
Das Podium: Neben Angehörigen der Marine und einem Karriereberatungsoffizier beteiligten sich eine Truppenpsychologin und eine Schülerin an der Diskussion.
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Foto: Landtag, Michael Neubauer
Was ist jungen Menschen im Leben wichtig? Welche Erwartungen haben sie an ihren späteren Beruf – und passt ein Dienst bei der Marine dazu? Wie gestaltet sich das Leben als Marinesoldatin oder -soldat? Unter dem Titel „Zur Marine – Chance oder NoGo?“ kamen heute (6. Oktober) im Landeshaus rund 170 Gäste zusammen, etwa zur Hälfte Schülerinnen und Schüler der Oberstufe sowie junge Soldatinnen und Soldaten der Einsatzflottille 1. „Heute soll es nicht darum gehen, einfache Antworten zu geben. Es geht darum, Fragen zu stellen, zuzuhören und sich ein eigenes Bild zu machen“, sagte Landtagsvizepräsidentin Jette Waldinger-Thiering zur Eröffnung.
Auf dem Podium wurden unterschiedliche Perspektiven zusammengebracht: Neben Angehörigen der Marine und einem Karriereberatungsoffizier beteiligten sich eine Truppenpsychologin und eine Schülerin an der Diskussion. Gesprochen wurde über mögliche Gründe, die gegen einen Dienst bei der Marine sprechen, über persönliche Zweifel und Belastungen, aber auch über berufliche Chancen, prägende Erfahrungen und die Gemeinschaft innerhalb der Marine.
Die Einsatzflottille 1
Die Einsatzflottille 1 ist einer der drei Großverbände der Deutschen Marine. Rund 4.500 Soldatinnen und Soldaten gehören zu dem Verband. Dazu zählen unter anderem Korvetten, U-Boote, Flottendienst- und Minenjagdboote sowie das Seebataillon und das Kommando Spezialkräfte der Marine. Die Einheiten sind vor allem auf militärische Einsätze in Küstennähe spezialisiert – und damit auch auf flache und enge Seegebiete wie Nord- und Ostsee.
Landtagsvizepräsidentin: Auch kritische Fragen stellen
Waldinger-Thiering betonte in ihrem Grußwort, dass eine Entscheidung für die Marine besondere Anforderungen mit sich bringe. Längere Abwesenheiten von Familie und Freunden und das Leben und Arbeiten auf engem Raum gehörten ebenso dazu wie Teamarbeit und die Übernahme von Verantwortung. Zugleich könne eine Laufbahn bei der Marine Erfahrungen und Chancen eröffnen, die viele andere Berufe nicht bieten – vom Kennenlernen anderer Länder und Kulturen über besondere fachliche Herausforderungen bis hin zur engen Gemeinschaft an Bord. Zudem sei der Dienst bei der Bundeswehr mehr als nur ein Beruf: Soldatinnen und Soldaten leisteten einen Beitrag zur Sicherheit des Landes und zum Schutz von Freiheit und Demokratie.
Entscheidend sei deshalb, offen über beide Seiten zu sprechen. „Eine freie Entscheidung setzt voraus, dass man nicht nur die Chancen kennt, sondern auch die Anforderungen und möglichen persönlichen Konsequenzen“, sagte die Vizepräsidentin. Die Diskussion biete die Gelegenheit, unmittelbar nach dem Alltag und den Erfahrungen der Soldatinnen und Soldaten zu fragen. Dabei sollten ausdrücklich auch kritische Fragen und unterschiedliche Sichtweisen Raum haben.