit einer parlamentarischen Pressestelle?

Lea Becher: Eine sehr große. Parlamentarische Prozesse können für viele Menschen abstrakt wirken. Deshalb ist es unsere Aufgabe, politische Themen verständlich aufzubereiten und einzuordnen. Über unsere Website informieren wir sachlich über die Arbeit des Landtages. Social Media bietet zusätzlich die Möglichkeit, Inhalte kreativer und niedrigschwelliger zu vermitteln und so auch Menschen zu erreichen, die sich nicht regelmäßig auf unserer Website informieren.

Zum Schluss: Wem würdest du ein Volontariat beim Landtag empfehlen?

Lea Becher: Man sollte auf jeden Fall politisch interessiert sein. Wer sich überhaupt nicht für aktuelle politische Themen interessiert, wird hier wahrscheinlich nicht glücklich.

Ein journalistischer Hintergrund ist dagegen nicht zwingend notwendig. Wichtig sind Neugier, Lernbereitschaft und die Bereitschaft, sich in neue Themen einzuarbeiten. Außerdem sollte man ein wenig Kreativität für die Arbeit mit Social Media mitbringen. Eine Mischung aus politischem Interesse und Kreativität ist dafür wahrscheinlich die beste Voraussetzung.